Erste Hilfe: Einen Hund vor dem Ersticken retten

Als Hundebesitzer hofft man, nie in eine solche Situation zu kommen: Der Hund droht zu ersticken. Viele Tierliebhaber verdrängen ein solches Thema, denn es ist alles andere als schön. Doch was ist, wenn der Hund tatsächlich Erstickungsanzeichen zeigt? Schnell kann ein Hund in eine solche Notlage kommen. Zunächst kaut er genüsslich an einem Schuh, nimmt draußen etwas ins Maul oder beschäftigt sich mit einem Kauartikel. Verschluckt er ein Stück davon, kann es in seinem Hals steckenbleiben und ihm die Luft nehmen.

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So erkennst du die Notlage deines Hundes

Bekommen Hunde keine Luft, zeigen sie deutliche Anzeichen. Sie geraten schnell in Panik, was natürlich nachvollziehbar ist. Allerdings benötigt ein panischer Hund noch mehr Sauerstoff, als ohnehin schon. Bist du dir unsicher, ob sich ein Erstickungsanfall ankündigt, versuche deinen Hund zu beruhigen. Neben der auslösenden Panik, gibt es weitere Anzeichen des Erstickens:

  • kratzen an Hals und Maul, ggf. mit einem Winseln oder Jaulen
  • Kopf und Hals werden tief gehalten, dein Hund giert nach Luft
  • würgen und/oder husten
  • starkes Speicheln
  • dein Hund kann nicht schlucken
  • Zunge und/oder Zahnfleisch verfärben sich bläulich
  • Der Brustkorb deines Hundes bewegt sich schnell auf und ab
  • Im fortgeschrittenen Stadium: Zusammenbruch/Bewusstlosigkeit

Oft lässt sich nicht erkennen, ob ein Fremdkörper die Ursache für die Atemnot sein könnte. Manchmal ist es allerdings offensichtlich, so dass der Übeltäter bereits von außen sichtbar ist.

Bist du dir nicht sicher, ob dein Hund wirklich keine Luft mehr bekommt, versuche ihn zum Schlucken zu animieren. Massiere dazu sanft die Kehle deines Hundes oder biete ihm ein Leckerchen an. Ändert sich das Verhalten deines Hundes und er hat geschluckt, handelt es sich nicht um einen akuten Erstickungsanfall. Möglicherweise steckte ein Krümelchen in seinem Hals und er hat sich lediglich verschluckt oder unwohl gefühlt. Dies kennen wir Menschen schließlich auch – nachdem wir einen Schluck Wasser getrunken haben, ist der Spuk schon wieder vorbei.

Jede Sekunde zählt

Für den Ernstfall sollte jeder Hundebesitzer wissen, was zu tun ist, um den Vierbeiner vor dem Ersticken retten zu können. Kann der Hund nicht mehr atmen, dauert der Weg zum Tierarzt viel zu lange. Du musst also selbst handeln, um deinen Hund vor dem Ersticken zu retten.

Wenn dein Hund hustet, kann ein Fremdkörper unter Umständen selbst herausgeworfen werden. Beobachte, wie sich dein Hund dabei verhält. Bemerkst du, dass er dabei keine Luft bekommt, musst du unterstützen.  Sei dir bewusst, dass dein Hund in einer solchen Situation unter Umständen aus Panik zubeißen könnte.

  • Das Maul öffnen

Wenn du in Maul und Hals deines Hundes schaust, entdeckst du am besten, ob ein Fremdkörper das Atmen blockiert. Halt dazu den Oberkiefer mit einer Hand fest und stülpe seine Lefzen über die oberen Zähne. Mit der zweiten Hand drückst du den Unterkiefer leicht hinunter, bis sich das Maul öffnet. Bestenfalls unterstützt dich eine weitere Person, um mit einer Taschenlampe in Maulhöhle und Hals zu leuchten und den Kopf deines Hundes festzuhalten.

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Entdeckst du den Fremdkörper, gilt es ihn zu entfernen. Es eignet sich dafür am besten eine Zange oder ähnliches. Achte darauf, dass der Fremdkörper versehentlich nicht noch tiefer in die Kehle rutscht. Nehme den Übeltäter vorsichtig aus dem Maul deines Hundes hinaus und lasse deinen Hund sein Maul wieder schließen. Beobachte danach, ob dein Hund nun wieder gut atmen kann. Schließlich kann es passieren, dass sich ein weiteres Stück im Hals befindet.

  • Auf den Rücken klopfen

Verschluckt sich ein Mensch, hilft es häufig schon, wenn man ihm kräftig auf den Rücken klopft. Ähnlich verhält es sich auch bei unseren Vierbeinern. Klopfe deinem Hund dazu einige Male kräftig mit dem Handballen zwischen die Schulterblätter. Besonders bei einem kleineren Hund solltest du darauf achten, dass du nicht zu kräftig schlägst, da sich der Hund dabei verletzen könnte.

  • Erdanziehung nutzen

Deinen kleinen oder leichten Hund kannst du an den Hinterbeinen halten und ihn kopfüber leicht schütteln oder schwingen. In vielen Fällen ist dem Hund damit bereits geholfen. Einen großen oder schweren Hund kannst du ebenfalls an den Hinterbeinen halten, wobei die Vorderpfoten jedoch auf dem Boden bleiben.

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  • Der Heimlich-Griff

Besteht Lebensgefahr für das Tier, kannst du den Heimlich-Griff anwenden. Es besteht hierbei jedoch Verletzungsgefahr für den Hund, weshalb dieses Manöver nur bei akuter Atemnot zur Anwendung kommen sollte. Für den Heimlich-Griff legst du einen Arm um den Bauch deines Hundes, und zwar knapp unter dem Brustkorb. Forme deine Hand zur Faust und lege jetzt den anderen Arm um den Bauch. Du drückst nun mit der flachen Hand ruckartig auf die Faust. Wiederhole dieses Manöver, bis der Fremdkörper ausgespuckt wird. Es ist hierbei etwas Fingerspitzengefühl gefragt, da innere Organe oder die Rippen verletzt werden könnten.

Ist der akute Notfall zunächst überwunden, solltest du deinen Hund bestenfalls beim Tierarzt vorstellen. Besonders nach einem schwerwiegenden Erstickungsanfall sollten danach die Vitalwerte deines Hundes überprüft werden. Zudem besteht die Möglichkeit, dass sich dein Hund innerlich verletzt haben könnte. Je nach eingeleiteten Erste-Hilfe-Maßnahmen könnten Rippen oder innere Organe in Mitleidenschaft gezogen worden sein.

Vorbeugung

Natürlich kann man als Hundebesitzer nicht in jeder Minute des Tages überprüfen, was der Hund gerade macht. Besteht die Möglichkeit, dass dein Hund potenziell gefährliche Gegenstände aus dem Haushalt ins Maul nehmen könnte, versuche dies in jedem Fall zu verhindern.

Achte bei Kauartikeln wie zum Beispiel Knochen darauf, dass dein Hund das gute Stück nicht unbeaufsichtigt bearbeitet. Im Fall der Fälle kannst du so schnell reagieren und deinem Hund helfen. Bei der Auswahl von Hundespielzeug gilt es, vor allem die Größe passend für deinen Hund auszusuchen. Hast du beispielsweise einen recht großen Hund, solltest du ihm kein Spielzeug für sehr kleine Hunde anbieten.

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Kaputte Spielzeuge sollten entfernt werden- Kleinteile können zu Erstickungen führen

Die meisten Hundespielzeuge gibt es aufgrund dessen in verschiedenen Größen oder auch unterschiedlichen Härtegraden. Neben der Größe ist für Hunderassen mit hoher Beißkraft die Beschaffenheit des Materials wichtig. So sieht das Spielzeug bei dem einen Vierbeiner nach Wochen noch wie neu aus, ein anderer Hund hingegen hat das Toy bereits nach einigen Minuten zerlegt. Ein zerstörtes Spielzeug birgt dann eine besonders hohe Gefahr, verschluckt zu werden oder die Luftröhre zu blockieren.

Wir wünschen dir, dass du nicht in eine solche Notsituation kommst und deinen Hund nicht vor dem Ersticken retten musst. Für den Ernstfall ist es dennoch überaus wichtig zu wissen, was zu tun wäre. Schlimmstenfalls kommt es hier auf Sekunden oder Minuten an. Wir empfehlen, die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen für den Hund zu kennen.

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