Fellwechsel im Herbst – Gründe und Tipps

Ganze zwei Mal im Jahr wird es in Hundehaushalten „haarig“. Der regelmäßige Fellwechsel zwischen den kalten und warmen Zeiten des Jahres ist für den Hund ganz besonders wichtig. Nur so kann er sich sowohl bei sommerlicher Hitze als auch bei Frost und Schnee im Winter wohl fühlen. So natürlich dieser Vorgang auch ist, brauchen die meisten Vierbeiner dennoch ein wenig Hilfe rund um das Wechseln ihres Haarkleides. Besitzer, die sich mit dem Fellwechsel auskennen und die richtigen Entscheidungen treffen, können ihren Hund aktiv unterstützen.

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Warum verliert der Hund sein Fell?

Die Gründe für den Verlust des Fells können auch beim Hund recht vielfältig sein. Verliert das Tier außerhalb der gewöhnlichen Zeiten immer mehr Haare und wird das Haarkleid zunehmend dünner, so handelt es sich kaum um den saisonalen Fellwechsel. Hier sollten Hundehalter unbedingt den Rat eines Tierarztes einholen, der die Gesundheit des Vierbeiners unter die Lupe nimmt und mögliche Gründe für den starken Haarverlust findet.

hundefellHandelt es sich jedoch um den ganz gewöhnlichen Fellwechsel zwischen Sommer und Herbst, so ist dieser in aller Regel unbedenklich, selbst wenn die verlorene Haarmenge durchaus
eindrucksvoll sein kann. Immerhin weist ein durchschnittlicher Hundekörper pro Quadratzentimeter zwischen 1000 und 9000 Haare auf. Beim Mensch finden sich auf der gleichen Fläche maximal 500 Haare. Hauptgründe für das ausfallende Haar sind Veränderungen des Klimas. Weniger Tageslicht und kühlere Temperaturen kündigen dann nicht nur den kommenden Herbst an. Gemeinsam mit den ersten Blättern im Wald fallen in heimischen Wohnzimmern immer mehr Haare auf den blank geputzten Fußboden.

Der Fellwechsel findet beim Hund auf völlig natürliche Art und Weise statt. Es braucht keine menschliche Unterstützung, um den richtigen Zeitpunkt abzupassen, da der Hundekörper instinktiv auf den klimatischen Wechsel der Jahreszeiten reagiert. Er bereitet sich hiermit auf das kommende Wetter vor, bildet im Herbst eine dichtere Unterwolle und verliert diese dann kurz vor dem nächsten Sommer wieder.

 

Wie Halter ihrem Hund den Fellwechsel erleichtern können

fellpflege-fellwechselDer Fellwechsel im Herbst lässt sich weder verkürzen noch verhindern. Was Hundehaltern daher nur geraten werden kann, ist eine entspannte Haltung gegenüber Haarbüscheln unter dem Sofa und pelzigen Händen nach dem Streicheln. Schließlich geht der saisonale Fellwechsel schnell vorüber. Länger als acht Wochen dauert es bei den wenigsten Vierbeinern, bis sich ihr Haarkleid auf die neue Jahreszeit vorbereitet hat.

Was Hundehalter tun können, um ihrem Hund den Wechsel seines Haarkleides zu erleichtern, bezieht sich sowohl auf die Ernährung als auch auf die regelmäßige Fellpflege. Das tägliche Futter sollte während dieser Zeit vor allem eiweißreich sein und einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren aufweisen. Auch Biotin als Supplement kann in Absprache mit dem Tierarzt für gesünderes Fell sorgen. Eiweiß ist besonders wichtig, da der Hundekörper es für die Bildung von Keratin benötigt. Dieses wiederum ist hauptverantwortlich für eine gesunde und starke Haarstruktur. Das neu gewachsene Fell ist dann widerstandsfähiger und bricht nicht.

Eine weitere Maßnahme, die während des Fellwechsels am besten täglich auf dem Plan stehen sollte, ist Bürsten. Hierfür sollten Hundebesitzer eine möglichst hochwertige Hundebürste verwenden, die nicht nur das Deckhaar aufnimmt, sondern auch Teile der Unterwolle entfernt. Das tägliche Bürsten stimuliert außerdem die Talgdrüsen der Hundehaut, die dann eine gut schützende Fettschicht aufbauen. Zudem lindern Herrchen und Frauchen mit dem regelmäßigen Griff zur Bürste auf unangenehmes Kribbeln und Jucken, das durch abgestorbenes und bereits ausgefallenes Hundehaar entsteht.

 

Sonder“felle“ sind keine Ausnahme

Selbstverständlich ist jeder Hund ein ganz besonderes Individuum. Daher lässt sich keine allgemeingültige Aussage über den regelmäßigen Fellwechsel treffen. So gibt es Hunde, die ihr Haarkleid zu keiner Zeit des Jahres wechseln, da sich ihr Fell in einer ständigen Wachstumsphase befindet. Hier müssen Herrchen und Frauchen beim Wechsel der Jahreszeiten nicht häufiger saugen, dafür jedoch regelmäßige Besuche beim Hundefriseur einplanen. Hunde, für die das gilt, sind unter anderem der Pudel, Irish Soft Coated Wheaten Terrier und auch der Yorkshire Terrier. Wird ihr Fell nicht regelmäßig durch Menschenhand ausgedünnt, so leiden die Tiere schon bald unter seiner Last.

Franzi als Irish Soft Coated Wheaten Terrier verliert kein Fell, aber dafür muss man die wachsenden Haare regelmäßg schneiden. Sie hat keine Unterwolle, daher friert sie schnell im Winter, oder bekommt Sonnenbrand im Sommer, wenn das Haar zu kurz geschnitten ist.
Franzi als Irish Soft Coated Wheaten Terrier verliert kein Fell, aber dafür muss man die wachsenden Haare regelmäßg schneiden. Sie hat keine Unterwolle, daher friert sie schnell im Winter, oder bekommt Sonnenbrand im Sommer, wenn das Haar zu kurz geschnitten ist.

Doch was, wenn der Hund das gesamte Jahr über haart?

Oft liegt der Grund für einen ständigen Haarverlust in einer erfolgten Kastration. Diese sorgt für hormonelle Veränderungen im Hundekörper, weswegen auch mitten in Sommer oder Winter mehr Haare ausgehen. Das ist vollkommen normal, solange sich das Fell nicht übermäßig ausdünnt. Gleiches gilt für läufige Hündinnen. Auch hier verändert sich der Hormonstatus und für einen begrenzten Zeitraum rieselt etwas mehr Haar zu Boden.

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