Ein Hundewelpe zieht ein? – Das muss bereit stehen

Was muss ich alles bedenken?

Wenn ein Hund in Form eines Hundewelpe das neue Mitglied der Familie wird,  so gilt es einige Punkte zu beachten. Denn schließlich soll sich der Welpe von Anfang an wohlfühlen. Zudem wurde er gerade von seiner Mutter und seinen Geschwistern getrennt und befindet sich von nun an einem fremden Ort und bei fremden Menschen. Da dies alles Stress für den kleinen Vierbeiner bedeutet, sollte er bei der Ankunft zunächst einmal in Ruhe gelassen werden. So hat er Zeit sich in Ruhe umzuschauen und alle neuen Gerüche kennenzulernen. Der folgende Text beschreibt, was alles bereitstehen sollte, wenn der Welpe ankommt und welche Maßnahmen im Vorfeld beachtet werden sollten. Zunächst macht es Sinn, eine Checkliste aufzustellen, um auch wirklich nichts zu vergessen. (Über die Alternative Tierheim nachgedacht? Hier mehr dazu lesen)

Ausreichend Rückzugsmöglichkeiten schaffen

Da sich der kleine Hund am Anfang in einer Stresssituation befindet, sollte er die Möglichkeit haben, sich bei Bedarf jederzeit zurückzuziehen. Wenn ihm nach Kontakt ist oder er Hunger hat, wird er von ganz alleine kommen. Hierfür eignet sich zum Beispiel ein kuscheliges Körbchen oder alternativ auch ein Karton, mit einem hohen Rand. Denn so kann er sich verstecken und sich auch hinlegen, wenn er sich von der ganzen Aufregung erholen muss. Den Rest des ersten Tages sollte er in Ruhe gelassen werden.

So sollte möglichst kein Besuch empfangen werden, insbesondere keine fremden Kinder, die den Welpen stressen könnten. Natürlich muss er ab und zu nach draußen gebracht werden, damit er sich lösen kann. Nicht selten winseln Welpen in der Anfangszeit. Ist dies der Fall, sollte man ihn ablenken, indem man ihn streichelt oder mit ihm spielt. Wenn er etwas Vertrauen gefasst hat, kann ihm sein Schlafkörbchen gezeigt werden. Auch wenn er sicherlich nicht sofort in diesem liegen bleibt, wird er es in Zukunft annehmen und gerne aufsuchen.

Futter und Wasser

Sobald sich der Welpe an sein neues zu Hause gewöhnt hat, wird er sicherlich auch schauen, wo er fressen und trinken kann. Es macht Sinn, ihm diesen Platz zu zeigen, sodass er beim nächsten Mal automatisch dort hingehen wird. Am Anfang sollten mehrere Wassernäpfe in dem Haus oder in der Wohnung aufgestellt werden. Welpen in einem Alter von 9 bis 11 Wochen benötigen täglich vier Mahlzeiten. Die Futterumstellung sollte idealerweise sehr langsam durchgeführt werden. Am Anfang sollte das Futter des Züchters mit dem neuen Futter gemischt werden. Nachdem der Welpe gefressen hat, sollte er direkt nach draußen gebracht werden, um sich zu lösen. Denn am Anfang kann er das Futter noch nicht sehr gut bei sich halten.

In der ersten Zeit sollte etwas weniger Futter bereitgestellt werden als normal, damit der Verdauungstrakt während der Eingewöhnungsphase entlastet wird. Wenn es in den ersten zwei bis drei Tagen zu keinem Durchfall, Erbrechen oder auch Blähungen kommt, kann die Futtermenge wieder erhöht werden. Tritt hingegen mehrfach Durchfall auf, sollte der Tierarzt aufgesucht werden. Bereits in der Anfangszeit sollte man den Welpen an feste Futterzeiten gewöhnen. Dies hilft dem Verdauungsapparat sich an das Futter zu gewöhnen und der Hund lernt, dass er sich auf seinen Menschen verlassen kann. Der schöne Nebeneffekt ist, dass er so weniger bettelt. Denn er weiß, wann er das nächste Mal gefüttert wird.  Hat sich der Hundewelpe an sein neues Heim gewöhnt, habe ich eine Tipp für später dazu:  Die Mahlzeitmenge reduzieren und den Rest als Belohnung verwenden bei der Erziehung. Er kann sich so sein Fressen verdienen – aber dies wie gesagt erst nach der Eingewöhnungsphase!

Ein neues Zuhause bedeutet auch ein neues Abenteuer

Sobald sich der Welpe an die neue Umgebung gewöhnt hat, beginnt er damit, sein neues Reich ausführlich zu beschnuppern. Damit er sich hierbei nicht verletzt, sollte er zunächst nicht an hohe Treppen gelangen können. Denn in diesem jungen Alter kann er seinen Körper und vor allem sein Können noch nicht richtig einschätzen. Die Eingewöhnung sollte daher so sicher wie möglich ablaufen. Alle wichtigen Orte sollten dem Welpen in Ruhe gezeigt werden. In der Folgezeit kann er dann auch langsam an die Fell- und Krallenpflege herangeführt werden. Allerdings muss dies noch nicht an den ersten Tagen sein, da der Welpe schon genug Aufregung hat.

Der Schlafplatz

Wie oben bereits kurz angerissen, sollte der Welpe jederzeit die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen. Dennoch macht es Sinn, ihm jetzt schon zu zeigen, wo er später seinen Schlafplatz haben wird. Vor allem am Anfang ist es durchaus erleichternd, wenn sich dieser in der Nähe des Bettes des Halters befindet, denn in dieser Zeit muss der Welpe auch häufig in der Nacht raus, um sich zu erleichtern. Wenn er sehr unruhig schläft, kann ein kleiner Wecker unter die Hundedecke gelegt werden. Durch das Ticken wird er an den Herzschlag seiner Mutter erinnert, was ihn dann beruhigt.

Auch wenn es noch so verlockend ist, das kleine, hilflose und niedliche Geschöpf in das eigene Bett zu lassen, sollte darauf verzichtet werden. Denn vor allem bei großen Rassen, wie zum Beispiel Schäferhunden oder Dobermännern, kann dies später zu einem echten Problem werden. Denn dann hat man selber kaum noch Platz in seinem eigenen Bett. Zudem hat dies auch Auswirkungen auf das Rudelverhalten des Hundes. Besser ist es, ihn in seinem Körbchen zu streicheln und ihm so zu zeigen, dass man da ist. Denn gerade in der Anfangszeit benötigt ein Welpe viel Liebe und Geborgenheit.

Gefahrenquellen beseitigen – ist alles abgesichert?

Ein weiterer wichtiger Punkt, der bereits vor dem Eintreffen des Welpen erledigt werden sollte, ist es, in der Wohnung alle möglichen Gefahrenquellen zu entfernen. So sollten die Steckdosen mit einer Kindersicherung versehen und alle scharfen Kanten abgeklebt werden. Denn junge Hunde rennen nicht selten noch etwas unkontrolliert los und sollen sich hierbei natürlich nicht verletzen. Auch sollten alle Gegenstände entfernt werden, die der Welpe verschlucken könnte, wie zum Beispiel Medikamente. Zudem werden alle potenziell gefährlichen Dinge für den Hund unerreichbar weggeräumt, wie Zigaretten, Haushaltsreiniger, Schokolade oder Messer und Scheren.

Folgende Gegenstände sollten bei der Ankunft des Hundewelpen vorhanden sein:

  • Futter- und Wassernapf
  • Futter (Trocken-, Nassfutter oder BARF – wofür wird sich entschieden?)
  • Kauknochen, Pansen u.ä.
  • Leckerie + Leckerliebeutel (für unterwegs)
  • Hundebox
  • Kuscheldecke
  • Hundebett/Körbchen
  • Halsband, Brustgeschirr, Leine
  • Altersgerechtes Spielzeug
  • Clicker ?
  • Bürste/Kamm
  • Zeckenzange
  • Hundeshampoo
  • Mittel gegen Flöhe und Zecken

Für die Organisation:

  • Hund angemeldet (Gemeinde -> Hundesteuer)?
  • Abschluss Hundehalterhaftplichtversicherung?
  • Wer nimmt den Hund, wenn man selbst verhindert ist (Bsp. bei Krankheit) ?
  • Tierarzt in der Nähe? Telefonnummer auch für Notfälle notieren!
  • Impfungen vollständig? Termine vermerken!
  • Welpenspielstunde in der Nähe?
  • Hundeschule?

Werden die oben beschriebenen Tipps für die ersten Momente befolgt, steht dem gemeinsamen Zusammenleben mit dem neuen Familienmitglied nichts mehr im Wege.

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