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Alternative Methoden in der Tiermedizin

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf ein umstrittenes Thema: Wie alternativ darf Medizin sein und wo hört Medizin auf? Gerade bei Tieren sind Behandlungsverfahren noch nicht so weit fortgeschritten und erforscht wie beim Menschen, sodass starke Nebenwirkungen auftreten oder manche Erkrankungen gar nicht behandelbar sind. Ob operative Eingriffe notwendig oder erfolgversprechend sind, ist für den Laien nicht immer erkennbar, bei pharmazeutischen Wirkstoffen sieht es ähnlich aus. Wie schützt man sich vor unseriöser Geldmacherei und wem schenkt man sein Vertrauen?

Schlüsselwort Evidenz

Evidenzbasierte Medizin funktioniert nach simplen Prinzipien: Sie muss im Experiment, d. h. in breiten wissenschaftlichen Studien, beweisen, dass sie über den Placeboeffekt hinaus wirksam ist. Natürlich kann man auch von einer Placebobehandlung profitieren, denn positive Effekte bei der Gabe wirkstoffloser Präparate lassen sich auch bei Haustieren und Kleinkindern zeigen, ohne dass diese das Konzept “Medikament” überhaupt verstünden. Aber als Haustierhalter hat man natürlich den Anspruch, seinem Liebling mit der besten aller möglichen Optionen zu helfen.
Es gibt den etwas launigen Spruch “Wie nennt man alternative Medizin, deren Wirkung bewiesen ist? – Medizin!” Dieser sagt eigentlich alles, was zu dem Thema wissen sollte. Übrigens sind die Chancen, Rückerstattungen über eine passende Tierkrankenversicherung zu erhalten, bei evidenzbasierter Medizin deutlich größer!

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Homöopathie

Die Homöopathie gilt als sanfte Form der Behandlung, die keine Nebenwirkungen hat und drum besonders bei Tierhaltern beliebt ist, die sich vor negativen und unerwünschten Effekten von Medikamenten sorgen. So weit so gut. Aber keine Nebenwirkungen zu haben ist in diesem Fall damit verbunden, keine Wirkung zu haben und fundamentalen naturwissenschaftlichen Prinzipien zu widersprechen. Wer keine evidenzbasierten Mittel einsetzen will, sollte sein Geld nicht für Hokuspokus-Medizin ausgeben, sondern lieber dem lokalen Tierheim spenden oder seinem Tier hochwertiges Spielzeug, eine gesunde Ernährung oder Einrichtungsartikel kaufen.

Wie alternativ sind Naturheilmittel?

naturheilmittel hund


Traditionelle Naturheilmittel wie z. B. die Phytotherapie, d. h. die Anwendung von Heilkräutern sind dagegen keineswegs wirkungslos. Die Inhaltsstoffe von Heilpflanzen, ätherischen Ölen und ähnlichen Mitteln sind gut untersucht und in ihrer Wirksamkeit oft vergleichbar mit synthetischen Substanzen. Dennoch sollte man bedenken, dass auch diese “Natur”-Medikamente nicht frei von Nebenwirkungen sein müssen. Außerdem ist darauf hinzuweisen, dass Homöopathie keine naturheilkundlichen Prinzipien verwendet, sondern das Gegenteil. Die Phytotherapie basiert auf der Beobachtung von Wirkungen und kann ganz traditionell mit verblindeten placebokontrollierten Studien überprüft werden – genau hiergegen wehren sich die Homöopathen.

CBD-Öl für Haustiere


Als relativ junger Wirkstoff muss CBD gelten, obwohl die Behandlung mit Hanfextrakten natürlich zu den ältesten Verfahren der Phytotherapie gehört. Jedoch hat sich die Qualität des extrahierten CBD Öl deutlich gebessert und es wurden enorme Fortschritte beim Verständnis der Wirkprinzipien und der chemischen Eigenschaften der Substanzen selbst gemacht. So weiß man heute, dass sich im natürlichen Zustand des Öls vor allem Cannabidiolsäure befindet, die erst durch Decarboxylierung in CBD überführt werden muss. Ist dieser Schritt erfolgreich, verbessern sich sowohl Verträglichkeit als auch Wirksamkeit des Extraktes. Dadurch kann die Dosierung geringer ausfallen und eventuelle Nebenwirkungen lassen sich vermeiden.

cbd hunde


Eingesetzt werden kann CBD-Öl bei einer Vielzahl von Beschwerden, von Unruhe über Schmerzen, Hautproblemen, Entzündungen, Verdauungsproblemen oder neurologischen Erkrankungen. Lassen Sie sich von Experten beraten, welche Dosierung passend ist und wie sie bei Anfang der Verwendung die eingesetzte Menge schrittweise erhöhen.

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ein Kommentar

  1. Danke für den tollen Beitrag! Ich muss zugeben, ich stehe ebenfalls natürlichen Heilmitteln bisher immer eher skeptisch gegenüber, für Mensch und Tier. Das CBD Öl interessiert mich für meinen Tomy aber nun doch auch…Ihr habt von eventuellen Nebenwirkungen gesprochen, was kann ich mir denn darunter vorstellen?? In welchem Ausmaß fallen diese aus? Ich möchte nicht, dass die Nebenwirkungen die positiven Wirkungen übertrumpfen…Und wie sieht es mit Kosten aus? Das wird ja vermutlich auch von keiner Versicherung übernommen, oder??

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