Othämatom (Blutohr)

Unter einem Othämatom versteht man eine Ansammlung von Blut (Bluterguss) im Bereich der Innenseite der Ohrmuschel des Hundes. Ein Othämatom kann durch äußere Einwirkung, aber auch durch heftiges Kopfschütteln entstehen, und meist geht dem Problem eine Grunderkrankung des Hundeohrs voraus.

Akutes Blutohr beim Hund. Bildquelle: By Hundehalter (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons
Akutes Blutohr beim Hund. Bildquelle: By Hundehalter (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons
Hunderassen mit herabhängenden Ohren sind etwas häufiger betroffen als solche mit Stehohren.

 

Krankheitsbild

Charakteristisch für ein Othämatom ist die Blutansammlung zwischen Haut und Knorpelschicht oder auch nur innerhalb der Knorpelschicht des Hundeohrs.

Je nach Ausmaß der Blutansammlung ist diese von außen meist gut zu fühlen und häufig auch als Schwellung sichtbar. Die Schwellung fühlt sich weich bis derb an, die Haut darüber ist gespannt, manchmal gerötet und die betroffene Stelle kann sich warm anfühlen.

Hunde, die an einem Othämatom leiden, zeigen häufig Schmerzen bei Berührung des Bereiches, und auch vermehrtes Kratzen am Ohr, Kopfschütteln oder Schiefhalten des Kopfes können vorkommen.

Häufig gehen der Entstehung eines Othämatoms Grunderkrankungen des Ohrs wie beispielsweise eine Entzündung des Außenohrs (Otitis externa) voran, bei denen der Hund durch den Juckreiz und/oder die Schmerzen seine Ohren vermehrt schüttelt oder mit der Pfote von außen bearbeitet. Auch eine traumatische Einwirkung von außen, wie etwa eine Bissverletzung, kann zu einem Othämatom führen.

In selteneren Fällen kann auch eine Störung der Blutgerinnung zur Entstehung eines Blutohrs beitragen, und auch Autoimmunerkrankungen werden als mögliche Ursache diskutiert.

 

Diagnostik

Ein Othämatom ist für den Tierarzt in der Regel bereits durch Betrachten und Betasten der betroffenen Stelle unter Einbeziehung des Vorberichtes und der sonstigen Befunde am Ohr gut erkennbar. Schwellungen anderer Ursache können durch die Entnahme einer Probe des Inhalts von einem Blutohr abgegrenzt werden. Besteht der Verdacht auf das Vorliegen einer Blutgerinnungsstörung (Koagulopathie) oder eine Verminderte Anzahl von Blutplättchen (Thrombozytopenie), so kann dies durch eine Blutuntersuchung abgeklärt werden.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung des Othämatoms beinhaltet die Therapie der Grunderkrankung des Ohrs, um die Ursache für das Kratzen bzw. Schütteln abzustellen.

Ohrenentzündungen werden dabei je nach Ursache mit speziellen Medikamenten, die in das Ohr eingeträufelt werden, behandelt. Abhängig von der Entzündungsursache sind unter Umständen weitere Medikamente erforderlich (z. B. Medikamente gegen Milben oder systemisch wirksame Antibiotika; siehe auch Ohrmilbenbefall).

Liegt eine Bissverletzung vor, so muss der Hund neben der Wundversorgung ein Antibiotikum und gegebenenfalls ein Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung erhalten.

Parallel dazu muss das Othämatom an sich behandelt werden. Hier richtet sich die Vorgehensweise nach der Ausprägung des Blutergusses:

-Kleinere Othämatome können meist durch ein- oder mehrmalige Punktion (Hineinstechen mit einer Kanüle und Abziehen der blutigen Flüssigkeit mit einer Spritze) behandelt werden. Der Hund erhält ein Schmerzmittel, einen Entzündungshemmer und einen komprimierenden Verband, der regelmäßig gewechselt werden muss.

-Größere Othämatome müssen häufig in Narkose operativ behandelt werden. Hierzu führt der Tierarzt einen Schnitt an der Innenseite der Ohrmuschel durch, entfernt den Bluterguss und vernäht die Wunde anschließend mit einer speziellen Nahttechnik, um ein Nachlaufen der Othämatomflüssigkeit zu verhindern. Auch hier erhält der Hund Medikamente gegen die Schmerzen, Entzündungshemmer und einen speziellen Verband. Eine antibiotische Therapie ist in der Regel ebenfalls erforderlich.

 

Wichtig ist, dass der Hund sich nicht weiterhin am Ohr kratzt oder seinen Kopf stark schüttelt, um ein Nachbluten zu vermeiden. Hierzu ist neben der Therapie der Grunderkrankung eine gute Überwachung und ständige Betreuung des Hundes notwendig.

 

Prognose

Wird ein Othämatom frühzeitig erkannt und korrekt behandelt, so ist die Prognose in der Regel gut. Unbehandelt bildet es sich meist nur teilweise und unter Zurückbleiben von Verhärtungen und Verformungen der Ohrmuschel zurück.

 

Prophylaxe

Einem Othämatom kann insbesondere durch das Vermeiden bzw. rechtzeitige Erkennen von Grunderkrankungen des Hundeohrs vorgebeugt werden.

Besonders langhaarige Rassen mit herabhängenden Ohren leiden durch das unter den Ohren vorhandene feuchtwarme Klima häufiger an Ohrenentzündungen (meist hervorgerufen durch Bakterien oder Pilze).

Eine regelmäßige Kontrolle der Ohren ist hier besonders wichtig, prinzipiell sollten jedoch alle Hunde regelmäßig auf Ohrgesundheit überprüft werden.

Dazu genügt ein gründlicher Blick in die Ohrmuschel (gegebenenfalls durch Umklappen der Ohren), und auch eine Beurteilung des Geruchs ist sinnvoll.

Zur Ohrenpflege gehört weiterhin das Auswischen der Ohrmuschel (nicht des Gehörgangs!) mit einem weichen Tuch oder einer Kompresse.

Bei sehr starker Verschmutzung durch Sekrete bzw. Ohrschmalz kann hin und wieder (nicht zu häufig) ein Ohrreiniger verwendet werden.

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2 Kommentare

  1. Mein Benny hatte dieses Othämatom letzten November. Habe 2 Monate die Prozedur der Punktion (vom Tierarzt) des Ohrs sowie eine Trainage(Tierklinik) durch gemacht. Das schlimmste war der straffe Kopfverband für ihn. Aber alles ohne Erfolg, es blutete immer wieder ein. Habe dann nochmal den Tierarzt gewechselt der das Ohr dann unter Narkose operiert hat, er hatte Röhrchen in der Ohrmuschel und keinen Verband. Das Wundsekret konnte gut ablaufen so das eine schnelle Heilung innerhalb von 3 Wochen gegeben war. Das Ohr ist wieder in Ordnung.
    Mein Tierarzt hält übrigens nichts von dieser Punktion. Es hat mich auch nur unnötig viel Geld gekostet. Denn die Punktionen (450,- €) Trainagen (200,- €) gingen ins Geld. Im gegensatz zur OP (320,-) die dann auch Erfolg hatte. Vorallem sollte man sich im Vorfeld auch Informieren, wir waren in einer Tierklinik zur Vorstellung für eine OP der Spass kostete uns nochmal 50,- € . Da bekamen wir einen Kostenvoranschlag über 700,- € für die OP exklusive noch die Kosten für die Nachbehandlung. Wir bekamen noch den Hinweis das unser Hund sicher eine Allergie hätte und wir doch das Futter der Klink kaufen sollten. Er bekommt schon gutes Allergiefreies Futter.

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