Wurmkur beim Hund

Wir zeigen Euch worauf es bei einer Wurmkur beim Hund ankommt und was Ihr wissen solltet. Es gibt kaum ein Tier, das nicht unter Wurmbefall leidet, Hunde stellen dabei keine Ausnahme dar. Sie nehmen die Eier und Larven der Parasiten beim Schnüffeln und/oder Fressen auf. Auf diesem Weg gelangen der juckende Bandwurm, der zähe Hakenwurm, der gefährliche Lungenwurm, der unangenehme Peitschenwurm sowie der lange Spulwurm in das Tier.

Wurmkur beim Hund ist wichtig
Wurmkur beim Hund ist wichtig

Die kleinen Fadenwürmer, der Gurkenkernbandwurm und der Herzwurm werden über andere Parasiten eingeschleust. Dieser Parasitismus sorgt für eine Schädigung des Wirts, in diesem Fall des Hundes, was allerdings nicht zwangsweise zu einem schnellen Tod führt, sondern unbehandelt schleichend und über einen lange währenden Zeitraum geschieht. Je stärker der Parasit beziehungsweise der Parasitenbefall wird, desto mehr schwächt er das Tier. Regelmäßige Wurmkuren bei Hunden sind deshalb extrem wichtig für die Gesunderhaltung, es gibt keine Möglichkeit, gegen den Parasitismus vorzubeugen.

Wurmkur Hund – zwei Mal im Jahr ist das Minimum

Wie oft ein Hund entwurmt werden sollte, darüber scheiden sich die Geister. Die Faustregel sagt, zwei Mal pro Jahr, wobei auch alle drei bis vier Monate als angemessen gelten. Sofern der vierpfotige Hausgenosse keine Anzeichen zeigt, dass ihn diese unangenehmen Parasiten bevölkern, muss eine Wurmkur nicht zwischen dem regelmäßigen Rhythmus stattfinden. Wer meint, seinem Tier mit einer monatlichen Wurmkur einen Gefallen zu tun, unterliegt einem schweren Irrtum. Bei Wurmkuren heiß die Devise nicht, viel hilft viel, sondern eher, zu viel schadet. Wurmkuren für Hunde enthalten wie für jedes andere Tier ein starkes Gift, das die Darmflora schädigt und das Tier schwächt. Hinzukommt, dass für die unterschiedlichen Wurmarten verschiedene Gifte nötig sind, um sie zu bekämpfen. Es gibt keine Wurmkur, die pauschal gegen alle Wurmarten hilft.

medpets-wurmkur

Kotproben – kein sicheres Indiz für einen Wurmbefall

Ein anderer Irrtum, dem Tierhalter gerne unterliegen, ist die Sicherheit von Kotproben vor einer Wurmkur beim Hund. Sie gehen davon aus, dass sich mithilfe des Kots ein Wurmbefall jederzeit zweifelsfrei feststellen lässt. Würmer zählen zu den sogenannten Endoparasiten, das heißt, sie leben in Hohlräumen, im Gewebe oder in Epithelien (Deck- und Drüsengewebe) des Wirts. Nachdem die Eier vom Zwischenwirt aufgenommen wurden, gelangen sie über den Magen oder übers Blut in die von ihnen bevorzugte Umgebung. Dort schlüpfen die Würmer und legen wiederum ihre Eier ab. Nach deren Befruchtung scheidet der Zwischenwirt die Eier über den Kot aus und gibt sie auf diesem Weg weiter. Das heißt, eine Kotprobe zwischen der Eiablage und der Befruchtung, beziehungsweise während des Larvenstadiums, bringt keine Erkenntnisse über einen Wurmbefall oder die Notwenigkeit einer Wurmkur beim Hund. Scheidet das Tier mit jedem Stuhlgang Wurmeier oder abgestoßenen Glieder der Würmer aus, ist es bereits extrem von den Parasiten bevölkert. Hinzukommt, dass Wurmarten existieren, die sich nur über das Blut nachweisen lassen.

Typische Erscheinungen eines Wurmbefalls

schnell hat der Hund Würmer aufgenommen
schnell hat der Hund Würmer aufgenommen

Es gibt typische Anzeichen, die den Rückschluss auf einen Parasitenbefall bei Hunden erlauben. Wird das Fell strubbelig und stumpf, spricht dies bei einem gesunden Hund normalerweise genauso für die Notwenigkeit einer Wurmkur, wie extremer Gewichtsverlust trotz steigender Futtermenge. Auch Atemnot, Schwäche und Unlust gehören oftmals, aber nicht immer, zu den Symptomen für die Besiedlung mit bestimmten Wurmarten. Unumgänglich ist eine Wurmkur bei Hunden, die Flöhe haben oder hatten, dann es kann prinzipiell von einem Wurmbefall ausgegangen werden. Flöhe zählen zu den klassischen Überträgern der Wurmeier. Gute Vorsichtsmaßnahmen stellen in diesem Zusammenhang Flohhalsbänder oder Medikamente, die zwischen die Schulterblätter geträufelt werden, dar. Im Gegensatz zu den Halsbändern haben die flüssigen Mittel allerdings den Vorteil, dass sie die Tiere nicht nur vor Flöhen, sondern gleichzeitig auch begrenzt vor Würmern schützen, wenn sie auch keine echte Prophylaxe oder ein Ersatz für eine vollständige Wurmkur beim Hund sind.

Entwurmung bei Hunden mit Tabletten und Co.

In der Regel macht der Hund bei Wurmkuren im Gegensatz zur Katze keine Probleme, wenn ihm eine Tablette verabreicht wird. Bei einer direkten Gabe kann dem Tier die Tablette ins Maul gegeben und die Schnauze zugehalten werden, bis es die Tablette geschluckt hat. Allerdings sind auch bei Hunden die Spezialisten vorhanden, die eine Tablette in die Backentasche schieben, um sie sofort auszuspucken, wenn Frauchen oder Herrchen das Maul wieder freigibt. Wer dem Tier die Tablette im wahrsten Sinne des Wortes in den Rachen stopft, muss aufpassen, dass sie nicht zu tief sitzt und statt in die Speiseröhre in die Luftröhre gelangt. Etwas schonender für Mensch und Tier lässt sich die Wurmkur bei Hunden mit einem Wurstpäckchen verabreichen, Leberwurst hat sich hier als besonders geeignet erwiesen. Die wenigsten Hunde schälen die Medikamente aus, sondern schlingen den Leckerbissen in einem Schmatz herunter.

Wurmkur verabreichen ist meist kein Problem - kleiner Tipp - in Leckerli stecken vereinfacht das!
Wurmkur verabreichen ist meist kein Problem – kleiner Tipp – in Leckerli stecken vereinfacht das!

Entwurmung mit Flüssigem zwischen den Schulterblättern

Bei den Tieren nicht besonders beliebt, aber sehr effektiv sind die flüssigen Medikamente, die über die Haut in den Körper gelangen. Sie kommen in Tropfenform zwischen die Schulterblätter und sorgen so für einen etwas längeren Schutz. Leider entwickeln die Parasiten in den letzten Jahren verstärkt eine Resistenz gegen diese Mittel, sodass nur noch ein geringer Teil der Wurmkuren für Hunde ihre volle Wirksamkeit entfalten, die Tierärzte geben darüber Auskunft. Der Vorteil der Medikamente liegt auch darin, dass sie zusätzlich einen Schutz vor Flöhen und anderen Ektoparasiten darstellen. Während des Sommers wird das Medikament alle vier Wochen aufgetragen. Nachteilig wirkt sich bei Wasser liebenden Hunden aus, dass sie über drei bis fünf Tage nicht baden dürfen.

Spritzen – sicher, schnell und wirksam

Die sicherste Methode für eine Wurmkur beim Hund sind noch immer die Spritzen vom Tierarzt. Er injiziert die wirksamen Medikamente direkt unter die Haut. Die Mittel kann der Vierbeiner nicht wie die Tropfen auf der Haut durch ein Bad abwaschen, oder wie die Tabletten einfach ausspuken. Die Dosis richtet sich nach dem Gewicht und wird vom Tierarzt individuell berechnet. Besteht die Notwendigkeit, bekommt das Tier in einer Injektion verschiedene Wurmmittel verabreicht.

Umfrage:

Wie oft macht Ihr eine Wurmkur bei Eurem Hund?

Ergebnis anschauen

Loading ... Loading ...

Bandwürmer

Es gibt eine Reihe von Bandwurmarten, die bis auf wenige Ausnahmen alle mehr oder weniger ungefährlich sind. Erst ab einem extremen Befall zeigen sich Symptome der Mangelversorgung sowie Verdauungsstörungen. Diese Parasiten erreichen eine Länge von bis zu zweieinhalb Metern und bestehen aus einem Kopfteil und sich ständig erneuernden Gliedern, sogenannte Proglottiden. In den Gliedern entwickeln sich die Eier, die der Wurm, sobald sie ausgereift sind, mitsamt dem Proglottid abstößt. Bandwurmbefall kann der Hundehalter je nach Wurmart zum Teil mit bloßem Auge erkennen, denn die beweglichen Glieder sind im Kot als weiße Flecken zu sehen oder sitzen beim Auswandern am After. Während dieser Phase zeigen Hunde häufig das bekannte Schlittenfahren, wenn sie mit dem After über den Boden rutschen. Allerdings lösen auch Entzündungen der Analdrüse dieses Verhalten aus. Nur ein Tierarzt kann die Ursache abschließend klären und feststellen, ob eine Wurmkur für Hunde durchzuführen ist oder die Analdrüse behandelt werden muss.

Gefährliche Parasiten für Mensch und Tier – Fuchsbandwurm und kleiner Hundebandwurm

Der Fuchsbandwurm befällt sowohl Hunde als auch Katzen und überträgt sich durch den Zwischenwirt auf den Menschen. Die Würmer lösen in der Leber und anderen Organen der Wirte tumoröse Veränderungen aus, die unbehandelt zum Tode führen. Haustiere, die in Gebieten mit Fuchsbandwurmbefall leben, sollten deshalb regelmäßig mit den Spezialpräparaten entwurmt werden. Eisige Winter und handelsübliche Desinfektionsmittel töten die widerstandsfähigen Eier nicht ab. Eine Infektionsgefahr mit dem gefährlichen kleinen Hundebandwurm, der nur bis zu

Ein gesunder Hund dank Prävention
Ein gesunder Hund dank Prävention

sechs Millimeter Größe erreicht, besteht in den Mittelmeerländern, jedoch in Deutschland kaum. Bringt das Tier den kleinen Hundebandwurm aus dem Urlaub mit, gibt es spezielle Wurmkuren für Hunde, die das parasitäre Problem schnell beseitigen.

Eine gute Ernährung des Vierbeiners – wenig Chancen für den Wurm

Grundsätzlich gilt, dass eine gute Ernährung in Verbindung mit der regelmäßigen Durchführung einer Wurmkur für Hunde das Tier weniger anfällig für Parasiten macht. Der Körper verfügt über ausreichend Abwehrkräfte, um die lästigen Schmarotzer selbst zu bekämpfen und Gesundheitsgefährdungen abzuwenden. Welpen, alte und kranke Tiere jedoch bedürfen einer sorgfältigen Beobachtung, um eine Infektion schon im Frühstadium zu erkennen und mithilfe einer Wurmkur in den Griff zu bekommen. Sie besitzen zu wenig Widerstandskraft, als dass ihr Organismus in der Lage ist, allein die Parasiten zu besiegen.

Siehe auch

Rückkehr der Staupe: Was Hundehalter wissen müssen

Die Staupe ist eine Erkrankung, die nicht selten tödlich endet. Hundehalter in Deutschland wiegen sich …

Hausapotheke für den Hund – Was immer da sein sollte

In den  meisten Haushalten ist die kleine Hausapotheke längst ein fester Bestandteil. Pflaster, Wundsalbe, Fieberthermometer …

ein Kommentar

  1. Sehr schade, bei uns im Kreis Kleve scheint Blutspende nicht möglich zu sein. Dabei haben wir genug Tierärzte und zwei Kliniken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.