Leid hinter der Rennbahnkulisse: Greyhounds in Irland

Sicherlich sind einige Hundefreunde bei Spaziergängen mit ihren Vierbeinern schon einmal einem feingliedrigen Greyhound begegnet. Diese Windhunde, die auf den ersten Blick tatsächlich extrem schlank und drahtig wirken, sind quasi prädestiniert für eine Karriere auf der Rennbahn. In ihrem Heimatland Irland haben das die Züchter und Drahtzieher der Hunderenn-Branche längst erkannt. Mit Greyhounds lässt sich viel Geld verdienen, wenn diese auf der Rennbahn ihr ganzes Können unter Beweis stellen. Ein artgerechtes und schönes Leben ist jedoch zumeist das, worüber sich kein Greyhound in Irland freuen kann.

greyhoundrennen

Was zählt, ist das Geld

Zwischen 30.000 und 50.000 Greyhounds erblicken jährlich in Irland das Licht der Welt. Der Zweck, zu dem sie geboren werden, steht dabei jedoch schon lange vor ihrer Geburt fest: Sie werden streng auf ihre Rennkarriere vorbereitet und müssen dabei auf den sozialen Umgang mit dem Menschen und ein warmes Zuhause verzichten. So leben Greyhounds in Irland oft mit ihren Artgenossen in viel zu kleinen Zwingern und Verschlägen. Drei Hunde teilen sich hier nicht selten eine Fläche von maximal drei Quadratmetern. Ein Zustand, den jeder Hundeliebhaber als grausam erkennt.

ware-greyhoundDoch damit nicht genug, denn ihren Zwinger verlassen die Greyhounds nur dann, wenn es auf die Rennbahn geht. Gesäubert werden die Zwinger ebenfalls nicht, sodass die Hunde mit Hauterkrankungen und schlimmeren Leiden Höchstleistungen erbringen müssen. Auf diese Höchstleistungen wird der Hund zudem nicht ausreichend vorbereitet, weswegen sich viele der Tiere während eines Rennens schwere Muskel- und Knochenverletzungen zuziehen. Niemand fühlt sich hinterher verantwortlich für die Behandlung oder gar Heilung der entstandenen Schäden. Kein Hundekörper hält das über einen langen Zeitraum aus, weswegen Greyhounds in der Regel schon mit zwei oder drei Jahren „aussortiert“ werden.

Mit „Aussortiert“ gemeint ist jedoch nicht etwa, dass der Greyhound nach seiner Karriere als Rennhund in ein gemütliches Heim umziehen darf. Vielmehr suchen die Besitzer nach einer möglichst günstigen Lösung, die Tiere schnell loszuwerden. Für die meisten Greyhounds bedeutet dies unweigerlich den Tod auf grausame Art und Weise.

 

Wie Greyhounds in Irland entsorgt werden

Entweder werden die Hunde nach ihrer Karriere in Irland nach Asien verkauft, wo sie bis ans Ende ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit bei dortigen Hunderennen geschunden werden, oder greyhound-irlandsie werden noch in Irland getötet. Dennoch findet sich in Irland so gut wie kein Tierarzt, der regelmäßig mit dem Einschläfern der Tiere beauftragt wird. Die Praktiken bei der Entsorgung der Tiere sind weitaus grausamer und treiben Hundefreunden die Tränen in die Augen.

So werden ausgemusterte Greyhounds an Gleisen festgebunden und vom Zug überrollt, in Gruben gestürzt, oder vom eigenen Besitzer erschlagen. Auch gibt es in Irland spezielle Tötungsstationen, in denen Fachpersonal die Beseitigung der Hunde übernimmt. Doch damit nicht genug, denn manche Greyhoundbesitzer gehen noch weiter und injizieren den Tieren Benzin oder Luft und lassen die Tiere so qualvoll verenden. Immer wieder entdecken Tierschützer in Irland wahre Massengräber, in denen die toten Hunde entsorgt werden. Wird ein Greyhoundwelpe in Irland geboren und ist schon bei seiner Geburt klar, dass ihm keine glorreiche Rennkarriere bevorsteht, schlagen die Züchter dennoch Profit aus den kleinen Tieren. Sie werden kurzerhand als Köder an die Fischereiindustrie verkauft. Etwa 10.000 Hunde ereilt dieses grausame Schicksal in Irland jährlich. Das Verrückte dabei ist, dass die irische Rennbranche sogar von der Europäischen Union mit nicht geringen finanziellen Mitteln unterstützt wird.

 

Was Tierschützer tun

Der Greyhound hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von bis zu 14 Jahren. Er erweist sich als sensibler Familienhund, der durchaus sportlichen Menschen viel Freude bereiten kann. Da diese Eigenschaften in Irland jedoch nicht zählen, finden Vermittlungen in Familien dortzulande kaum statt. Daher sind Tierschutzorganisationen außerhalb Irlands stets bemüht, möglichst viele Greyhounds aus den Tötungsstationen des Landes zu retten und per Flugzeug oder Schiff in ein besseres Leben zu holen. Hierdurch und auch durch die medizinische Versorgung der Hunde, entstehen nicht geringe Kosten, die die Organisationen vor allem durch Spenden und Schutzgebühren aufzubringen versuchen. Zweifellos müssen dennoch weiterhin Tausende Greyhounds in Irland sterben.

greyhound-helfenDie geretteten Hunde sind oft schlecht sozialisiert und kennen das Leben als Familienhund nicht. In aller Regel erweisen sie sich dennoch nicht als aggressiv oder gefährlich, sondern verhalten sich in den ersten Wochen nach der Rettung sehr schüchtern und zurückhaltend. Wer sich für die Aufnahme eines geretteten Greyhounds entscheidet, muss daher in jedem Fall Geduld und Verständnis mitbringen. Die Hunde werden hier zum ersten Mal bei ihrem Namen genannt, gestreichelt und mit gutem Futter versorgt. Auch an das Schlafen in einem weichen Hundebett müssen sich viele erst gewöhnen.

In jedem Fall aber verspricht die Aufnahme eines Greyhounds aus Irland langfristig viel Freude am neuen Familienmitglied. Wer sich trotz des großen Leides der Hunde in Irland ein Auge für das Schicksal des Einzelnen bewahrt, wird daher gerne bereit sein, einen ehemaligen Rennhund bei sich aufzunehmen.

Eine Adresse für Euch, wenn Ihr helfen wollt: http://www.progreyhound.de/

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ein Kommentar

  1. Gisela Milkau-Schwämmle

    Es ist so terrible!
    Wie kann man mit diesen wundervollen Tieren so umgehen. Wünsche diesen Menschen, die den Hunden so schreckliches Leid antun, einen Platz in der Hölle.
    Ich liebe die Greys und werde auch gerne einen adoptieren. Habe aber noch nicht den passenden gefunden; bzw. suche ich noch nach einer Wiese bei uns im Ort zum Rennen.

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