Schluss mit Betteln und Stehlen – Grenzen setzen für ein angenehmes Miteinander

Hund-bettelt-am-Tisch
Hund-bettelt-am-Tisch

Das Zusammenleben von Mensch und Hund ist manchmal kein Spaziergang. Immerhin treibt auch den bravsten Vierbeiner hin und wieder der Wunsch nach Macht zu störenden und unerwünschten Verhaltensweisen. Während es bei manchem Hund schon ein Fehler ist, ihm den heiß ersehnten Platz auf der Couch anzubieten, zeigt sich die hündische Lust auf Bestimmung bei manch anderem Vierbeiner ein wenig subtiler. Gerade bei Tisch ist es wichtig, dem eigenen Hund Grenzen zu setzen, denn Essen ist für Hunde mehr als nur die Befriedigung eines Bedürfnisses.

 

„Schau mich nicht so an“

Mancher Hundebesitzer kennt das bestimmt: Die Familie kommt zum gemütlichen Abendessen zusammen und versammelt sich um den Esstisch. Allen voran auch der Familienhund, der sein Interesse am Inhalt der Töpfe und Schalen kaum verbergen kann. Bleibt der Hund dennoch zurückhaltend und legt sich neben den Tisch, so können alle das gemeinsame Essen genießen. Verhält sich der Hund jedoch aufdringlich und stört die Essenden, beginnt eine nervige Prozedur. Manche

Diesem Blick widerstehen!
Dem Blick widerstehen!

Hunde versuchen es zunächst mit herzzerreißenden Blicken. Bei einem Blick in ihre Augen schmilzt das Herz des Herrchens beinahe sofort. Manchmal – und das geschieht gar nicht so selten – gibt es dann ein Stückchen Wurst, Brot oder sogar Nudelauflauf. Das kleine Bisschen kann immerhin nicht schaden. Dass hiermit jedoch für den Hund eine neue Ära anbricht, ist vielen Hundehaltern gar nicht bewusst. Der Hund versteht das gerade erhaltene Häppchen als Beweis für seine Macht. Er hat es tatsächlich geschafft, im familiären Machtgefüge aufzusteigen und wird von nun an einfordern, was ihm offensichtlich zusteht. So beginnt er mit dem Winseln, Sabbern und manchmal auch Bellen, während die Familie in Ruhe essen möchte. Gelegentlich geht es sogar so weit, dass der Hund mit seinen Pfoten an den Beinen der Sitzenden scharrt, oder auf den Schoß zu gelangen versucht, um endlich seinen wohlverdienten Anteil zu bekommen. Ganz gewitzte Hunde stehlen dann sogar. Hilflose  Herrchen beugen sich, denn sie wollen eigentlich nur ihre Ruhe. Dass hiermit jedoch das Betteln noch deutlich schlimmer werden kann, ist ihnen nicht bewusst. Was also tun, um dieses leidige Verhalten zu unterbinden?

 

Konsequenz ist das A und O

Auch wenn es für den Hundehalter nur ein unbedeutender Wurstzipfel oder das kleine Stückchen Brotkruste ist, bedeutet es dem Hund viel mehr. Ein Hund ist nicht in der Lage zu unterscheiden, ob das Leckerchen, das er erhält, gleichwertig zum Familienessen ist. In aller Konsequenz müssen Hundebesitzer also das Füttern bei Tisch, während des Kochens und in der Küche einstellen. Ein Hund, der einmal mit dem Betteln begonnen hat, wird dies bei entsprechendem Verhalten auch wieder lassen. Dies ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass es bisweilen einige Zeit dauern kann, bis der Hund verstanden hat. Die gesamte Familie muss in diesen Abgewöhnungsprozess einbezogen werden. Werden die Kinder schwach, so ist der Fortschritt dahin. Zu Beginn der Abgewöhnung sollten also alle Familienmitglieder über den Plan in Kenntnis gesetzt werden und jeder muss sich an das konsequente Verbieten halten. Erhält der Hund dann trotz ausdauernden Bettelns wieder und wieder kein leckeres Stück Essen, so wird er die Sinnhaftigkeit seines Verhaltens bald selbst in Zweifel ziehen. Es scheint einfach nichts zu bringen und wenn er noch so bemitleidenswert winselt und starrt.

 

Hund-betteltDa das Essen für einen Hund gleichbedeutend mit Macht ist, muss der Hundehalter auch bei Tisch seine übergeordnete Position in der Familie verdeutlichen. Ein klares und vor allem nicht in höchsten Tönen gesäuseltes „NEIN!“ macht klar, wer hier der Boss ist. Wer seinen Hund jedoch füttert und ihm so seine Forderungen erfüllt, der ordnet sich kurzerhand unter.

Hunde, die sich während der Essenszeit nur allzu nervtötend verhalten und scheinbar unbelehrbar an der Erfüllung ihrer Essenslust arbeiten, dürfen ruhig des Raumes verwiesen werden. Dies kann helfen, dem Hund seinen tatsächlichen Platz in der familiären Rangordnung aufzuzeigen. Prophylaktisch kann der Hund schon vor dem Essen auf seinen Platz geschickt werden. Mit dem klassischen „Bleib!“ muss er dort nun verharren, bis er die Erlaubnis zum Aufstehen erhält. Komme, was da wolle. Lehnt er sich dennoch auf, so muss er die Essenszeit vor der Terrassentür verbringen. Manchem Hundebesitzer tut die Abweisung seines Hundes im Herzen weh. Dies sollte jedoch kein Grund sein, nachgiebig zu reagieren. Immerhin geben Grenzen einem Hund die Sicherheit, die er im Leben mit dem „Familienrudel“ braucht.

Wichtig! Fällt das konsequente Verhalten schwer, so können sich Hundehalter mit einer neuen Sichtweise von dem Durchziehen der Erziehungsmaßnahme selbst überzeugen. Das Essen, das der Hund bei Tisch erhält, ist kein Hundefutter. Es kann dem Hund sogar ernsthaft schaden. Besitzer mit Zweifeln und einem allzu weichen Herzen sollten sich das unbedingt bewusst machen. Letztlich möchte niemand seinem Tier Schaden zufügen.

 

„Wo ist die Wurst?“

Besonders lästig ist es, wenn der Hund seine Grenzen bezüglich herumstehenden Essens nicht kennt. Ein Teller Chips auf dem Couchtisch, die Bratwurst auf der Arbeitsplatte in der Küche oder auch das leckere Picknick bei einem gemeinsamen Ausflug – auf all das erhebt der Hund seinen ganz persönlichen Anspruch und nimmt sich, was er will. Stehlende Hunde können anstrengend sein, denn immerhin scheint vor ihnen nichts sicher. Doch auch das regelmäßige Klauen kann abgewöhnt werden, sofern konsequentes Training erfolgt.

Dies funktioniert ganz bequem im eigenen Zuhause. Während der Hundehalter ein leckeres Stück Wurst auf einem Teller mitten auf dem Couchtisch platziert, wittert der Hund bereits seine Chance. Am Besitzer ist es nun, das Verhalten zu erkennen. Nähert sich der Hund dem Teller und will er sich das Stückchen Wurst einverleiben, überrascht das Herrchen ihn mit einem grollenden „NEIN!“ und macht seine Pläne somit zunichte. Einmaliges Üben verspricht selbstverständlich noch keinen Erfolg, sodass die Anti-Diebstahl Maßnahme durchaus mehrere Tage in

Hunde brauchen ihre Grenzen
Hund brauchen ihre Grenze

Anspruch genommen werden muss. Eine Steigerung der konsequenten Trainingsmaßnahme ist es, wenn Herrchen oder Frauchen das Wohnzimmer sogar verlässt. Mit einem verstohlenen Blick durch den Türspalt beobachtet der Halter den Hund. Sobald dieser sich etwas stehlen möchte, kommt der Überraschungseffekt. Der Halter muss seinem Hund klar und deutlich beweisen, dass das Klau-Verbot auch dann noch gilt, wenn er alleine mit der Leckerei ist.

 

Der Sicherheitsaspekt

Ein weiterer Grund für das Abgewöhnen von unerlaubtem Fressen ist die Sicherheit des Hundes. Auch außerhalb der eigenen vier Wände sollten Hundebesitzer trainieren. Dies funktioniert, indem der Halter ein Leckerli auf den Boden fallen lässt und dem Hund klar und deutlich verbietet, es zu fressen. Erst bei der Freigabe durch das Herrchen kann genüsslich zugeschnappt werden. Durch dieses Training vermeiden Hundehalter eine besondere Gefahr. Da immer häufiger von Giftködern berichtet wird, die Hundefeinde im Feld verteilen, sind ungezügelte Hunde besonders gefährdet. Eine Vergiftung, die häufig zum Tod des Tieres führt, vermeiden Hundehalter also, indem sie ihren Hund nur dann etwas fressen lassen, wenn sie es klar erlauben. Der Hund wird dieses Wissen auch bei zufällig gefundenen Leckereien anwenden und die Halter haben die Möglichkeit, den gefährlichen Fund zu sichern und andere Hundehalter zu warnen.

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