So maßregelt man Hunde richtig

Für ein möglichst entspanntes Zusammenleben braucht es Regeln. Dies gilt nicht nur für menschliche, sondern auch für tierische Mitbewohner. Und damit der Hund auch weiß, welches Verhalten gewünscht ist, muss er dieses unbedingt lernen – und zwar von Herrchen bzw. Frauchen. Das Setzen von Grenzen ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Regeln sorgen nicht dafür, dass sich die Beziehung zum Tier verschlechtert… auch, wenn viele genau das befürchten. Stattdessen sorgen Regeln dafür, dass auch die Hunde von einem sicheren, geschützten Rahmen profitieren.

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Das Maßregeln spielt hier eine enorm wichtige Rolle. Damit genau das gelingen kann, ist es wichtig, einige Details zu kennen. Wie funktioniert richtiges Maßregeln? Was sollte beachtet werden? Und welche Rolle spielen Belohnungen im Umgang mit dem Hund?

Fest steht: Wer in der Hundeerziehung nachgiebig ist, riskiert, dass das Zusammenleben im Laufe der Zeit immer schwieriger wird. Und keine Sorge! Auch Hunde maßregeln sich untereinander. Hierbei handelt es sich definitiv um kein Charakteristikum, das ausschließlich in der Mensch-Hund-Beziehung vorkommen würde.

Ab wann werden junge Hunde gemaßregelt?

Schon Welpen im Alter von etwa vier Wochen lernen, was es bedeutet, sich an die Regeln des Rudels halten zu müssen. Zu dieser Zeit fällt dann auch der so oft zitierte „Welpenschutz“ weg. Wer hier – gerade den älteren Tieren gegenüber – zu frech ist, riskiert einen „Rüffel“.

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Die größeren Hunde werfen die „kleinen Rabauken“ dann um und halten sie am Boden fest. Manchmal umfasst auch die Schnauze des älteren Tieres die Schnauze des kleineren. Ernsthafte Verletzungen gibt es hierbei so gut wie nie. Vielmehr handelt es sich um die Botschaft „Bis hierher, aber nicht weiter!“. Und genau das wird in den allermeisten Fällen auch schnell verstanden.

So sollte der Mensch seinen Hund maßregeln

Im ersten Schritt ist es wichtig, dem Hund zu zeigen, welches Verhalten erwünscht und welches verboten ist. Wer die Regeln nicht kennt, kann sie nicht befolgen. Früher setzte man in diesem Zusammenhang (leider) immer wieder auf Strafen, um den Hund zum „Untertanen“ zu machen. Die Folge: Der Hund fühlte sich gestresst und versuchte, zu lernen. Oft brauchte es hierfür jedoch eine Weile, da das Tier so sehr unter dem Stress litt, dass es sich nicht auf das Lernen konzentrieren konnte.

Weitaus besser und effektiver ist es, beim Maßregeln bzw. beim Vermitteln von Regeln auf Belohnungen zu setzen. So macht das Lernen auch gleich noch ein wenig mehr Spaß.

Kurz: Wer seinem Hund etwas beibringen möchte, sollte immer auf die Macht der positiven Verstärkung setzen. Das Grundprinzip ist klar: Macht der Hund etwas richtig, wird er belohnt. Wenn er etwas falsch macht, wird er ignoriert.

Hier hilft es sehr, sich mit dem Charakter eines durchschnittlichen Hundes auseinanderzusetzen, um zu verstehen, warum genau diese Taktik aufgeht. Den meisten Hunden ist es unglaublich wichtig, ihren Besitzern zu gefallen. Sie möchten „etwas richtig machen“. Wenn sie dann auch noch in den Genuss eines Vorteils (zum Beispiel in Form eines Leckerchens) kommen, ist für sie die Welt oft in Ordnung. Eine tolle Grundlage für eine liebevolle, aber dennoch konsequente Erziehung! Unter anderem kann ein Vibrationshalsband helfen unerwünschte Verhaltensweisen abzutrainieren!

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Hin und wieder braucht es auch Strafen

Auch wenn es sich viele wünschen würden: Hundeerziehung ohne Strafen kann nicht funktionieren. Selbstverständlich gilt es in diesem Zusammenhang, zwischen „Strafen“ und „Strafen“ zu unterscheiden. Es sollte niemals darum gehen, den Willen der Tiere zu brechen oder deren Persönlichkeit zu beeinflussen. Typische Strafen, mit denen unter anderem auch viele Hundetrainer arbeiten, sind:

  • das Unterbrechen des Spiels
  • Ignorieren.

So bemerkt der Hund vergleichsweise schnell, dass er etwas falsch gemacht hat und versucht, das Verhalten, das bestraft wurde, zu vermeiden. Danach kann das Spiel selbstverständlich weitergehen. Wichtig ist es in jedem Fall, derartige Strafen richtig und zeitnah einzusetzen. Das Tier muss die Möglichkeit haben, eine Verbindung zwischen seinem Verhalten und der Strafe ziehen zu können. Ansonsten kann sich kein erzieherischer Effekt einstellen.

Auch hier lohnt es sich wieder, sich zu fragen, wie die Mutterhündin ihre Welpen maßregelt. In solchen Fällen geht alles meist sehr schnell. Der ausgewachsene Hund schubst den kleinen zur Seite. Dieser erschreckt und stoppt das jeweilige Verhalten. Für den Menschen bedeutet dies: Nicht viel Drama um die Situation machen, zeitnah tadeln und abwarten, was passiert. Als besonders effektiv erweist es sich in der Regel, besagtes Tadeln unter anderem auch mit einem akustischen Reiz, zum Beispiel einem lauten „Aus!“, zu verbinden.

Wie bereits erwähnt, ist der Hund jedoch nicht nur darauf bedacht, dem Besitzer zu gefallen, sondern interessiert sich auch für seinen eigenen Vorteil. Daher bietet es sich an, ihm eine tolle (!) Alternative anzubieten. Hat er das unerwünschte Verhalten eingestellt, kann er mit seinem Lieblingsspielzeug belohnt werden.

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Spielstopp

Die – teilweise wirklich – grausamen Erziehungsmethoden, die früher noch in der Hundeerziehung eine Rolle gespielt haben, sind überholt. Heute spielt der individuelle Charakter des Tieres eine weitaus wichtigere Rolle, als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Schläge sind in der heutigen Zeit selbstverständlich ebenso tabu, wie gewaltsames Reißen an der Leine oder ähnliches. Sie mögen im ersten Moment zwar dazu führen, dass der Hund so reagiert, wie Herrchen oder Frauchen es möchte. Auf lange Sicht stellen derartigen Maßregelungen jedoch einen schlimmen Vertrauensbruch dar. Die Folge: Die Hunde reagieren aus Angst und nicht, weil sie das gewünschte Verhalten erlernt hätten.

Auch laute Befehle und Beschimpfungen helfen nicht weiter. Sie führen lediglich dazu, dass der Hund lernt, akustische Signale dieser Art irgendwann zu ignorieren. Der anfängliche Schockmoment schwindet immer mehr, so dass es für das Tier „normal“ wird, dass Herrchen oder Frauchen brüllt.

Warum schalten Hunde auf „Durchzug“?

„Er hört gut, aber er folgt nicht!“ – Viele Hundebesitzer kennen diesen Spruch nur zu gut. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum ein Hund sich seinem Besitzer widersetzt bzw. einfach nicht auf Befehle reagiert. Die folgenden Ursachen kommen für die „Befehlsverweigerung“ in Frage.

Pubertät

Nicht nur für den Menschen handelt es sich hierbei um eine große Herausforderung. Etwa ab dem fünften Monat ist auch bei Hunden die Zeit der Pubertät angebrochen. Den betroffenen Tieren fällt es zu dieser Zeit schwer, sich zu konzentrieren. Manche Kommandos, die über Wochen gesessen haben, lösen sich plötzlich in Luft auf. Der Grund: Die Hunde versuchen, im Rudel aufzusteigen und testen aus, wie weit sie gehen können.

Diese Zeit kann besonders anstrengend sein. Aber: Die Tiere agieren nicht so, weil sie bösartig wären. Hierbei handelt es sich um ein vollkommen normales, natürliches Verhalten.

Schlechte Laune

Jeder hat mal einen schlechten Tag. Auch Hunde. Manchmal fühlen sich die Tiere schlapp, sind müde oder haben keine Lust, nach der Pfeife des Herrchens (oder Frauchens) zu tanzen. In solchen Fällen ist es absolut in Ordnung, am nächsten Tag weiter zu trainieren. Nur dann, wenn ein Training Spaß macht, ist es auch effektiv.

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Taubheit

Auch Hunde können im Alter taub werden. In diesem Fall sind sie körperlich schlicht nicht mehr dazu in der Lage, so gut wie früher zu hören. Dies zeigt sich vor allem dann, wenn die Distanz zwischen Tier und Besitzer zu groß ist und ein „Bei Fuß!“ oder ein „Platz!“ einfach nicht mehr verstanden werden können. Die gute Nachricht: Auch viele alte Tiere sind noch sehr lernfähig! Hier kann es helfen, auf der Basis von Handzeichen zu trainieren. Für die Diagnose einer Taubheit (oder zumindest einer Schwerhörigkeit) braucht es natürlich die Diagnose vom Arzt.

Überforderung

Manche Hunde fühlen sich beim Erlenen neuer Übungen einfach überfordert. Sollte ein entsprechender Verdacht vorliegen, ist es sinnvoll, besagte Übungen in einzelne Etappen zu unterteilen. Auf diese Weise fällt es vielen Tieren oft deutlich leichter, am Ball zu bleiben. Zudem kann auch eine ruhige Umgebung dabei helfen, sich besser zu konzentrieren. Je besser sich der Hund konzentrieren kann, desto leichter wird es ihm in der Regel auch fallen, die Übung zu verstehen.

Trotz

Es gibt durchaus einige Hunderassen, die die Geduld ihrer Besitzer auf die Probe stellen können, wenn es darum geht, Tricks zu lernen. Wer den Tatsachen ins Auge sieht, muss hier schnell feststellen, dass viele Rassen bzw. Exemplare einfach keine Lust haben, auf ihren Besitzer zu hören. Meist gibt sich das Ganze, wenn die Tiere den Sinn der Übung verstehen. Gleichzeitig braucht es natürlich auch gerade hier Konsequenz.

Wenn äußere Gegebenheiten dafür sorgen, dass der Hund immer wieder gemaßregelt werden muss

Nicht immer liegt es am Hund, wenn dieser die Befehle, die ihm erteilt werden, nicht befolgt. Hin und wieder ist auch die „andere Seite der Leine“ schuld.

Fehlende Konsequenz

Bei ihr handelt es sich um einen der Grundpfeiler der Hundeerziehung: Konsequenz. Besonders wichtig ist, dass jedoch nicht nur ein Familienmitglied, sondern alle mitziehen, wenn es darum geht, den Hund zu erziehen. Ein typisches Beispiel: Ein Hund wird nicht damit aufhören, am Tisch zu betteln, weil er von Frauchen ignoriert wird, solange Herrchen sich immer wieder aufs Neue dazu entschließt, ihn vom Teller zu füttern. Bei einer konsequenten Hundeerziehung sind alle gefragt – auch die Kinder.

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Falsche Alternativen

Der Hund soll nicht mehr an den Schuhen nagen? In diesem Fall ist es wichtig, ihm eine möglichst attraktive Alternative zu bieten. Was als „attraktiv“ empfunden wird, ist von Tier zu Tier unterschiedlich. Diejenigen, die ihren Hund besonders gut kennen, sind hier natürlich im Vorteil. Falsche Belohnungen in Form nicht-attraktiver Spielzeuge, Leckerchen und Co. können dafür sorgen, dass sich der Hund dazu entschließt, sich doch lieber dem Schuh zu widmen.

Das bedeutet: Jeder Hund, der eine Alternative geboten bekommt, muss diese – im Vergleich zur ursprünglichen Situation – als Vorteil ansehen.

Falsches Maßregeln

Auch Maßregeln will gelernt sein. Im Idealfall wird so korrigiert, dass keine Missverständnisse zwischen Mensch und Tier entstehen. Und genau hierbei handelt es sich um eine besondere Herausforderung. Denn: Menschen- und Hundesprache unterscheiden sich teilweise deutlich voneinander. Auch hier hilft es weiter, auf den Spaß an der Ablenkung zu setzen, anstatt das Tier über Minuten anzuschreien.

Die Ablenkung sorgt dafür, dass beim Tier kein Stress aufgebaut wird und er sich besser auf das gewünschte Verhalten konzentrieren kann.

Fazit

Richtiges Maßregeln von Hunden ist extrem wichtig, wenn es darum geht, die Basis für ein entspanntes Zusammenleben zu schaffen. Zwischen dem Maßregeln von früher und heute liegen jedoch Welten. Und genau deswegen verbinden viele Menschen mit Strafen auch immer noch negative Assoziationen.

Wer auf Alternativen, Spielunterbrechungen und Ignorieren bei falschem Verhalten setzt und dem Hund so beibringt, was erwünscht ist (und was nicht), schafft einen sicheren Rahmen für sein Tier. Die Folge: Ein entspannter Hund und ein friedvolles Zusammenleben, das auf Respekt und Teamgeist und NICHT auf Angst aufbaut. 

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