Insektenstich beim Hund – Was jetzt hilft

Endlich Sommer! Spätestens zu diesem Zeitpunkt drängt es Hund und Halter noch mehr in die freie Natur. Die einen genießen den Aufenthalt im Garten, die anderen unternehmen ausgedehnte Spaziergänge mit dem Hund. Doch der Sommer ist auch Hochsaison für Bienen, Wespen und Hornissen. Schnappt der Vierbeiner nach herumschwirrenden Insekten, kann das verheerende Folgen nach sich ziehen. Ein Insektenstich ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann sich schnell zum Notfall entwickeln.

Erkennungsmerkmale von Insektenstichen

Prinzipiell sind alle Hunde der Gefahr von Insektenstichen ausgesetzt. Besonders gefährdet sind jedoch junge, verspielte Hunde, die mit Neugier ihre Welt erkunden. Die Flattertierchen erwecken zusätzlich den Jagdinstinkt der Vierbeiner.

Oftmals bemerken Hundebesitzer erst im Nachhinein, dass ihr Liebling bereits Bekanntschaft mit einem stechenden Wesen hatte. Leckt er sich immerzu, speichelt intensiv oder jault plötzlich auf, sollte man der Sache nachgehen. Auch ein häufiges Anheben der Pfote deutet nicht immer auf einen Fremdkörper hin. Hierbei kann es sich durchaus um einen Insektenstich handeln. Frauchen und Herrchen sollten Ihren Liebling sofort auf Schwellungen und Rötungen absuchen. Idealerweise ist bereits die Einstichstelle erkennbar. Erkennungsmerkmal eines Bienenstiches ist der Stachel, der durch den Widerhaken während des Stechvorganges in der Haut zurückbleibt. Wespen, Hummeln und Hornissen hingegen können mehrmals stechen. Sie hinterlassen jedoch keinen Stachel.

Symptome beim Hund

Je nach betroffener Körperstelle variieren die Symptome in unterschiedlichem Maße. In der Regel tritt an jeder Einstichstelle zunächst eine Schwellung auf. Schwellungen im Gesicht lassen sich vorzugsweise durch den Vergleich beider Gesichtshälften feststellen.

Würgen, Husten und Sabbern sind Reaktionen, die sich auf ein weiteres Arenal richten. Bei einem Stich in die Maulhöhle, den Hals- oder Rachenbereich kann die Schwellung zu Atembeschwerden und Erstickungssymptomen führen. Mitunter tritt sogar Bewusstlosigkeit ein.

Neben einer örtlich begrenzten Auswirkung können Vierbeiner auch allergisch auf Insektenstiche reagieren. Die Intensität derartiger Reaktionen steigert sich oftmals mit Zunahme der Stiche und führt in manchen Fällen zu einem anaphylaktischen Schock. Dieser zeigt sich mit Symptomen von blassen Schleimhäuten, schnellem Puls und einer flachen Atmung.

Die Hautschwellungen können sich bei einer verstärkten Reaktion auf Wespen- oder Bienengift auch in Form von Quaddeln über den ganzen Hundekörper verteilen. Ergänzend zu den wichtigsten Schockorganen beim Vierbeiner zählen neben der Haut auch die Leber und der Darm. Durchfall und Erbrechen sind die Folge. Weiterhin können sich Kreislaufstörungen bemerkbar machen, bei denen der Hund durchweg kalte Gliedmaßen aufweist.

 

Sofortmaßnahmen nach einem Insektenstich!

In den meisten Fällen verläuft der Insektenstich harmlos. Der Hundebesitzer sollte grundsätzlich Ruhe bewahren und nicht in Hektik verfallen. Der Stress überträgt sich sonst auf den Vierbeiner, der durch sein sensibles Gespür womöglich noch intensiver reagieren kann.

Die Einstichstelle muss schnellstmöglich behandelt werden. Befindet sich der Bienenstachel noch in der Haut, kann dieser vorsichtig mit einer Pinzette entfernt werden. Danach muss die Stelle gekühlt werden. Hier helfen fließendes Wasser, Kühlpads oder ein Eispack, der mit dünnem Stoff wie beispielsweise Küchentücher umwickelt wird. Achten Sie darauf, dass die entsprechenden Kühlelemente niemals direkt mit der Haut des Hundes in Berührung kommen! Es besteht sonst die Gefahr von Erfrierungen! Sollte der Liebling vorab instinktiv an der Einstichstelle herumlecken, ist das durchaus sinnvoll. Speichel ist zwar nicht antiseptisch und der Mundraum voller Bakterien, aber im Gegenteil zum Menschen fällt im Hundemaul der Anteil an Bakterien um ein Vielfaches geringer aus. Demnach sorgt der Speichel bereits für etwas Abkühlung und entfernt geringe Schmutzpartikel aus der Wunde.

Gleichzeitig haben sich auch Hausmittel bewährt, die jedoch nur bei harmlosen, äußerlichen Stichen Anwendung finden. Zum Abklingen der Schwellung hilft eine angeschnittene Zwiebel, die vorsichtig auf die Einstichstelle gelegt wird. Die Wunde kann ebenfalls mit etwas verdünntem Essigwasser abgetupft werden.

Stiche im Mund- und Rachenraum

Jetzt muss alles schnell gehen! Besonders Gärten, Obstbäume, die Flora in Parkanlagen oder Standorte von Mülleimern bieten beste Lebensbedingungen für Insekten aller Art. Bello würde sicherlich einige Jagderfolge erzielen, doch zu welchem Preis?

Kommt es zu einem Insektenstich im Maul- und Rachenbereich, kann es kritisch werden. Es zählt jede Minute! Durch die hervorragend durchblutete Schleimhaut verteilt sich das Insektengift blitzschnell im Organismus und lässt die betreffenden Areale anschwellen. Es besteht Erstickungsgefahr! Die Schwellung muss sofort gekühlt und der Tierarzt aufgesucht werden. Sofern das Insekt oder dessen Überreste greifbar sind, umso besser! Anhand des Insektes kann der Arzt detaillierter feststellen, um welches Gift es sich handelt und ein passendes Gegenmittel verabreichen.

Anaphylaktischen Schock – sofort zum Arzt!

Einige Vierbeiner reagieren allergisch auf bestimmte Insektenstiche und neigen zu einem anaphylaktischen Schock. Neben Schlappheit, Fieber und Taumeln kann es sogar zur Bewusstlosigkeit kommen. Ob es sich jedoch tatsächlich um einen allergischen Schock handelt, kann nur der Tierarzt feststellen. Dennoch muss das Tier auf schnellstem Wege in eine Praxis gebracht werden.

Notwendige Tipps zur Vorgehensweise

Stellt sicher, dass die Klinik oder Praxis auch geöffnet hat!
Erkundigt Euch vorab beim Tiermediziner nach weiteren Notfallmaßnahmen während des Transportes!
Ist man selbst zu aufgeregt oder mit dieser Situation total überfordert, sollte eine andere Person die Fahrt übernehmen! Während dieser Zeit kann man beruhigend auf seinen Liebling einwirken und ihm weitere kühlende Umschläge verabreichen.

Insektenjagd – wie abgewöhnen?

Der Jagdtrieb beinhaltet die Jagd auf alles, was sich bewegt – eben auch auf Insekten. Dieser Trieb ist eine natürliche Verhaltensweise, die ursprünglich dem Überleben galt. Sie ist genetisch programmiert und somit fest im Erbgut des Hundes verankert. Gleichzeitig werden bei jedem Hinterherhetzen Endorphine freigesetzt, die auf den Vierbeiner wie ein belohnender Rausch wirken. Dadurch bleibt der Hund von Natur aus ständig motiviert, auch wenn die Jagd erfolglos ist.

Eine Abgewöhnung dieses Triebes ist demnach kaum möglich. Allerdings kann eine konsequente Erziehung im Welpenalter speziell den Run auf Insekten einschränken. Trifft der Welpe erstmalig auf ein Insekt, möchte er es logischerweise auch fangen. Wir Menschen beobachten seine Vorgehensweise mit Freude. Die Tollpatschigkeit und die unbeholfene Art des kleinen Kerls sorgt für etliche Lacher, wobei sich die Freude auch auf das Tier überträgt. Er spürt, dass dieses tolle Spiel nicht nur ihm persönlich Glücksmomente beschert, sondern auch Frauchen und Herrchen prima gefallen. Der Mensch neigt dazu, ihn für diese Neugier zu loben oder den kleinen süßen Fratz gar beim Fang einer Fliege zu belohnen. Genau das ist der Knackpunkt! Damit unterstützen wir den Vierbeiner in seiner Lernerfahrung. Besser ist es, dies zu unterbinden! Was zu diesem Zeitpunkt noch niedlich erscheint, kann sich später schnell zu einem großen Problem entwickeln.

Wichtiger Ratschlag: Beim Beibringen der Grundkommandos sollte ein klares Abbruchsignal nicht fehlen. Ein „Nein“ oder „Stopp“ reicht völlig aus, um den Anfängen von Schnappversuchen nach Wespen oder Bienen entgegenzuwirken. Trotzdem sollte der Besitzer seinen kleinen Racker ständig im Auge behalten, damit er nicht unbeaufsichtigt doch noch seine Chance nutzt und zuschnappt.

Kleiner Tipp am Rande!

Um den Bienen und Wespen kein Versteck im Futternapf zu bieten, sollte dieser nach jeder Mahlzeit komplett gereinigt werden. Ebenfalls wichtig sind tägliche Kontrollen des Wassernapfes auf Insekten!

Hat der Hund bereits allergische Reaktionen gezeigt, kann der Tierarzt ein Notfallset mit antiallergenen Medikamenten bereitstellen. Somit ist der Halter bei einem erneuten Stich gewappnet und kann diese im Notfall seiner Fellnase sofort verabreichen.

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