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Achtlos entsorgt: Corona-Masken gefährden Hunde und andere Tiere

Der Beginn der COVID-19-Pandemie liegt mehr als ein Jahr zurück – trotzdem bestimmen die von der Bundesregierung erlassenen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus nach wie vor den Alltag. Immerhin: Die Umweltbilanz scheint aufgrund rückgängiger Emissionen so gut wie lange nicht. Heißt das, unsere Umwelt erholt sich?

Die Auswirkungen der Pandemie auf die Umwelt

Die Antwort auf diese Frage ist ernüchternd. Zwar ist es in der Tat so, dass der Shutdown der Wirtschaft zu Beginn der Pandemie den Anteil der ausgestoßenen Treibhausgase stark reduziert hat. Und es ist auch wahr, dass sich die Natur und Tierwelt aufgrund der reduzierten Verkehr- und Lärmbelästigung sowie ausbleibender Touristen erholen konnte – die Schlagzeilen zu den Delfinen in den Kanälen Venedigs sind wohl kaum jemandem entgangen. ABER: Alle diese scheinbaren Verbesserungen sind nur von kurzer Dauer. Sie sind das Ergebnis erzwungener, wenn auch wichtiger Schutzmaßnahmen. Mit Aufhebung der Maßnahmen steigen auch die Emissionen wieder an.

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Das Problem mit den Masken

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: die Masken. Im April 2020 wurde nach und nach in den einzelnen Bundesländern eine Maskenpflicht eingeführt. Zum Bedecken von Mund und Nase waren Masken aus Stoff, sogenannte Alltagsmasken, ein Tuch oder ein Schal erlaubt. Diese sind waschbar und können somit wiederverwendet werden. Die Umweltbelastung durch diese Artikel beschränkte sich daher auf ein Minimum, besonders begünstigt dadurch, dass viele die Zeit im Lockdown nutzten, um sich ihre eigenen Masken zu basteln.

Erst durch den Bund-Länder-Beschluss vom 19. Januar 2021 entwickelten sich die Masken zunehmend zu einem wahren Problem. Mit Einführung der Pflicht zum Tragen medizinischer Masken, sogenannter OP-Masken oder auch Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2, hat das Müllaufkommen rapide zugenommen. Da es sich bei diesen Masken um Produkte zur einmaligen Verwendung handelt, haben die Menschen weniger Acht gegeben – auch in Bezug auf die richtige Entsorgung. Verlorene, weggeschmissene und verwahrlost herumliegende Masken sind überall in der Natur zu finden. Das bleibt nicht ohne Folgen.

maske gefahr fuer hunde

Die Bedrohung von Hunden durch Masken

Hunde sind neugierig, sie schnüffeln und nicht selten fressen sie Dinge, die auf dem Weg liegen. Das tägliche Gassigehen birgt somit eine tödliche Gefahr. Denn neben bekannten Risiken wie Giftködern kommen nun noch die Corona-Masken hinzu. Ein kurzer Augenblick der Unachtsamkeit reicht aus und die Maske ist im Maul.
Hunde oder andere Tiere können einen solchen Mund-Nasen-Schutz verschlucken. Einmal im Magen kann die Maske nicht verdaut werden. Hinzu kommt, dass diese häufig einen Drahtbügel enthalten, welcher innere Verletzungen verursachen kann. Auch die Gummibänder sind nicht ungefährlich, wenn sie sich um die Organe wickeln.

Sollte Dein Hund also beim Spaziergang eine Maske fressen, fahre sofort zum Tierarzt oder alarmiere den Tiernotruf. Im Rahmen einer Operation wird die Maske und deren Bestandteile aus dem Magen entfernt. Unbehandelt leiden Tiere nicht nur Schmerzen, sondern werden auch mit hoher Wahrscheinlichkeit verenden.

Die Maske als Todesfalle

Die falsch entsorgten Masken legen durch den Wind und andere Umweltbedingungen weite Strecken zurück. Auch in Kanälen, Seen und Flüssen landen die Masken und verteilen sich durch die Strömung in den Gewässern. Eine achtlos auf die Straße geworfene Maske landet auf diesem Weg schnell im Meer. Die Probleme mit den Masken beschränken sich also nicht nur auf einige Gebiete, sondern sind ein globaler Konflikt.

wildtiere masken gefahr
Auch für andere Tiere stellen die Masken eine Gefahr dar

Somit sind auch Wildtiere bedroht. Vögel nutzen die Masken als Nistmaterial, verheddern sich in den Schlaufen und verknoten sich so Füße und Flügel. Andere Tiere strangulieren sich oder fressen die Masken. Zudem lösen sich nicht biologisch abbaubare Mikrofasern und Chemikalien, welche die Ökosysteme langfristig belasten.
Insgesamt wird davon ausgegangen, dass unsachgemäß entsorgte Einwegmasken bis zu 450 Jahre erhalten bleiben werden.

So kannst Du helfen helfen

Zur Vermeidung solcher Szenarien ist der richtige Umgang mit den Masken von zentraler Bedeutung:

  • Entsorge die eigenen Masken ordnungsgerecht im Restmüll.
    Dieser wird in Müllverbrennungsanlagen entsorgt und gelangt nicht zurück in die Natur. Trotzdem kann man zusätzlich die Gummibänder abschneiden und Drahtbügel entfernen.
  • Mache Umweltsünder auf ihr Fehlverhalten aufmerksam.
  • Sammel die herumliegenden Masken ein und schmeiße diese selbstständig weg.
    Denken daran: Jede Maske weniger reduziert das Gefahrenpotenzial für Tiere. Fasse die Maske nicht mit der bloßen Hand an! Nutze stattdessen Handschuhe, ein Taschentuch oder einen Stock.
  • Verwende selber Mehrwegmasken.
    Inzwischen gibt es immer mehr Anbieter, die medizinische Mehrwegmasken verkaufen. Durch ihre Verwendung können große Mengen an Müll eingespart werden.

Leider reicht das nicht aus. Daher ist es wichtig, dass Du dich und IDeine Fellnase schützt:

  • Sei bei Spaziergängen besonders aufmerksam.
    Das gilt besonders, wenn der Hund frei läuft.
  • Trainiere mit Deinem Hund.
    Kommandos wie „Pfui“ oder „Aus“ können mit konsequentem Training erlernt und im Ernstfall angewendet werden.
  • Verwende einen Maulkorb.
    Gerade wenn sich der Hund noch im Training befindet oder aus anderen Gründen nicht immer hört, kann ein Maulkorb eine sinnvolle Ergänzung darstellen.
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