Ein Spielzeug zur Begrüßung – Was will mein Hund mir damit sagen?

Hunde sind oft kleine Schelme, die ihren Halter mit kreativen Angewohnheiten überraschen. So kommt es häufig vor, dass sie ihm zur Begrüßung ein Spielzeug bringen. Welchen Grund gibt es dafür?

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Die Persönlichkeit entscheidet

Hundehalter kennen die Situation aus ihrem Alltag: Der Arbeitstag ist zu Ende, die Wohnungstür wird geöffnet und die Begrüßung durch den Vierbeiner ist herzlich, mitunter sogar stürmisch. Der Schwanz wedelt fröhlich, der Blick ist erwartungsfroh und auffordernd, in der Schnauze steckt das Lieblingsspielzeug. Dieses wird auch so schnell nicht abgelegt, sondern während der ganzen Begrüßungszeremonie vor sich hergetragen.

Doch was genau will die übermütige Fellnase nun mit dem Spielzeug bezwecken? Möchte der Hund zum Spielen auffordern oder soll das Spielzeug sogar ein lieb gemeintes Geschenk sein? Ist es gar eine Form der Provokation?


Hundehalter können das rätselhafte Verhalten ihres Tieres oft nicht richtig deuten. Sie wissen nicht, wie sie auf ihren Hund reagieren sollen und was genau er von ihnen erwartet.
Eine generelle Antwort darauf lässt sich auch nur schwer geben, denn die Persönlichkeit des Hundes spielt dabei eine große Rolle.

Dennoch gibt es einige Hauptgründe, die für sein Handeln infrage kommen:

Beruhigung

Wenn Herrchen oder Frauchen nach Hause kommen, ist die Aufregung enorm. Der Hund freut sich wie Bolle, dass endlich wieder jemand zu Hause ist und etwas Spannendes passiert. Die Freude und Energie darüber sind nur schwer zu bändigen.
Vielleicht hat die Erfahrung schon gezeigt, dass Herrchen oder Frauchen wenig begeistert sind, wenn man sie vor Freude umwirft. Eine einfache Strategie dagegen ist, sich ein Spielzeug oder einen anderen verlockenden Gegenstand zu schnappen und damit umher zu laufen. So kann der Übermut ein wenig kanalisiert werden.

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Deeskalation

Mit wehenden Ohren auf jemanden zuzulaufen und ihn anzuspringen, kann unter Hunden als Zeichen von Aggression gedeutet werden. Ein mitgebrachtes Spielzeug sorgt im Begrüßungsmoment für Entschärfung. Es sagt: Ich komme in Frieden und will nur spielen.
So geht der Hund sicher, dass der Halter seinen „Überfall“ als freundlich deutet.

Begrüßungsgeschenk

Naheliegend ist auch, dass das Spielzeug tatsächlich als Geschenk gemeint ist. Es gehört unter Wildhunden und Wölfen zum ganz normalen Verhalten, dass sie dem Anführer ihres Rudels Geschenke machen. Bei wild lebenden Tieren handelt es sich dabei meistens um Futter, bei Haustieren bietet sich ein Spielzeug als nett gemeintes Geschenk an.

Beschäftigung und Spielaufforderung

Natürlich kann das angebrachte Spielzeug auch eine Aufforderung zum Spielen sein. Sobald Herrchen oder Frauchen wieder zu Hause sind, möchte die Fellnase Aufmerksamkeit und Zuneigung. Nach einem Tag voller langweiliger Stunden ist Bewegung und Action angesagt. Energie hat sich angestaut, deswegen ist Toben und Spielen mit dem Menschen nun genau das Richtige.

Ganz gleich, was der Grund für das Anbringen des Spielzeugs ist, eines ist gewiss: Der Hund zeigt dieses Verhalten nur bei Menschen, denen er vertraut und die er liebt. Es ist also durchaus als Kompliment anzusehen, wenn der Hund auf so ein Begrüßungsritual zurückgreift, denn Fremden wird diese die Ehre nicht zuteil.

Wie verhalte ich mich als Halter richtig?

Ganz wichtig ist: Nie mit dem Hund schimpfen! Das Anbringen von Geschenken ist für den Hund ein Zeichen von Freude und ungebremster Zuneigung für seinen Halter. Er liebt ihn und freut sich über dessen Gegenwart. Darauf negativ zu reagieren wäre ungünstig und auch schade für die gute Beziehung zwischen Mensch und Tier.
Wenn man verstanden hat, welche die Gründe für das Verhalten sind, kann man dem Hund auch fast nicht mehr böse sein. Warum nur fast? Weil man eventuell auch mal die teuren Designerstiefel oder Omas selbst gestrickten Kaschmirschal zwischen den Hundezähnen entdeckt. Diese lieb gewonnenen Sachen bekommt man dann unter Umständen irgendwann mit sichtbaren Spuren zurück.
Alles auf dem Weg zur Haustür ist zunächst als Begrüßungsgeschenk geeignet. Der Hund bringt dem Gegenstand aber eventuell eine andere Art von Wertschätzung entgegen, als sein Halter.

Ein sicheres Zuhause

Um weniger willkommene Zwischenfälle zu vermeiden, sollte man das Zuhause möglichst hundesicher gestalten. Das bedeutet, dass der Hund bestenfalls gar nicht erst an Gegenstände herankommen kann, die für ihn nicht geeignet sind. Dabei kann es sich um wertvolle Habseligkeiten des Halters handeln als auch um Dinge, die für den Hund gefährlich werden können. Am besten platziert man einige ausgesuchte Spielzeuge in Haustürnähe, bevor man das Haus verlässt, damit der Hund auf sie zurückgreifen kann, wenn er nach etwas sucht. So kann er nur Spielzeug anbringen, das auch dafür geeignet ist.
Wird der Hund bereits frühzeitig auf das Kommando „Aus“ trainiert, kann das kritische Situationen ebenfalls schnell beenden.

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Ungestümes Verhalten

Die Wiedersehensfreude ist bei manchen Hunden übergroß. Nicht jeder Halter schätzt das und auch Besucher haben möglicherweise Angst vor Hunden oder mögen es nicht, angesprungen zu werden oder unfreiwillige „Hundeküsse“ zu bekommen. Hier kann ein überschwängliches Verhalten zum Problem werden. Man sollte daher allzu exzessive Begrüßungen beim Hund lieber nicht noch fördern.
Kommt der Halter in so einem Fall ruhig ins Haus und ignoriert den Hund zunächst eine Weile, kann dies Ruhe und Beschaulichkeit ins Geschehen bringen. Sobald der Hund sich beruhigt hat, bekommt er die volle Aufmerksamkeit. So lernt der Hund sich ein wenig zu drosseln, bevor er die gewünschte Beachtung bekommt. Dies schafft eine entspannte Routine im Begrüßungsmoment.

Alles in allem sollte man es jedoch einfach genießen, einen treuen Freund zu haben, der sich über das Wiedersehen freut, und ihm bei der Begrüßung die gewünschte Aufmerksamkeit schenken. Schließlich beruht die Zuneigung auf Gegenseitigkeit und das kann man auch zeigen.

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