Der Jagdhund im Alltag

Der beste Freund des Menschen, unsere vierbeinigen, pelzigen Weggefährten. Die Freude, welche ein Hund in die Leben seiner Menschen bringt, ist unvergleichlich. Ein Hund ist frei von Vorurteilen, denunziert sein Herrchen oder Frauchen nicht aufgrund von Oberflächlichkeiten. Er beschützt und liebt seine Besitzer bedingungslos. Das ist einer der Gründe, warum wir unsere Hunde so lieben.

Ein Sprichwort besagt „Hunde sind die besseren Menschen“ und das kann man im übertragenen Sinne auch so sehen, denn sie leben die Nächstenliebe. Nach einem langen Arbeitstag nach Hause zu fahren und dann die Freude und Liebe entgegengebracht zu bekommen, die unsere Vierbeiner uns geben, einfach unbeschreiblich. Jeden Tag Bewegung, durch die täglichen Spaziergänge, frische Luft, die Hunde halten uns zudem fit. Auch das sind Gründe, warum Menschen sich Hunde anschaffen.

Doch wird leider oft zu wenig nachgedacht, bevor Hunde Familienmitglieder werden. Es gibt so viele Rassen und alle besitzen ihre individuellen Besonderheiten. Manche Rassen benötigen mehr Auslastung als andere. Jede Rasse hat ihre eigenen Kriterien, die beachtet werden müssen. Vor allem bei Jagdhunden ist Vorsicht geboten, denn hier können unerfahrene Hundehalter schnell, aufgrund von mangelnder Disziplin und Erziehung, den Hund auf eine falsche Bahn lenken. Dadurch passiert es leider oft, dass der Hund in ein Tierheim gegeben wird und dort sein Leben verbringen muss. Das geschieht nur, weil der Mensch Fehler begangen hat, der Hund trägt hierfür keinerlei Schuld. Im Folgenden soll klargestellt werden, welche Hürden überschritten werden müssen, welche Punkte essentiell bei der Erziehung und Disziplinierung von Jagdhunden sind. Bevor man sich also einen Jagdhund kauft, ohne, dass dieser seiner Passion nachgehen kann, sollte folgendes beachtet werden.

Trieb und Bedürfnisse des Jagdhundes

Wie es der Name schon vermuten lässt, werden die Jagd-Rassen vorwiegend zur Jagd eingesetzt, doch heutzutage werden solche auch von Nicht-Jägern aufgenommen und sollen als Familien-Hund agieren. Allerdings sollte vorher der Jagdtrieb etwas näher erklärt werden, denn hierzu gibt es oft fälschliche Erklärungen. Das Wort „Jagdtrieb“ suggeriert manchen unterbewusst etwas negatives, doch das ist nicht richtig. Generell stecken verschiedene Arbeits-Prozesse hinter diesem Trieb. Sie beinhalten das Anschleichen, Entdecken, Jagen und Hetzen, Schütteln und auch das Töten. Danach folgt das Wegbringen und das Fressen. Je nach Erfahrungen, Einflüssen und Sozialisierung, können die verschiedenen Schritte wieder gesplittet werden. Festgehalten werden muss, dass jeder Hund ausnahmslos einen Jagdtrieb besitzt, dieser jedoch bei den verschieden Rassen und Individuen unterschiedlich ausgeprägt ist.

Je nach Expansion dessen, will der Hund diesen ausleben. Unterdrückung führt zu Frust, Frust führt zu Verweigerung, Verweigerung führt gegebenenfalls zu aggressivem Verhalten. Der Mensch reagiert mit Unverständnis, ist überfordert und so endet die Hund-Mensch-Beziehung auf eine unschöne Art und Weise. Der Jagdtrieb sollte also nicht unterdrückt, kann jedoch kontrolliert werden! Viel Auslastung und Bewegung sind die Zauberwörter. So kann ein Such-Spiel, beispielweise Suche nach einem versteckten Leckerbissen auf dem Feld, zuhause im Garten usw. mithilfe der Nase, den Hund erfüllen, denn so kann er einen Teil seines Triebes ausleben. Auch geistige Förderung und Beschäftigung befriedigen den Hund und lasten ihn auf eine andere Art und Weise aus. Wichtig sind folgende Aspekte:

  1. Tägliche Spaziergänge inklusive Spielen, die den Hund anstrengen und fordern.
  2. Abwechslung, um Langeweile zu vermeiden.
  3. Kontrolle, keine Unterdrückung des Jagdtriebes.

Säulen der Erziehung

Wenn der Hund ein ausgewogenes, freudiges Leben führen soll, dann sind Grundkommandos, tadellose Leinenführigkeit, freies Folgen, Herbeikommen auf Abruf und Unterordnung des Hundes unentbehrlich. Der Mensch muss der Rudel-Führer sein. Diesen muss er 24 Stunden am Tag darstellen. Die Reize des Hundes müssen kontrolliert werden, denn gerade in der Stadt oder an Straßen prasseln viele äußere Eindrücke auf den Hund ein, denen er gerne folgen würde. Als Familienhund bzw. nicht in seiner eigentlichen Verwendung, soll er dies jedoch nicht tun. Er muss lernen, Autos, Radfahrer, gelassen hinzunehmen, ihnen nicht folgen zu wollen, sie eben nicht zu jagen. Ebenso soll ein Familienhund möglichst überall hin mitgenommen werden, also beginnt das Training schon im Welpenalter und hört im Prinzip nie auf. Dies sollte man sich immer vor Augen führen! Ebenso wichtig ist die Sozialisation. Der Hund soll auf andere Hunde nicht aggressiv reagieren, er soll sich weitestgehend mit allen verstehen. Nur so kann ein entspannter, ausgeglichener und wohltuender Wegbegleiter herangezogen werden.

Eine sehr gute Methode, um den Jagdtrieb auszuleben, sind Apportier-Spiele, hier kann der Hund seinen Trieb optimal ausleben, bleibt jedoch im Rahmen des Erlaubten. So kann der Mensch beispielsweise Dinge im Wald verstecken, Beutel mit Wild füllen und den Hund belohnen, sobald dieser den Beutel zum Herrchen bringt.
Essentiell ist gleichermaßen ein Signal, das den Hund aus seiner Haltung herausbringt, ein sogenanntes Abbruchsignal. Dieses kann eingesetzt werden, wenn der Hund Anzeichen zeigt, beim Spaziergang abzudriften bzw. das Apportieren ausartet. Jenes Signal muss klar strukturiert und unumkehrbar gelernt werden. Das Stichwort hier lautet Impulskontrolle. Der Mensch muss den richtigen Zeitpunkt erkennen und nicht verpassen, denn eine Sekunde reicht, dann setzt der Hund zur Hetzjagd ein und der Mensch ist machtlos. Dies zeigt wiederum, wie wichtig Erfahrung bei Jagdhunden ist. Der Mensch muss dazu in der Lage sein, das Verhalten des Vierbeiners zu antizipieren.

Fazit

Ein Jagdhund muss, sofern er als Familien-Hund gehalten werden soll, alternative Spiel-Varianten erlernen, um seinen Jagdtrieb einigermaßen auszuleben. Viel Auslauf, Abwechslung und Diversität sind unerlässlich. Erfahrung, Reiz-Kontrolle und Disziplin sind erforderlich, um dem Jagdhund ein angemessenes Leben zu ermöglichen. Bitte gehen Sie nicht naiv an die Sache heran, dem Hund und Ihrer Familie zuliebe, machen Sie sich Gedanken und sichern Sie sich ab, ob ein Jagdhund die richtige Wahl für Sie ist!

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