Ungarische Studie: Hunde haben ein gutes Gedächtnis

Das Gedächtnis spielt bei Forschungen rund um die Entwicklung zahlreicher Lebewesen immer wieder eine entscheidende Rolle. Dass der Mensch

Was kann ein Hundehirn leisten?
Was kann ein Hundehirn leisten?

über ein episodisches und semantisches Langzeitgedächtnis verfügt und dass auch Menschenaffen ein gutes Erinnerungsvermögen nutzen können, ist dabei längst bekannt. Ungarische Forscher haben nun jedoch herausgefunden, dass das episodische Gedächtnis auch im Hund eine Rolle spielt.

Die Untersuchung mit dem „Do it!“-Befehl

Die Wissenschaftlerin Dr. Claudia Fugazza ist bekannt für ihr „Do as I do“-Training, bei dem Hunde lernen, bestimmte Bewegungen und Handlungen ihres Menschen nachzuahmen. Der Hund darf sich hierbei zunächst anschauen, was sein Herrchen oder Frauchen tut und erhält im Anschluss das Kommando „Do it!“. Hat der Vierbeiner das Prinzip verstanden, wird er sofort nach diesem Befehl loslegen und das gerade gezeigte Verhalten seines Menschen imitieren. Dies kann beispielsweise das Drehen im Kreis, ein Sprung oder auch das Steigen auf einen Hocker sein.

Für die Untersuchungen zum episodischen Gedächtnis bildete das „Do as I do“-Training die Grundlage. 17 unterschiedliche Hunde, die im Rahmen dieser Praxis bereits trainiert worden waren, durften zum Test antreten.

Gemeinsam mit Hunden und Herrchen befanden sich dann sechs verschiedene Dinge in einem Raum. Die Halter vollführten dann eine beliebige Handlung mit einem der Gegenstände und veranlassten ihren Hund per „Do it!“ zur Imitation. Hier zeigte sich, dass die Hunde den Befehl ohne zeitliche Verzögerung zu 95 Prozent beherrschten. Um das Gedächtnis untersuchen zu können, mussten sich die Hunde nach der Imitationshandlung von selbst auf eine Matte legen und warten.

Nachdem die Hunde sich abgelegt hatten, vollführten ihre Menschen eine weitere Handlung an einem der Objekte im Raum. Im Anschluss wurden die Hunde hinter einen Raumteiler gebracht, sodass sie die Gegenstände im Raum nicht mehr im Blick behalten konnten. Dort warteten Halter und Vierbeiner dann sechzig Sekunden lang. Nachdem beide wieder hinter dem Raumteiler hervorgetreten waren, legte sich ein Großteil der Hunde wieder auf die Matte. Als ihnen nun der Befehl „Do it!“ gegeben wurde, erinnerten sich rund sechzig Prozent der Vierbeiner an die Bewegung vor der Unterbrechung hinter dem Raumteiler und ahmten diese nach.

Was die Forscher hieraus ableiten

Entscheidend für die Erkenntnisse der Studie ist, dass die Handlung des Herrchens nachdem der Hund sich abgelegt hatte, für das Tier eher unwichtig erschien. Mit der ersten Imitation und dem Ablegen auf der Matte war deren eigentliche Aufgabe abgeschlossen. Dass sich mehr als die Hälfte der Hunde auch eine Minute nach dem Herausführen aus der Situation an die zusätzliche Bewegung erinnern konnten, spricht für das Vorhandensein eines episodischen Gedächtnisses.

Dies bedeutet, dass ein Hund laut Dr. Claudia Fugazza auch die Ereignisse in seinem Gedächtnis speichern kann, die sich im ersten Moment als wenig relevant erweisen. Die Erinnerung an die Bewegung des Menschen bleibt dabei zwar weniger lang im Gedächtnis der Hunde verankert, wie andere Tests zeigten, aber diesen Effekt kennen sogar Menschen von sich.

langzeitgedaechtnis-hund

Selbstverständlich sind die Ergebnisse dieser Untersuchung noch recht neu und konnten bislang nicht durch weitere Studien belegt und gefestigt werden. Es scheint jedoch, als hielte das Gehirn unserer geliebten Vierbeiner noch so einige Überraschungen bereit.

Teile wenn es Dir gefällt:

Siehe auch

Hundehaftpflicht für Listenhunde

Hundehalter von Listenhunden haben es oft schwer, eine Hundehaftpflicht für ihre Vierbeiner zu finden. Viele …

Hunderassen, die wenig haaren

Warum verlieren Hunde Haare? Der Mensch verliert täglich eine Menge an Haaren. Das trifft auch …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.