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Hilfe! Mein Hund ist nicht mehr stubenrein!

Dass ein junger Welpe nicht direkt stubenrein ist und dass dementsprechend hin und wieder ein Malheur passieren kann, wissen auch Hundeanfänger. War ein Hund jedoch über Jahre hinweg stubenrein und ändert sich genau das auf einmal, können hierfür unterschiedliche Gründe verantwortlich sein.

Fest steht: Hier stimmt etwas nicht. Hunde, die einmal gelernt haben, ihr Geschäft draußen zu verrichten, gewöhnen sich dies in der Regel nicht einfach wieder ab. Ganz nebenbei handelt es sich bei einem Hund, der auf einmal nicht mehr stubenrein ist, auch für Frauchen und Herrchen um eine herausfordernde Situation.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass es eigentlich nicht schwer ist, zumindest die genaue Ursache des Problems festzustellen. Steht diese fest, ist es oft leicht, entgegenzuwirken. Selbstverständlich kann hier unter anderem auch der Tierarzt des Vertrauens weiterhelfen.

Aber: Niemand kennt einen Hund so gut wie sein Besitzer. Daher ist es im ersten Schritt natürlich immer sinnvoll, sich selbst auf die Suche nach der Ursache zu begeben und zu überlegen: „Was könnte passiert sein?“.

Der Hund ist nicht mehr stubenrein? Mögliche Ursachen

Wie bereits erwähnt: Wenn ein Hund „von jetzt auf gleich“ nicht mehr stubenrein ist, gibt es hierfür keine standardisierte Ursache. Vor allem Erkrankungen, viel Stress oder aufregende Situationen können dazu führen, dass die Tiere sich in der Wohnung entleeren. Fest steht: Dieses Verhalten sollte auf keinen Fall ignoriert werden. Immerhin kann sich auch eine ernste Ursache hinter der Stuben-un-reinheit verbergen. 

Wenn eine gesundheitliche Ursache laut Tierarzt ausgeschlossen werden kann, kann auch oft ein Hundetrainer weiterhelfen. Je nach Angebot besuchen diese die Familien zuhause und schauen sich so das Umfeld und das Verhalten des Tieres genau an. Auf diese Weise lassen sich oft noch besser Rückschlüsse auf die Ursachen ziehen.

Die folgenden Abschnitte zeigen auf, welche Probleme letztendlich dafür sorgen können, dass sich der Hund in den eigenen vier Wänden erleichtert.

Möglichkeit Nr. 1: Unsicherheit

Im tierischen Alltag können verschiedene Gründe dafür sorgen, dass ein Hund unsicher wird. Vielleicht hat sich eine Routine verändert? Schon kleine Neuerungen im Tagesablauf können bei Hunden für Stress – und dementsprechend auch für Unsicherheit – sorgen.

Weitere klassische Beispiele, die die Unsicherheit sensibler (und übrigens auch weniger sensibler) Tiere befeuern können, sind unter anderem:

  • ein Umzug und eine dementsprechend neue Umgebung
  • der Einzug eines neuen Haustieres
  • längere Phasen am Tag, in denen der Hund allein ist
  • neue Einrichtungsgegenstände (auch wenn Veränderungen dieser Art für den Halter eher „banal“ wirken mögen).

Hundehalter wissen: Jedes Tier ist anders. Dementsprechend gibt es auch bei den vermeintlich „selbstbewussten Rassen“ immer wieder Ausnahmen. Gerade auch Hunde aus dem Tierschutz, die eine entsprechend „spannende“ Lebensgeschichte mitbringen, kann es sein, dass Unsicherheiten schneller auftreten als bei anderen Hunden. Daher ist es hier – gerade zu Beginn, aber auch immer wieder zwischendurch – wichtig, Vertrauen aufzubauen und zu halten. Je gefestigter die Verbindung zwischen Herrchen bzw. Frauchen und Hund ist, desto niedriger ist das Risiko, dass Veränderungen einen nachhaltigen Einfluss auf die Sicherheit der Tiere haben.

Möglichkeit Nr. 2: Krankheiten

Macht der Hund nicht nur einmal, sondern immer wieder (und über einen längeren Zeitraum) in die Wohnung, ist es möglich, dass hinter dem unsauberen Verhalten eine Krankheit steckt. Daher ist es wichtig, die betreffenden Tiere im Zweifel immer einem Tierarzt vorzustellen. Dieser kann herausfinden, ob ein gesundheitliches Problem vorliegt.

Ein klassisches Beispiel: Viele Hunde, die in die Wohnung machen, leiden unter einer Blasenentzündung und sind dementsprechend nicht dazu in der Lage, ihren Harndrang zu kontrollieren. Nach außen zeigt sich dieses Beschwerdebild anhand eines sehr penetranten Uringeruchs. Oft ist in solchen Fällen im Urin auch Blut enthalten. Möglicherweise liegt jedoch auch eine Nierenkrankheit vor. Auch Diabetes kann sich in Unsauberkeit zeigen.

Kurz: Es gibt mehrere Ursachen aus dem medizinischen Bereich, die in solchen Fällen möglich wären. Klarheit bringt nur ein Besuch beim Tierarzt.

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Möglichkeit Nr. 3: Angst, allein zu sein

Die Angst davor, allein zu sein, ist bei Hunden nicht zwangsläufig im Charakter verankert. Oftmals können auch einschneidende Erlebnisse dafür sorgen, dass sich die Tiere plötzlich nicht mehr wohlfühlen, wenn Herrchen oder Frauchen die Wohnung verlässt.

Die betreffenden Tiere fühlen sich in solchen Fällen oft so gestresst, dass sie vergessen, ihre Blase zu kontrollieren und diese in den eigenen vier Wänden entleeren. Aber: Trennungsangst lässt sich vergleichsweise gut behandeln. Ein Besuch beim Hundetrainer kann oft weiterhelfen.

Möglichkeit Nr. 4: Freude

Es müssen nicht nur die negativen Gefühle sein, die dafür sorgen, dass ein Hund im Laufe der Zeit unsauber wird. Manchmal pieseln Tiere in die Wohnung, wenn sie sich darüber freuen, dass ihr Besitzer bzw. ihre Besitzerin wieder nach Hause kommt. In diesem Fall heißt es: üben, üben, üben. Je mehr der Hund an das Abschied nehmen und das nach Hause kommen gewöhnt ist, desto entspannter wird er (meist) schlussendlich auch sein.

Übrigens: Junge Hunde scheinen mit Hinblick auf diesen Ausdruck der Freude anfälliger zu sein als ältere Hunde. Klar: Im Welpenalter ist immerhin noch alles neu und aufregend. Die Kontrolle der Blase steht hier auf der „To-Do-Liste“ eher hinten.

Bei einem Hund, der derart aus sich heraus kommt, ist es sinnvoll, sich selbst beim Nachhausekommen etwas zurückzuhalten, um die Situation nicht unnötig aufzuschaukeln. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Tier ignoriert werden muss. Aber: Je aufgedrehter Herrchen oder Frauchen ist, desto aufgeregter wird meist auch der Hund.

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Möglichkeit Nr. 5: Der Hund möchte sein Revier markieren

Es kann unter anderem auch an dem Einzug eines Zweithundes oder an einer veränderten Umgebung liegen, dass sich ein Hund dazu entscheidet, zu markieren. Oft ist mit besagtem Markierverhalten auch eine gewisse Art von Unsicherheit verbunden. Oftmals beginnen Hunde auch, in die Wohnung zu machen, nachdem ein Kind geboren wurde. Die Tiere wissen dann auf einmal nicht mehr, welche Rolle sie innerhalb der Familie einnehmen und versuchen, sich zu behaupten und ihr „Revier abzustecken“.

Manche Hunde reagieren hier empfindlicher als andere. Besonders sensible Tiere beginnen beispielsweise, in der Wohnung zu markieren, wenn ein fremder Hund einen Ausflug in den eigenen Garten gewagt hat.

Fazit

Vor allem dann, wenn ein Hund über mehrere Tage unsauber ist und sich keine Ursache finden lässt, ist es wichtig, im ersten Schritt abzuklären, dass keine Krankheit für das Verhalten verantwortlich ist. Ein Besuch beim Tierarzt hilft hier weiter.

Sollte dieser bestätigen, dass kein medizinischer Grund als Auslöser in Frage kommt, ist es wichtig, einen Schritt weiter zu gehen und sich zu fragen, was sich verändert hat oder was den Hund verunsichern könnte. Da es sich bei jedem Hund jedoch um ein Individuum handelt, wäre es falsch, hier nach Standards vorzugehen. Denn: Natürlich können auch mehrere (oder andere) Ursachen der Grund für die Unsauberkeit sein.

Fest steht: Kein Hund pieselt in die Wohnung, um Herrchen oder Frauchen zu ärgern. Vielmehr ist es die Aufgabe der Besitzer bzw. der Besitzerinnen, herauszufinden, was dafür gesorgt hat, dass ihr Tier so reagiert. Wurde die Ursache gefunden und bekämpft, gestaltet sich das Zusammenleben meist auch wieder deutlich entspannter.

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