Zwei Hunde sterben nach Zeckenbiss

Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit locken Zecken an. Doch wie gefährlich sind die Tiere tatsächlich? Die Gefahr, am lebensbedrohlichen FSME-Virus zu erkranken, sei vor allem im Norden Deutschlands gering. Der letzte Fall wurde im Jahr 2012 dokumentiert. Doch nun hat die „Tierärztliche Hochschule“ (TiHo) mit einer Aussendung schockiert: Zwei in Hannover infizierte Hunde starben – durch eine von Zecken ausgelöste – Hirnhautentzündung. Es handelte sich dabei um einen dreijährigen Bernhardiner und einen zwölf Jahre alten Mischling.

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Welche Gefahr geht tatsächlich von den Zecken aus?

Zecken können Krankheiten übertragen – die Frage ist nur, welche? Sie beherbergen unterschiedliche Erreger, wobei eine Vielzahl Viren übertragen, die bei Tieren und Menschen die gefürchtete Gehirnentzündung auslösen. Im vergangene Halbjahr dokumentierte man an der „Tierärztlichen Hochschule Hannover“ (TiHo) zwei Fälle von FSME – der zentraleuropäischen Zeckenenzephalitis, die auch als Frühsommer-Meningoenzephalitis bekannt ist. Die Patienten waren Hunde; ein Mischling mit 12 Jahren und ein Bernhardiner im Alter von drei Jahren. Tierärztin Dr. Jasmin Nessler und Professorin Dr. Andrea Tipold führten die Behandlungen durch. Beide Medizinerinnen warenzecke-im-fell durchaus erstaunt – schlussendlich haben die beiden Tiere nie den norddeutschen Raum verlassen. Ein Gebiet, in dem es eigentlich kaum Zecken, noch FSME-Fälle gab. Der letzte dokumentierte Fall ist aus dem Jahr 2012 – damals handelte es sich um einen Menschen. Bei beiden Hunden wurde eine Enzephalomyelitis diagnostiziert, die auch für beide Tiere tödlich verlief. Wolfgang Baumgärtner, Mitarbeiter des Instituts der Pathologie, bestätigte, dass es sich um das gefährliche Virus handelte: Das Virus wurde mittels Spezialfärbung nachgewiesen.

Hat sich das Virus weiterentwickelt?

„Es ist das erste Mal, dass Hunde betroffen sind“, so die Medizinerinnen aus der TiHo. Normalerweise seien Hunde gegen die Erreger resistent. Man vermutet, dass sie jedoch an einer Immunschwäche litten, die dazu geführt hat, dass eine Hirnhautentzündung überhaupt entstehen konnte. Derzeit überprüfen die Forscher, ob es mitunter ein bekannter Erreger ist oder es sich tatsächlich um eine weiterentwickelte, noch gefährlichere Form handle, die noch nicht entdeckt wurde.

Risikogebiete: Österreich, Schweden und Süddeutschland

Die Hunde litten an den typischen Symptomen: Fieber, Bewegungsstörungen, Lähmungen, Schwäche und Krampfanfälle waren ihren Begleiter. Auch Menschen klagen über jene Symptome, wenn sie von Zecken gebissen werden, die FSME übertragen. Der Vorteil, den der Mensch hat, ist die Impfung gegen FSME. „Die Impfstoffe sind gut und bieten einen Schutz bis zu acht Jahren“, so eine Medizinerin des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes. Vor allem wenn der Urlaub in Risikogebieten – darunter zählen Schweden, Süddeutschland und Österreich – geplant wird, sollte man sich im Vorfeld impfen lassen. Auch für Hunde gibt es sogenannte Zeckenhalsbänder.

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Auch jene sollen vor starken Zeckenbefall schützen. Doch wer sich mit FSME infiziert, muss nicht unbedingt eine Rückenmark-Erkrankung oder Hirnhautentzündung bekommen. Zu 90 Prozent verläuft die Erkrankung beinahe unbemerkt; die Patienten klagen über dieselben Symptome, die auch im Rahmen eines grippalen Infekts auftreten.

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