Klimakiller? Eine Schweizer Studie nimmt Hunde unter die Lupe

Über wenige Themen wird derzeit so erbittert diskutiert wie über das Klima und dessen Schutz. Kein Wunder, dass auch unsere Hunde in den Fokus der Wissenschaft geraten. Die drei Autoren Jasmin Annaheim, Christoph Meili und Nils Jungbluth von der ESU-services GmbH haben nun genauer nachgeforscht, inwiefern sich Hundehaltung auf das Klima auswirkt und ob die Haustierhaltung überhaupt relevant ist.

Hunde und die Auswirkung auf das Klima

Die Auswirkungen der Hundehaltung auf das Klima

Zunächst sei gesagt, dass es in besagter Studie nicht ausschließlich um Hunde, sondern vielmehr um einen Vergleich unterschiedlicher Tierarten und deren Einfluss auf das Klima ging. Betrachtet wurden daher auch Pferde, Katzen, Kaninchen, Vögel und Fische. Die Forscher fanden heraus, dass die Größe des Tieres ein entscheidender Faktor für dessen klimaschädigendes Potenzial darstellt. Das Pferd wurde somit als stärkster Sünder enttarnt, der Hund folgt ihm auf Platz zwei.

Was aber macht den Hund genau „problematisch“, wenn es um die Umwelt und das Klima geht? Hier haben die Autoren der Arbeit einige Punkte zusammengetragen und nicht nur das Futter einberechnet, sondern auch

  • die Ausscheidungen der Tiere,
  • möglicherweise notwendige Fahrten mit dem Auto,
  • Spielzeug
  • und Ausstattung.

Hierbei zeigte sich, dass die Haltung eines Hundes die Umweltbelastung einer Person um etwa fünf Prozent erhöht.

Die größte Belastung stellt bei der Hundehaltung das Futter dar. Da ein Großteil der Hunde mit Fleisch gefüttert wird und dieses als besonders klimarelevant gilt, steigt die Belastung mit dem Fleischanteil in der Ernährung. Die Autoren erwähnten hier auch die BARF Ernährung und ihr Potenzial, den klimatischen Fußabdruck eines Hundes immens zu vergrößern.

Was können Hundebesitzer tun?

Vielen Menschen wird es zunehmend wichtig, selbst etwas für den Klimaschutz zu tun. Auch im Bereich der Hundehaltung ist das durchaus möglich, ohne die artgerechte Haltung sowie Fütterung zu vernachlässigen.

Ein Punkt, der beispielsweise für die nachhaltigere Ausnutzung von tierischen Lebensmitteln steht, ist das Füttern von Innereien. Diese stellen ganz im Gegensatz zu Muskelfleisch keine besonders relevante Nahrungsquelle für den Menschen dar und werden daher häufig entsorgt. Wer bei der Futterplanung vermehrt auf Herz, Leber und Co setzt, unterstützt somit die Verwertung des gesamten Tieres und reduziert unter Umständen den Bedarf an Muskelfleisch.

Ebenfalls interessant ist die Tatsache, dass Freizeit-Fahrten mit dem PKW Einfluss auf die Umweltbelastung durch Hunde nehmen. Wer regelmäßig mit dem Auto fährt, um an einem wenige Kilometer entfernten Ort spazieren zu gehen, sorgt selbstverständlich für einen vermehrten Ausstoß klimaschädlicher Gase. Besser ist es folglich, diese Autofahrten zu reduzieren und lieber direkt zu Fuß oder mit dem Rad zu starten.

Kann man überdenken: Mit dem Auto zur Gassirunde...
Kann man überdenken: Mit dem Auto zur Gassirunde…

Abgesehen hiervon spielt Nachhaltigkeit in jedem Bereich der Hundehaltung eine Rolle. Wer nicht auf Neuware setzt, sondern Körbchen, Decken, Leinen und Co. im Second Hand Laden besorgt, schont die Umwelt. So wird Müll vermieden und der Ausstoß durch die Produktion neuer Waren verringert.

Wichtig: Auf die Gesamtmenge kommt es an

In diesen Tagen scheint es oft, als seien alle Annehmlichkeiten und schönen Dinge angesichts des Klimawandels und der zunehmenden Umweltverschmutzung ein Problem. Das allerdings stimmt nicht. Niemand muss sich nun schlecht fühlen, wenn er einen Hund oder gar mehrere hält.

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Es ist auch nicht davon auszugehen, dass die Autoren der Studie Tierhalter an den Pranger stellen wollten, denn sie erwähnen selbst, dass die Haustierhaltung auf die gesamte Schweiz bezogen nur untergeordnete Bedeutung einnimmt. Auf sie entfielen in 2015 schließlich nur 1,2 Prozent der durch Konsum verursachten Umweltbelastungen im Land.

Dennoch zeigen Studien wie diese, dass sich in jeden Lebensbereich etwas tun und verbessern lässt. Wer bereits viele Ideen zum Umwelt- und Klimaschutz umsetzt, sich von anderen inspirieren lässt und respektvoll mit der Natur und den Tieren umgeht, leistet bereits einen besonderen Beitrag zur Erhaltung unserer Welt.

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