Hinlegen bei der Hundebegegnung: Warum machen Hunde das?

Hunde sprechen (fast) alle die gleiche Sprache – vor allem in Puncto Körpersprache. Auf diese Weise drücken sie Emotionen, ihren Willen und ihre Intentionen aus.
Eine interessante Situation für alle, die sich für die Kommunikation unter den Vierbeinern interessieren, ist deren Begrüßungs-Zeremonie.

Begrüßungen unter Hunden

T-Stellung

Es gibt verschiedene Verhaltensweisen, die Hunde an den Tag legen, um sich gegenseitig zu begrüßen. Die meisten Hunde gehen in bogenartigen Bewegungen umeinander herum und beschnuppern sich dabei. Auch die etwas offensivere T-Stellung ist eine geläufige Art, wie Hundebegegnungen ablaufen. Dabei legt einer der Teilnehmer seinen Kopf so auf den Rücken des anderen, dass von oben gesehen ein „T“ entsteht. Dies lässt erkennen, wer von den beiden der dominantere Part ist.

 

Manche Hunde jedoch legen sich regelmäßig auf den Boden, sobald sie einen Artgenossen erspähen. Aber was bedeutet das?

Vorderkörper-Tiefstellung als Spielaufforderung

Spielaufforderung

Eine mögliche Interpretation dieses Verhaltens bei der Hundebegegnung ist die, dass es sich dabei um eine Spielaufforderung handelt.
Dabei senkt der Vierbeiner jedoch lediglich den Vorderkörper zu Boden. Das Hinterteil wird dabei in die Luft gestreckt – häufig verbunden mit einem Schwanzwedeln, das zusätzlich freudige Erregung signalisiert.
Möglicherweise bellt der Hund dabei auffordernd, rollt mit den Augen oder berührt den gewünschten Spielkameraden sogar mit der Pfote. Letzteres ist häufig der Fall, wenn zwei Hunde sich bereits kennen.
Einige Hunde strecken bei dieser Verbeugung auch die vorderen Pfoten nach vorne und die hinteren nach hinten durch. Wie die genaue Körperhaltung in dieser Situation auch aussieht: Diese Art des Hinlegens bei einer Hundebegegnung ist als klassische Einladung zum Spiel anzusehen.

 

Hinlegen als Beschwichtigungs-Geste

Das Hinlegen bei der Begegnung zwischen mehreren Hunden kann auch als Beschwichtigungs-Geste eingesetzt werden.
Hierbei legt der Vierbeiner sich entweder komplett hin oder geht in die Vorderkörper-Tiefstellung, bei der das Hinterteil in der Luft bleibt.
Diese Körperhaltung kann dem Hund dazu dienen, seinem Artgenossen zu signalisieren, dass er überfordert ist – etwa, weil dieser ihm zu stürmisch begegnet. Meist verharrt der Hund in dem Fall starr in der Pose, beobachtet den anderen prüfend und wedelt nicht mit der Rute. Dieses Verhalten ist unter Hundepsychologen auch als Calming Signal bekannt. Wer das Gefühl hat, sein Tier fühle sich in der Situation unwohl und überfordert, sollte dies auch dem anderen Hundehalter klarmachen. Dessen Hund sollte an die Leine genommen werden.
Wendet ein Hund dieses Verhalten an, wenn bereits ein Spiel zwischen beiden begonnen hat, möchte er vermutlich signalisieren, dass es ihm zu wild wird, er sich eine Entschleunigung oder eine Pause wünscht. Dies sollte unbedingt von allen Beteiligten respektiert werden.

Wenn der Hund sich zur Begrüßung auf den Rücken dreht

Insbesondere bei schüchternen und devoten Hunden ist häufig folgendes Verhalten zu beobachten: Sie legen sich bei Hundebegegnungen nicht bloß hin, sondern drehen sich zudem auf den Rücken.
Ein Vierbeiner, der so reagiert, unterwirft sich dem anderen. Er zeigt seinen Bauch und damit eine besonders verletzliche Seite. Diese Demutsgeste beim Kontakt mit einem anderen Hund soll beschwichtigend wirken und einen befürchteten Konflikt vermeiden.
Hundebesitzer, die dieses Verhalten häufig bei ihrem Tier beobachten, müssen dennoch nicht beunruhigt sein. Eine solche Beschwichtigungsgeste ist zwar sehr aussagekräftig, für die Kommunikation zwischen den Hunden jedoch keineswegs negativ. Vielmehr zeigt der Hund so, dass er über gute soziale Fähigkeiten verfügt.

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