Forschung: Warum große Hunde kürzer leben

Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Hunderasse wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Obwohl rassespezifische Erkrankungen dabei durchaus eine Rolle spielen, scheint der Grund für ein kürzeres oder längeres Leben weitaus offensichtlicher zu sein. So zeigt sich bei der Betrachtung unterschiedlicher Rassen, dass kleinere Hunde meist deutlich länger leben als große. Einen Blick hinter diese Beobachtung geworfen haben nun auch Forscher aus den USA und liefern eine einleuchtende Erklärung.

Schnelles Wachstum sorgt für Stress 

An der Colgate University in New York beschäftigten sich die Forscher Alex Ionescu und Josh Winward mit der Lebenserwartung unterschiedlicher Hunderassen. Im Zentrum ihrer Arbeit stand dabei die Frage, warum große Hunde deutlich früher sterben als ihre kleinen Verwandten. Um dies herauszufinden, untersuchten die Forscher Gewebeproben von insgesamt achtzig Hunden. Unter den Tieren waren sowohl Welpen als auch ausgewachsene Vierbeiner. Bei den Analysen der Gewebeproben konzentrierten sich die Forscher vor allem auf freie Radikale und solche Stoffwechselprodukte, die auf oxidativen Stress hinweisen.

 

Er wird noch viel wachsen.

Während der Gehalt an freien Radikalen bei ausgewachsenen Hunden sich sowohl bei kleinen als auch bei großen Exemplaren in einem vergleichbaren Rahmen bewegte, zeigten sich bei Welpen deutliche Unterschiede. So enthielten die Zellen von Welpen großer Hunderassen wie Irish Wolfhound oder Dogge deutlich mehr freie Radikale als die von Chihuahuas oder Pinschern. Die Ursache hierfür liegt laut Ionescu und Winward im schnelleren Wachstum der großen Hunderassen. Da der Stoffwechsel großer Hunde aufgrund des stark beschleunigten Wachstums zu Höchstleistung angetrieben wird, entsteht oxidativer Stress, der wiederum die Zellen innerhalb des Hundekörpers schädigt.

 

Die Auswirkungen im späteren Hundeleben

Entstehen bei großen Hunden also während der Wachstumsphase Zellschäden, so bleiben diese auch dann noch erhalten, wenn der Hund längst ausgewachsen ist. Dies führt nach Angaben der Forscher letztlich dazu, dass große Hunderassen schneller altern und dementsprechend früher sterben. Bei kleinen Hunden, bei denen der Größenunterschied zwischen Welpe und ausgewachsenem Körperbau weitaus geringer ist, bewegen sich diese Zellschädigungen in einem deutlich niedrigeren Bereich. Sie altern dementsprechend langsamer und erreichen ein höheres Alter.

Auch wenn die Forschung in diesem Bereich noch nicht weit fortgeschritten ist, gelten die in New York gewonnenen Erkenntnisse als wichtig. Sie könnten unter anderem auch weiteren Forschungsarbeiten als Grundlage dienen und letztlich sogar dabei helfen, die Ursachen für Krebs und andere Erkrankungen noch detaillierter zu untersuchen.

Hier ein paar Beispiele über die durchschnittliche Lebenserwartung mancher Rassen:

Englische Bulldogge – 7 bis 10 Jahre
Bernhardiner – 8 bis 10 Jahre
Rottweiler – 8 bis 10 Jahre
Deutsche Dogge – 6 bis 8 Jahre
Neufundländer – 9 bis 11 Jahre
Boxer – 10 bis 12 Jahre
Weimaraner – 10 bis 12 Jahre
Französische Bulldogge – 10 bis 12 Jahre
Chow Chow – 9 bis 12 Jahre
Dalmatiner – 10 bis 13 Jahre
Berner Sennenhund – 11 bis 13 Jahre
Golden Retriever – 11 bis 13 Jahre
Labrador Retriever – 12 bis 13 Jahre
Deutscher Schäferhund – 11 bis 13 Jahre
Mops – 12 bis 15 Jahre
Beagle – 12 bis 15 Jahre
Chihuahua – 12 bis 15 Jahre
Dobermann – 12 bis 13 Jahre
Jack Russel Terrier – 13 bis 15 Jahre
Border Collie – 13 bis 16 Jahre
Cocker Spaniel – 13 bis 16 Jahre
Pudel – 13 bis 16 Jahre
Dackel– 14 bis 18 Jahre

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