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Wie man Apportieren lernen kann!

Was versteht man unter Apportieren?

Hunde lieben Bewegungen. Als Jäger arbeiten sie in der freien Wildbahn im Rudel zusammen. Als Nachfahren von Wölfen sind sie ebenfalls auf ihre Rudelmitglieder fixiert. Wer einen Hund hält, weiß auch, dass dieser niemals lange alleine gelassen werden sollte. Ohne seine Menschen, die gleichzeitig seine Angehörigen darstellen, ist der Hund nicht zufrieden. Deshalb benutzt der Halter speziell entwickelte Techniken, die aus dem Verhalten und den Bedürfnissen von Hunden abgeleitet worden sind. Eine der wichtigsten ist das Apportieren.


Apportieren steht für das gezielte Werfen, Aufnehmen und Bringen von Gegenständen. Diese Aufgaben führt der Hund meistens mit viel Liebe zum Detail aus. So fördert der Halter auch das Zusammenleben zwischen ihm und seinem Tier. Oft legt der frohe Vierbeiner den Dummy vor seinem Frauchen oder Herrchen ab und begibt sich in die Lauerstellung. Er kauert sich auf den Boden und bereitet sich auf die nächste Jagd vor. Sobald sein Rudelführer den Dummy wirft, springt er auf, dreht sich schnell um seine Achse und verfolgt dann sein Ziel. Diese Abfolge von dynamischen Bewegungen ist immer wieder ein Genuss, sowohl für den Hund als auch den Halter.

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Wo sollte man die ersten Apportierübungen starten?

Grundsätzlich lieben die meisten Hunde das Laufen, Finden und Zurückbringen. Nur in seltenen Fällen hat der Vierbeiner vom ersten Augenblick an keinerlei Interesse an diesen Aufgabenstellungen.
Ein Haus und der sich anschließende Garten stellen die optimalsten Voraussetzungen dar. Die eigene Wohnung mit dem notwendigen Bewegungsspielraum reicht aber aus. Hier findet der Vierbeiner eine Umgebung vor, in der er sich sicher und geborgen fühlt. Es gibt kaum Ablenkungen, die ihn von den Apportierübungen ablenken.


Im Garten lassen es die beiden ruhig angehen. Zuerst bringt der Besitzer seinem Hund liebevoll und mit einfühlsamen Worten bei, auf welche Gegenstände sich sein Vierbeiner konzentrieren soll. Dann erfährt er, was sein Mensch spielerisch von ihm erwartet. Bei einem liebevollen Umgang und einigen Leckerlis kommt es schnell zu einer gemeinsamen Basis. Dazu nimmt der Halter den zuvor erworbenen Dummy – kein Holzstück – in die Hand und zeigt ihn seinem Hund. Dieser beschnuppert ihn und gewinnt so das notwendige Vertrauen. Dann folgt der erste Wurf. Mit netten Worten wie „Bring“ wird dem Tier seine erste Aufgabe zugeteilt. Es wird einige Zeit in Anspruch nehmen, bis sich der erste Erfolg einstellt. Zusätzlich setzt der Halter die ersten Leckerlis ein. Auch wenn der Hund am Anfang noch Schwierigkeiten mit der Aufgabe hat, sollte er eine kleine aufmunternde Belohnung erhalten. Auf keinen Fall darf der Halter unruhig und ungeduldig werden.

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Ein Hund verfügt nicht über die geistigen Fähigkeiten wie ein Mensch, was einige Halter leicht vergessen und laut werden. Gerade dieses Verhalten sollte unterbleiben.
Ein entspannter und auf sein Frauchen oder Herrchen ausgerichteter Hund folgt seinem Jagdtrieb und holt den von ihm weggeworfenen Dummy. Dann bringt er ihn seinem Rudelführer zurück. Er erwartet stets, dass der Apportiergegenstand erneut weggeworfen wird und er ihm folgen darf. Allerdings freut er sich zwischendurch auf einen Leckerbissen.

Bei der Auswahl der Leckerlis sollte sich der Halter am Geschmack seines vierbeinigen Freundes orientieren. Nicht jeder Hund mag jedes ihm angebotene Stück. Deshalb kann sich der interessierte Hundeführer im Fachhandel eine interessante Mischung zusammenstellen. Hier gibt es neben vakuumverpackten Fleischsticks offene Ware. Am besten lässt man seinen Hund vor der ersten Übung eine Auswahl treffen. Denn nur, wenn er das Leckerli mag, wird er für dieses zu seinem Halter zurückkommen.

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Ist es im Garten zu laut, verlegt der Hundehalter die ersten Übungen in die Wohnung. Hier muss es jedoch einen freien Raum geben, in dem der Hund sich bewegen und kurze Wege schnell erreichen kann. Deshalb räumt man alle Gegenstände und Kabel beiseite, an denen sich das Tier während der Übungen verletzen kann. Außerdem sollte der Halter Flurschäden vermeiden.


Hat der Hund die ersten Lektionen erfolgreich gemeistert, geht es endgültig in den Garten. Beim Werfen achtet der Halter jedoch darauf, dass sein Hund nicht in dichte Büsche springen muss, in denen er sich verletzen könnte. Schmerzen sind stets mit negativen Empfindungen verbunden, die der Hund mit dem Apportieren kombiniert.
Achtung! Sieht der Halter eine Schwierigkeit im Umgang mit seinem Hund oder möchte dieser nicht freiwillig an den ersten Apportierübungen teilnehmen, sollte er einen Hundetrainer, den Tierarzt oder eine Hundeschule aufsuchen.

Hier findet er die Spezialisten, die über jahrelange Erfahrungen verfügen und wertvolle Ratschläge geben.
Oft gibt es auch Rassehundevereine, die andere Hunde aufnehmen. Hier finden die ersten Übungsansätze mithilfe von ausgebildeten Hundetrainern statt. Alternativ spricht er mit dem Züchter oder einem Mitarbeiter des Züchterverbandes, der wiederum geeignete Ansprechpartner nennen kann.

Ist die Apportierübung auch für Welpen geeignet?

Ein junger Hund lernt gerne und schnell. Er hat außerdem kleine empfindliche Pfoten, die besonders auf Überforderungen reagieren. Wird er jedoch überfordert, schlägt der gewünschte Lerneffekt in Stress um. Aus diesem Grund kommen in erster Linie mehrere kurze Übungsphasen infrage. Da der Hund in dieser Zeit seine Zähne wechselt, sollten nur weiche Gegenstände und kurze Wurfdistanzen gewählt werden. So vermeidet der Halter, dass sein Vierbeiner in jungem Alter schon schmerzhafte Erfahrungen bei den Übungen erleidet.


Auch das gemeinsame Zerren an speziellen Dummys gehört nicht in diesen Zeitabschnitt, da der Welpe noch nicht über das feste Gebiss und die Kraftreserven einer ausgewachsenen Hündin oder eines Rüden verfügt.
Wurden die Übungen im Haus oder Garten erfolgreich gemeistert, suchen sich die Partner einen geeigneten Platz in der freien Natur aus. Dieser Schritt sollte jedoch erst nach einem Jahr ins Auge gefasst werden. Es kommt hier auch auf die Jahreszeiten sowie die gesetzlichen Vorschriften an, die sich auf den Naturschutz beziehen.

Wann darf der Hund in der Feldmark nur an der Leine geführt werden?

Es gibt bestimmte Zeiten, in denen Wildtiere und Vögel jeweils ihren Nachwuchs zur Welt bringen und aufziehen. In diesen Abschnitten dürfen sie nicht von frei laufenden Hunden gestört werden. So bleibt es auch in der Feldmark beim Einsatz der Langlaufleine. In den Bundesländern gibt es unterschiedliche Brut- und Setzzeiten. Ein Verstoß kann ein hohes Bußgeld zur Folge haben.

Leinenpflicht herrscht in den Ländern:

  • Baden-Württemberg: 16. Februar bis 15. April
  • Bayern als hundefreundliches Land: keine Einschränkung
  • Berlin: 1. Januar bis 31. Dezember nur ausgewiesene Gebiete
  • Brandenburg 1. Januar bis 31. Dezember
  • Leine max. 2 Meter
  • Bremen: 15. März bis 15. Juli
  • Hamburg: 1. Januar bis 31. Dezember
  • Hessen: 1. März bis 30. Juni
  • Saarland: 1. März bis 30. Juni
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1. Januar bis 31. Dezember
  • Niedersachsen: 1. April bis 15. Juli
  • Nordrhein-Westfalen: keine Pflicht, den Gemeinden überlassen
  • Rheinland-Pfalz: keine Pflicht, den Gemeinden überlassen
  • Sachsen: keine Pflicht, den Gemeinden überlassen
  • Sachsen-Anhalt: 1. März bis 15. Juli
  • Thüringen: im Wald von Januar bis Dezember
  • Schleswig-Holstein: im Wald von Januar bis Dezember, sonst vom 1. April bis zum 30. September

Was sollte der Halter seinem Hund zum Apportieren mitnehmen?

Endlich geht es los. Schon am Tag zuvor freuen sich der Besitzer und sein vierbeiniger Freund auf die neuen Aufgaben. Zuvor hat er sich jedoch über die Bedingungen im jeweiligen Bundesland und der betreffenden Gemeinde erkundigt. Das betrifft vor allem die Möglichkeiten, den Hund frei laufen zu lassen, ohne eine Strafe zur riskieren.

Zu den Ausrüstungsgegenständen, die auf jeden Fall mitgenommen werden sollten, gehören

  • eine Langlaufleine während der Brut- und Setzzeit.

Lange Leinen sind auch sinnvoll, wenn sich der Halter nicht sicher sein kann, ob der Hund hinter jeder vermeintlichen Jagdbeute herläuft oder mit dem Apportiergut einfach in einem Gebüsch verschwindet.

  • eine Hundepfeife, mit der die beiden Partner zuvor üben.
  • ein Tuch, das der Hund zuvor für sich als besonders wertvoll erachtet hat.
  • freie Leckerlies, die dem Hund auch schmecken.
  • einen Apportierknochen, Dummy oder einen Ball mit oder ohne eine köstliche Füllung.

Der Dummy, Apportierknochen oder Ball muss jeweils zur Größe des Hundes passen. Während ein Dackel mit einer kleinen Version auskommt, benötigt der Halter für seinen Schäferhund eine wesentlich größere Variante. Der gewählte Apportiergegenstand kann vom Hund bequem aufgenommen und getragen werden. Ist sich der Halter nicht sicher, wendet er sich am besten an den Fachhandel. Ein kundenfreundlicher Verkäufer sieht sich den Hund oder sein Foto an und wählt den geeigneten Dummy aus. Einige Hunde lieben sogar Gegenstände, die quietschende Geräusche von sich geben.

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Achtung! Auf keinen Fall verwendet der Halter einen herumliegenden Ast oder einen Stock aus Holz. An ihm befinden sich Unebenheiten, die beim Spielen und Tollen zu Verletzungen im Maul und Rachen des Hundes führen können!

Der Dummy sollte außerdem nicht aus der Spielzeugecke des Hundes stammen. Dann würde sich der Unterschied zwischen der Übung und einem häuslichen Spiel auflösen. Stattdessen wird der Dummy gleich nach dem Training eingepackt und bis zum nächsten Apportieren außerhalb der Sichtweite des Vierbeiners verwahrt.

  • eine für das Wetter geeignete Kleidung, damit das Frauchen und Herrchen den Tag in guter Erinnerung behält.

Welche Befehle erlernt der Hund beim Apportieren?

Für jeden Schritt lässt sich der Halter genug Zeit. Der Hund möchte wahrgenommen und verstanden werden. Genauso wichtig wie die Gegenstände und das Werfen sind die Befehle, auf die sich der Hund auf spielerische Weise einzustellen hat.
Zu den Befehlen zählen beispielsweise

  • Apport: Bring mir den Gegenstand und
  • Bring: Übergib mir den Gegenstand, entweder in die Hand/auf dem Boden
  • Aus: Das ist falsch. Leg den Gegenstand ab und setze dich hin.

Mit Aus weiß der Hund, dass er einen Fehler gemacht hat und sich ruhig hinsetzen muss. Er wartet ab und hofft auf eine gegebenenfalls mäßige Bestrafung.

Wie sollte das Apportieren in der freien Natur erfolgen?

Nach kurzer Fahrt oder einem angenehmen Spaziergang erreichen der Halter und sein Hund eine Wiese oder einem Weg, der in die Feldmark führt. Beim ersten Mal sollten möglichst keine anderen Hunde in der Nähe sein. Muss der Halter nach den gesetzlichen Vorschriften eine Langlaufleine einsetzen, darf er den Gegenstand nur innerhalb des Radius der Leine werfen. Ansonsten baut sich ein Frust beim Hund auf, der ihm die Lust am Apportieren nimmt.

Man kann seinem Hund auch einen Apportierknochen mit einer herzhaften Füllung spendieren. Sobald er den geworfenen Gegenstand aufnimmt, wendet sich der Vierbeiner dem kulinarischen Genuss zu. Erst danach bringt er seinem Frauchen oder Herrchen den Gegenstand zurück. Möchte der Besitzer das Apportieren mit Befehlen verbinden, sollte er diese Technik hier auf jeden Fall einsetzen.

Ein besserer Weg ist das offene Gelände. Hier kann der Apportiergegenstand über einen größeren Abstand geworfen werden. Es gibt jedoch einige wichtige Aspekte zu beachten. Der Halter sieht sich stets und während der gesamten Zeit genau um. In der Nähe eines Waldes besteht die Gefahr, dass der Hund sich von einem Wild anziehen lässt und ihm ins Unterholz folgt.

Der Halter und sein Vierbeiner wählen am besten eine große Wiese, die nicht in der Nähe einer Straße liegt. Alternativ kommt ein Wegesystem in der Feldmark infrage. Hier befinden sich oft lange Wege und Felder, wo der Hund kein Wild stellen kann.
Eine weitere Option, über die sich jeder Hund freut, ist der Tauschhandel. Nachdem der Hund den Dummy gefunden und aufgenommen hat, präsentiert er ihn seinem Herrchen. Dieser bietet ihm stattdessen einen neuen Apportiergegenstand an.

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