Wie Hunde Bettwanzen zu Leibe rücken – Bettwanzenspürhunde

Hunde sind für den Menschen dank ihrer feinen Nase in vielen Bereichen eine unersetzliche Hilfe. Sie spüren Drogen, Schimmel oder vermisste Personen auf und erledigen diese Aufgaben Bettwanzenspuerhundedeutlich schneller und effektiver, als es der Mensch je könnte. Sogar im Kampf gegen die kleinen Bettwanzen, die zu einem immer größeren Problem werden, setzen Fachbetriebe und Schädlingsbekämpfer immer häufiger Hunde ein. Wie ein Bettwanzenspürhund arbeitet und wie die Ausbildung abläuft, ist dabei für jeden Hundefreund interessant.

 

Was sind Bettwanzen?

Bei Bettwanzen handelt es sich um sehr kleine Parasiten, die häufig nicht größer als fünf Millimeter werden. So gering ihre Körpergröße auch ist, so lästig können Bettwanzen jedoch bei einem Befall sein. Dies liegt vor allem daran, dass sich Bettwanzen durchaus rasant vermehren können. Die Weibchen legen ihre Eier in schmale Ritzen und Zwischenräume, wo sich neue Wanzen schon nach kurzer Zeit entwickelt haben. Zudem sind Bettwanzen äußerst robust. Sie halten es problemlos ein ganzes Jahr lang ohne Nahrung aus.

Ein Befall mit Bettwanzen wird häufig viel zu spät erkannt. Die kleinen Blutsauger verstecken sich in schmalen Zwischenräumen und drängen sich während des Tages so eng zusammen, dass der Mensch sie mit bloßem Auge kaum erkennen kann. Und zeigt sich dennoch einmal eine Wanze, so liegt in aller Regel bereits ein starker Befall vor. In der Nacht kommen die Bettwanzen dann aus ihren Verstecken und beißen den Menschen. Gerötete und geschwollene Bissstellen sind ein Indiz für einen Bettwanzenbefall.

Bei der Bekämpfung erweisen sich Bettwanzen als äußerst hartnäckig. Wer selbst versucht, die kleinen Tiere loszuwerden, sorgt daher in der Regel für eine Verschlimmerung des Problems. Dann können sich die Wanzen sogar in der gesamten Wohnung ausbreiten und sich praktisch überall vermehren. Es ist daher wichtig, so schnell wie möglich zu handeln, wenn ein Befall mit Bettwanzen vermutet wird.

Fakt ist auch, dass Bettwanzen kein Indiz für eine mangelhafte Hygiene sind. Es ist insbesondere der Tourismus, der die kleinen Blutsauger in alle Welt verteilt. Bettwanzen gelangen dabei zumeist in das Gepäck der Reisenden und werden so in Flugzeuge und Wohnungen getragen. Daher ist es nicht nur möglich, sich im Hotel Bettwanzen zu holen, sondern auch während des Fluges in den Urlaub. Werden Bettwanzen nicht aufgespürt und bekämpft, entwickeln sie sich innerhalb kürzester Zeit zu einer Plage mit weltweitem Ausmaß.

 

Warum Hunde im Kampf gegen Bettwanzen so hilfreich sind

Wie bereits erwähnt, ist das menschliche Auge nicht dazu in der Lage, Bettwanzen zuverlässig aufzuspüren. Mit speziell ausgebildeten Spürhunden, die die Wanzen dank ihres sensiblen Geruchssinnes erkennen können, ist daher eine deutlich schnellere Feststellung der kleinen Parasiten möglich. Bettwanzenspürhunde können die Wanzen anhand ihres leicht süßlichen Duftes schnell von anderen Gerüchen in der Umgebung unterscheiden. Sie arbeiten hierbei so genau, dass sie nicht nur die Nester der Parasiten aufspüren, sondern auch einzelne Tiere sofort erkennen. Auch wenn unklar ist, ob sich Bettwanzen bereits auf mehrere Räume ausgebreitet haben, kann ein Bettwanzenspürhund hilfreich sein. Er erkennt binnen kürzester Zeit, welche Wege die Wanzen in der Wohnung nehmen und wo sie sich aufhalten. So kann die Bekämpfungsmaßnahme weitaus zielgerichteter und vor allem gründlicher erfolgen. Hierfür braucht ein Bettwanzenspürhund nichts weiter als seine Nase. Es müssen weder Möbelstücke verschoben, noch Matratzen angehoben werden, um seine Arbeit zu ermöglichen.

Daher kommen Bettwanzenspürhunde heute an zahlreichen verschiedenen Orten zum Einsatz. In Privatwohnungen, in Flugzeugen und auch in Hotels und Jugendherbergen werden die Hunde von ihrem Hundeführer bei der Arbeit betreut. Ihre Arbeit dient dabei nicht nur der Hilfestellung im akuten Fall, sondern auch der Vorbeugung. Viele Hotels und Fluggesellschaften lassen heute Bettwanzenhunde in regelmäßigen Abständen ihre Räumlichkeiten und Flugzeuge untersuchen, um einen Befall so früh wie möglich erkennen zu können.

Die Ausbildung zum Bettwanzen-Spürhund

Damit ein Hund zum Bettwanzenspürhund ausgebildet werden kann, braucht es vor allen Dingen Geduld und konsequente Arbeit. Es ist vorteilhaft, wenn der künftige Spürhund schon vor seiner Ausbildung verspielt und neugierig ist, da sich die Suche nach den Parasiten so leichter erlernen lässt. Mit kleinen Belohnungen werden die Hunde dann darauf konditioniert, Bettwanzen aufzuspüren und ihren Fund entsprechend anzuzeigen. Ein solider Grundgehorsam ist für die Ausbildung zum Bettwanzenspürhund ebenfalls unabdingbar.

Bettwanze
Die Bettwanze

Während seiner Ausbildung kommt ein künftiger Bettwanzenspürhund mit mehreren Arten der Parasiten in Verbindung. So lernt er, nicht nur einen Bettwanzen-Stamm zu identifizieren, sondern seine Suche möglichst breitgefächert durchzuführen. Der Hundeführer muss über einen langen Zeitraum immer wieder mit seinem Tier üben und konsequent bei der Sache bleiben. Bis der Hund dann zum Bettwanzenspürhund ernannt werden kann, vergehen in der Regel zwischen neun und 18 Monaten.

Doch nicht nur der Hund muss bei der Ausbildung viel Neues lernen. Auch der Halter selbst befasst sich mit dem individuellen Anzeigeverhalten seines Tieres und lernt so, die Zeichen seines Vierbeiners besser zu deuten. Ob sich der Hund bei einem Fund hinsetzt, ablegt oder leicht mit der Pfote scharrt, kann dabei ganz unterschiedlich sein. Außerdem braucht auch der Hundeführer einige Theoriestunden rund um die Biologie der Bettwanzen.

Am Schluss der Ausbildung ist der Hund in der Lage, Bettwanzen und ihre Nester aufzuspüren, während sein Halter Betroffenen wichtige Tipps und Ratschläge geben kann. Im Team sind Bettwanzenhunde und ihr Hundeführer daher die effektivste Lösungsmöglichkeit, wenn es um den Verdacht eines Bettwanzenbefalls geht.

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