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Hund allein zu Haus – kann man das üben?

Hunde sind hochsoziale Tiere und fühlen sich im Rudel oder in einer Gruppe am wohlsten. Am liebsten würden unsere Hunde wohl jede freie Sekunde in unserer Nähe sein. Auch die meisten Hundehalter hätten ihren Vierbeiner gerne immer an ihrer Seite. Doch im Alltag ist dies oft nicht möglich.

Die Arbeit ruft, es müssen Besorgungen gemacht werden und es stehen allerlei Termine an. Für diese Fälle ist es meistens unumgänglich, dass der Hund eine gewisse Zeit allein zu Hause bleiben muss. Da das Alleinsein nicht in der Natur unserer Hunde liegt, erfordert das ein wenig Übung.

Der Hund muss lernen, dass seine Bezugspersonen in jedem Fall zurückkommen und es kein Grund zur Sorge gibt. Hat ein Hund diese Sicherheit nicht, kann sich daraus eine Trennungsangst entwickeln.

Damit du mit deinem Hund das Alleine bleiben von Anfang an entspannt trainieren kannst, geben wir dir hier einen Überblick mit Tipps und Tricks.

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Überblick: Trennungsstress beim Hund

Es gibt eine Reihe verschiedener Arten, wie Hunde Trennungsangst zeigen. Die meisten Hunde zeigen dann mehrere dieser Verhaltensweisen:

  • Bellen, heulen, jaulen, winseln, fiepsen
  • Hecheln und speicheln
  • Allgemeine Unruhe und ständiges Hin- und Herlaufen
  • Kratzen an Türen und/oder Fenstern
  • Zerstörung von Möbeln oder Gegenständen
  • Urinieren/koten bis hin zum Übergeben

Meistens zeigen Hunde weiter ein aufgeregtes und angespanntes Verhalten, wenn sie nicht mehr alleine sind. Der Stress beim Alleine bleiben zieht sich also weiter durch den Tag. Es kann in diesem Fall Appetitlosigkeit oder Durchfall hinzukommen. Dies ist ein Zeichen, dass der gesamte Organismus des Hundes stark gestresst ist. Der Hund kann diesen Trennungsstress nicht selbst steuern, weshalb er unbedingt Hilfe benötigt.

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Idealerweise kann ein Hund das entspannte Alleinsein schon von klein auf und in einzelnen Schritten erlernen. Es sollte mit sehr kleinen Zeitabständen gearbeitet werden, um die Phasen entsprechend ausbauen zu können. Damit kann einer Trennungsangst vorgebeugt werden.

Tipps für entspanntes Alleine bleiben

Grundsätzlich solltest du darauf achten, dass dein Hund zuvor seinen Bedürfnissen nachgehen kann. Dein Vierbeiner sollte also ausgelastet sein und seine Geschäfte erledigt haben. Damit hast du bereits wichtige Voraussetzungen zum Alleine bleiben geschaffen. Dein Hund konnte seine Energie loswerden und ist im Idealfall müde und sehnt sich nach einer Ruhepause. Frust und Langeweile kommen dann erst gar nicht auf.

Für kurze Zeit den Raum verlassen

Hat sich dein Hund bereits ausgepowert und möchte sich nun ausruhen? Das ist die perfekte Gelegenheit, um das Alleinsein zu üben. Wenn sich dein Hund auf seinen Ruheplatz zurückzieht, verlässt du für eine kurze Zeit den Raum. Zu Beginn reicht oft schon eine Minute aus – schließlich soll dein Hund entspannt bleiben.

Aus dem Raum, aus dem Haus

Kann dein Hund einige Zeit entspannen, während du nicht im selben Raum bist, ist es Zeit für eine Steigerung. Dazu gehst du ähnlich vor, wie zu Beginn des Trainings. Allerdings verlässt du nun die Wohnung und schließt die Tür hinter dir. Damit wird jetzt auch die räumliche Distanz vergrößert. Verhält sich dein Hund währenddessen ruhig, kannst du die Dauer nach und nach steigern.

Routinen etablieren

Routinen und Rituale geben deinem Hund die nötige Sicherheit im Alltag. Durch die immer wiederkehrenden Abläufe weiß dein Hund, was als Nächstes passiert. Routinen bilden für deinen Hund gewissermaßen kleine Anker im Alltag, an denen er sich orientieren kann.

Für das Alleine bleiben gibt es viele mögliche Routinen. Beispielsweise geht ihr zuerst gemeinsam spazieren und zu Hause gibt es eine kleine Schmuseeinheit zur Entspannung. Danach gibt es ein Leckerli und du machst dich bereit, um die Wohnung zu verlassen.

In der Ruhe liegt die Kraft

Achte unbedingt darauf, dass auch du ruhig und gelassen bleibst. Das bedeutet, dass du deinen Hund nicht überschwänglich verabschiedest. Viele Hundehalter neigen dazu, dem eigenen Hund zu erklären, dass man bald zurückkommt und alles gut ist. Es folgen Küsschen, Umarmungen und weitere verbale Erklärungen der Situation. Leider ist deinem Hund damit jedoch nicht geholfen.

All diese vermeintlichen Kleinigkeiten bringen viel Unruhe und die Entspannung deines Hundes ist schnell dahin. Gleiches gilt auch für die Begrüßung beim Zurückkommen. Es fällt zwar schwer – doch die wilde Begrüßung zeugt nicht von einer alltäglichen Situation. Wir möchten schlussendlich, dass das zeitweise Alleine bleiben etwas Normales ist.

Den Raum begrenzen

Vielen Hunden ist damit geholfen, wenn sie während des Alleinseins räumlich eingeschränkt sind. Dieser begrenzte Raum dient dem Hund als sichere Zone. In diesem Bereich sollte natürlich alles hundesicher eingerichtet sein. Hier drohen dem Vierbeiner keine Gefahren. Wähle den begrenzten Bereich nach den Vorlieben deines Hundes aus. Dort wo er sich besonders gerne aufhält und sich gut entspannten kann ist der richtige Ort.

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Solche „Unfälle“ durch Beschäftigung vermeiden

Für Beschäftigung sorgen

Langeweile kann dafür sorgen, dass sich dein Hund selbstständig Beschäftigungsmöglichkeiten sucht. Das kann „nur“ das Bellen sein, es kann aber auch in Zerstörungswut enden. Dann könnten beispielsweise Kissen auseinandergenommen oder der Mülleimer genau inspiziert werden. Für ruhige Beschäftigung kann zum Beispiel ein Kauspielzeug sorgen. Die allermeisten Hunde sind äußerst engagiert, wenn es darum geht Leckeres aus einem Spielzeug restlos heraus zu schlecken.

Achtung: Lasse deinen Hund nie unbeaufsichtigt mit einem Knochen oder anderen Kausnacks alleine zurück. Er könnte sich daran verschlucken oder verletzen!

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Musik kann ablenken

Viele Hunde entspannen bei Radio oder TV besser, als bei vollkommener Stille. Lässt du Musik oder den Fernseher in der Regel laufen, wenn du zu Hause bist? Besonders dann bietet es sich an, deinem Hund diese Hintergrundbeschallung zu bieten, wenn er alleine ist. Die Geräuschkulisse lenkt ab und ist etwas Gewohntes für deinen Hund. Außerdem kann es dafür sorgen, dass sich dein Hund nicht so alleine fühlt.

Das Alleinsein langsam aufbauen

Wie du siehst, kannst du das Alleinbleiben mit deinem Hund sehr wohl üben. Generell solltest du das Alleinsein Schritt für Schritt aufbauen. In keinem Fall solltest du deinen Hund von dem einen auf den anderen Tag über Stunden hinweg alleine lassen.

Dadurch könnte sich schnell eine Trennungsangst entwickeln. Beim Training solltest du genau darauf achten, was für deinen Hund gut funktioniert. Es können oft Kleinigkeiten sein, die deinem Hund das Alleinbleiben erleichtern. Kleinschrittiges Training und angepasste Umstände sorgen dann für entspanntes Verweilen zu Hause, auch wenn du für einige Zeit nicht in der Nähe bist.

Damit auch du die nötige Sicherheit bekommst, kannst du während deiner Abwesenheit eine Kamera einschalten. Via App kannst du jederzeit schauen, wie es deinem Hund geht. Dadurch bleibst du generell entspannter, was sich wiederum auf deinen Hund überträgt. Außerdem musst du dadurch nicht ständig zurückkommen, um zu schauen, was dein Hund anstellt.

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Auch wenn ein Hund das Alleine bleiben entspannt meistert, sollte die Dauer so kurz wie möglich gehalten werden. Beispielsweise sollten unsere sozialen und gesellschaftsliebenden Hunde nicht über acht Stunden täglich auf sich gestellt sein. Für einen solchen Fall sollte Ausschau nach einer geeigneten Hundepension oder anderweitige Hundesittingmöglichkeiten gefunden werden.

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