Mobbing in der Hundegruppe

Oft wird geglaubt, dass Mobbing ein typisches Verhaltensphänomen bei Menschen ist. Ist von Mobbing die Sprache, denken daher die meisten Menschen zunächst an Schulkinder, die von ihren hundemobbingKlassenkameraden gequält werden oder an die Angestellte, deren Kollegen sie schikanieren. Mobbing beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Menschen, weswegen sich auch Hundehalter mit diesem Thema befassen sollten. Unter Hunden gibt es bei vorliegendem Mobbing zwei unterschiedliche Charaktere: Den „Mobber“ und den „Gemobbten“. Für beide ist Mobbing keine schöne Sache, wobei vor allem der Gemobbte sehr unter der Gängelei und Quälerei leiden kann. Auch wenn es oft heißt, Hunde müssen ihre Probleme untereinander ausmachen, ist für Hundehalter  im Mobbingfall Einschreiten und Handeln die Devise.

 

Welche Hunde können zu Mobbingopfern werden?

Allgemein kann es natürlich jedem Hund passieren, dass er in einer Gruppe gemobbt wird. Es gibt jedoch Eigenschaften und Merkmale, die einen Hund eher in die Rolle des Gemobbten treiben können. Hierzu zählen Hunde, die vorrangig ein ängstliches und schüchternes Auftreten haben. Sie signalisieren schon durch ihr Verhalten, dass sie leicht zu unterdrücken sind. Gleiches gilt für Hunde mit einer körperlichen Behinderung. Außerdem sind die Voraussetzungen für Mobbing gegeben, wenn ein Hund in eine bereits gewachsene Gruppe kommt und hier noch keinen festen Platz gefunden hat. Häufig berichten auch Halter sehr kleiner Hunde, dass andere Vierbeiner sich oft unfair und gemein verhalten.

Woran können Halter Mobbing erkennen?

Nicht jede Rangelei ist auch gleich Mobbing. Im Spiel wirkt das Verhalten von Hunden häufig einmal rabiat und grob. Hieran ist Mobbing jedoch nicht zu erkennen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Mobbing vorliegt, erkennen Hundehalter jedoch daran, dass sich die Hunde nicht spielerisch miteinander beschäftigen. Sie wechseln nicht die Rollen, weswegen einer stets  den anderen drangsaliert, der andere jedoch die ganze Zeit die Rolle des Untergeordneten einnimmt. Wird der eigene Hund also ständig von einem anderen gejagt, jagt diesen jedoch niemals seinerseits, so könnte durchaus Mobbing vorliegen. Umgekehrt erkennen auch Halter von mobbenden Hunden so, dass ihr Tier sich nicht richtig verhält.

Weitere Anzeichen für Mobbing sind ein eingezogener Schwanz und eine extrem unterwürfige Haltung seitens des Gemobbten. Außerdem suchen Mobbingopfer häufig Schutz bei ihrem Herrchen und trauen sich nicht, am Spiel der Hundegruppe teilzunehmen. Beobachten Hundehalter bei ihrem Hund mobbendes Verhalten oder auch die Verhaltensweisen eines gemobbten Hundes, so sollten sie eingreifen, da sich das Fehlverhalten sonst sehr stark manifestieren kann.

 

Was passiert, wenn nichts passiert?

Hund-mobbtLiegt Mobbing in einer Hundegruppe vor und sehen sich die Hundehalter nicht in der Pflicht, etwas zu unternehmen, kann das sowohl für den Mobber als auch für den Gemobbten Folgen haben. Der Mobber wird sich nicht dazu gezwungen fühlen, sein Verhalten zu ändern und seine Artgenossen nur weiter und oft auch schlimmer drangsalieren. Er erkennt, dass er sich durch das Quälen anderer Hunde ein gutes Gefühl beschaffen kann, das sein Belohnungszentrum anspricht. Der Gemobbte Hund wird im weiteren Verlauf spüren, dass er keine Unterstützung bekommt und dass sein Halter ihm keinen Schutz bieten kann. Dies kann sich auf die Psyche des Hundes auswirken. Er wird unter Umständen immer stärkere Ängste entwickeln und sich stark zurückziehen. Verhaltensauffälligkeiten und depressive Verstimmungen bei Hunden lassen sich oft auch auf Mobbing zurückführen.

 

Was können die Halter tun?
Erkennt ein Halter in der Hundegruppe Anzeichen für Mobbing, so sollte er die anderen Hundehalter darauf ansprechen. Da sich Hundehalter oft in ihrer persönlichen Ehre angegriffen fühlen, wenn der eigene Hund kritisiert wird, sollten alle darauf achten, nicht plötzlich selbst in ein Streitgespräch verwickelt zu werden. Wenn ein Hund mobbt, bedeutet das nicht, dass er von seinem Herrchen falsch behandelt wird.

mobbing-bei-hundenDer Halter eines mobbenden Hundes sollte diesen aus der Mobbingsituation nehmen. Dies funktioniert, indem er seinen Hund ruft und beruhigend auf ihn einwirkt. Der mobbende Hund wird durch sein Verhalten oftmals stark aufgeputscht, weswegen Entspannung in einer solchen Situation wichtig ist. Ein Hund, der sich beruhigen lässt und von seinem Mobbingopfer ablassen kann, kann dann wieder in die Gruppe gelassen werden. Zeigt sich sein Verhalten erneut, muss er jedoch sofort wieder gerufen werden. Manchmal hilft es, den betreffenden Hund eine Weile an der Leine zu führen, sodass er Abstand von der Situation gewinnen kann.

Der Halter eines gemobbten Hundes sollte zunächst dafür sorgen, dass sich der eigene Hund bei ihm geborgen fühlen kann. Es ist also wichtig, zuzulassen, dass der Hund sich hinter sein Herrchen stellt oder sich anschmiegt. Es hilft dem Hund, wenn sein Halter die Mobber entschieden abwehrt. Er spürt so, dass er bei seinem Herrchen sicher ist.

Es kommt darauf an, ob der eigene Hund ständig zu Mobbing neigt oder ob er immer gemobbt wird. Gerade bei Hunden, die bei jedem Zusammentreffen mit einer Hundegruppe gequält und drangsaliert werden, sollten Hundehalter auch darüber nachdenken, sich entweder einer neuen Gruppe anzuschließen und es dort erneut zu versuchen, oder den Hund künftig nicht mehr mit Gruppensituationen zu konfrontieren.

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ein Kommentar

  1. Wir haben drei Hunde und als die dritte Hundedame bei uns Einzug hielt, wurde sie von den anderen beiden auch gemobbt. Allerdings haben wir immer darauf geachtet, dass auch das jüngste Mitglied mit ins Körbchen darf, dass sie alles darf, was die anderen beiden eben auch dürfen. Im Laufe der Zeit haben die beiden Alteingesessenen die „Neue“ nur noch ignoriert – und heute sind sie ein Herz und eine Seele zusammen. Mit fremden Hunden ist das natürlich schwieriger, zumal es leider auch „seltsame“ herrchen und Frauchen gibt. Manche juckt das alles gar nicht. Leider.

    LG

    Martina

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