Bitte keine Hunde verschenken an Weihnachten

Hunde gehören nicht unter den Weihnachtsbaum

Gut gemeint, falsch gemacht: Nicht nur Hunde sind als Weihnachtsgeschenke ungeeignet, auch jedes andere Haustier hat unterm Christbaum nichts verloren. Lebewesen sind keine Plüschtiere! Experten, Tierschützer und Tierfreunde mahnen jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit und dennoch passiert es immer wieder.

Der vor allem von Kindern sehnlich gewünschte vierbeinige Gefährte wird nicht selten nach wenigen Tagen oder Wochen zur Last für die ganze Familie. Die alljährlichen Zahlen der nach Weihnachten ausgesetzten Hunde sind erschreckend (das gilt übrigens auch für Ostern) und die Tierheime geraten regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenzen.

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Leider oft die Realität!

Eine Weihnachtsgeschichte

Ganz ohne erhobenen Zeigefinger – doch genau so oder so ähnlich passiert es jedes Jahr zu Weihnachten in zahlreichen Familien: Mama und Papa haben für die Bescherung am Heiligabend ein besonderes Geschenk für ihre achtjährige Tochter besorgt. Das Mädchen wünscht sich schon das ganze Jahr über einen süßen kleinen Welpen. Bis jetzt konnte sie immer vertröstet werden. Doch nun hat im letzten Monat der Pudelmix des Fleischermeisters Nachwuchs bekommen, also nichts wie hin. Ein Hund vom Züchter wäre viel zu teuer gewesen, dieser ist fast umsonst. Der Mann versprach, den Welpen bis zum 24. Dezember zu reservieren und sogar impfen zu lassen.

Endlich ist es soweit. Der kleine Hund ist anfangs etwas ängstlich, schmiegt sich auf Mamas Arm und will partout nicht von ihrer Seite weichen. Doch jetzt wartet der Welpe im festlich geschmückten Wohnzimmer in einem riesigen Geschenkkarton unterm Weihnachtsbaum. Natürlich ist der Karton oben offen, damit der Kleine etwas Licht sieht und sich nicht zu sehr fürchten muss. Eine halbe Stunde wird er schon aushalten, während die Eltern ein großes Geheimnis draus machen, das kleine Mädchen schon ganz aufgeregt ist und die gemeinsame Vorfreude ins Unermessliche steigt. Ob sie ahnt, was sie gleich erwartet? Aus dem Wohnzimmer sind komische Geräusche zu hören. Weihnachtsmusik erklingt und die Eltern öffnen endlich die Tür zur Weihnachtsüberraschung ihrer Tochter.

Eine schöne Bescherung

Der Weihnachtsbaum steht schief, einige Kugeln liegen zerbrochen am Boden und die Geschenke sind gar nicht mehr fein säuberlich aufgestapelt sondern liegen bunt durcheinander in einer großen Pfütze. In der Ecke sitzt ein kleiner mit Lametta behängter Hund und zittert. Jauchzend springt das kleine Mädchen zu ihrem Weihnachtsgeschenk und herzt und küsst es. Sie ist überglücklich – das Hündchen ist ja so süß! Während die Mama sich Heiligabend ganz anders vorgestellt hat und das Chaos beseitigt, gehen der leicht angesäuerte Papa mit der Tochter und dem Welpen nach an die frische Luft. Draußen ist es nasskalt, Hund und Kind frieren. Natürlich macht der Welpe kein kleines oder großes Geschäft, denn seine Blase ist ja bereits leer und das Häufchen hat die Mama inzwischen auf der teuren Pralinenschachtel entdeckt.

Später am Abend ist der Welpe müde, obwohl das kleine Mädchen noch mit ihm kuscheln will. Die Tochter muss schließlich ins Bett und der Hund soll vor der Tür schlafen und wachen. Damit nicht noch etwas passiert, geht der Papa spätabends mit dem Kleinen ein zweites Mal raus auf die verschneite Wiese. Um auch wirklich kein Risiko einzugehen, geht der Papa kurz nach Mitternacht noch mal mit dem Hund raus. Diesmal macht er sogar was. Am ersten Feiertag will die Familie ausschlafen und dann mit dem neuen vierbeinigen Freund einen Weihnachtspaziergang machen, gleich nach dem Frühstück.

Erste Nacht, erste Zeit

Seien Sie sich bewusst: Ein Hund braucht Auslauf und macht Dreck... JEDEN Tag!
Seien Sie sich bewusst:
Ein Hund braucht Auslauf und macht Dreck… JEDEN Tag!

Der kleine Hund, den die Tochter Fluffi getauft hat, weil er so schön fluffig ist, fiept und winselt die ganze Nacht und kratzt an den Türen. Damit die Tochter nicht munter wird, nehmen die Eltern das Hundekörbchen schließlich mit ins Schlafzimmer. Am Morgen tritt die Mama als erstes in eine Pfütze direkt vorm Bett. Papa zieht seinen Mantel über den Schlafanzug und geht mit Fluffi raus, weil die Tochter noch schläft. Mittags gibt es den ersten Familienkrach, weil die Mama schon wieder mit dem Wischeimer unterwegs ist, während Papa, Kind und Hund den Winterspaziergang allein machen. Nach einer halben Stunde sind sie wieder da, weil es viel zu kalt ist und der kleine Hund nicht mehr laufen will. So haben sie sich Weihnachten nicht vorgestellt.

Bis Silvester hat die Familie noch Urlaub, dann muss alles klappen und der Kleine muss acht Stunden allein zu Hause bleiben. Hoffentlich geht alles gut. Es geht – einigermaßen. Aus dem Welpen wird ein Junghund, der gar nicht mehr so niedlich ist. Die Eltern fragen sich, wer wohl der Vater war. Auch wenn Fluffi inzwischen sauber ist und nur selten bellt, macht er mehr Arbeit, als es sich die Familie vorgestellt hat. Die morgendliche Gassirunde erledigt die Mama, weil die Tochter vor der Schule keine Zeit hat. Auch am Nachmittag will sie nicht mehr allein mit ihrem Hund rausgehen, weil dieser inzwischen zieht und sie ihn nicht halten kann.

Im Sommer macht die Familie Urlaub zu Hause, weil die geplante Mallorca-Reise mit Hund nicht zu bewerkstelligen ist. Außerdem sind die Tierarzt- und Futterkosten höher als erwartet gewesen. Nach den Sommerferien geben die Eltern schweren Herzens Fluffi ins Heim, weil die Tochter plötzlich eine Tierhaarallergie entwickelt hat. Zu Weihnachten wünscht sich das kleine Mädchen ein riesengroßes Barbie-Puppenhaus und vielleicht ein kleinen süßen Hasen mit Plüschohren – mit dem muss man nicht raus.

Fazit: Ein Hund kostet Geld, bedeutet Verantwortung, Einschränkungen und Pflichten. Die Anschaffung eines Familienhundes muss gut durchdacht werden: Passt er zu Ihrer Familiensituation, haben Sie genügend Zeit und Verständnis für seine Bedürfnisse, können Sie sich Leben lang um ihn kümmern? Die Entscheidung darf nicht in der Weihnachtszeit zwischen zwei Adventskalendertürchen fallen.

Verschenke Sie bitte keinen Hund zu Weihnachten!

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ein Kommentar

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    Hallo, ein neuer Ansatz für einen entspannten und stressfreien Start mit dem Hund.
    Am 5.10.2015 erste Fortbildung für interessierte, aufgeschlossene Hundetrainer/innen, der nächste Kurs findet am 8.3.2015 statt.
    Erste VHS/Tierheim-Angebote in 2015 in folgenden Städten geplant:
    Neu-Isenburg
    Augsburg
    Bad Hersfeld
    Bamberg
    Bensheim
    Bielefeld
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    http://www.osthessen-zeitung.de/einzelansicht/news/2014/september/erfolgsmodell-erfaehrt-bundesweite-resonanz.html

    http://www.umweltzentrum-fulda.de/programm/veranstaltung.html?tx_cal_controller%5Bgetdate%5D=20150308&tx_cal_controller%5Blastview%5D=list-26&tx_cal_controller%5Bview%5D=event&tx_cal_controller%5Btype%5D=tx_cal_phpicalendar&tx_cal_controller%5Buid%5D=951&cHash=aa91abeb64

    „Der alternative Hund“ bietet praktikable und umsetzbare Alternativen. Endlich sinnvoll handeln, statt immer nur Meckern!
    M. Bubenheim
    Initiative „Der alternative Hund

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