Atherom

Auch bei Hunden kommen sogenannte Atherome häufiger vor.

Unter dem Begriff „Atherom“ versteht man eine gutartige Zubildung in der Haut oder Unterhaut. Genauer gesagt handelt es sich dabei um eine Zyste, also einen kleinen Hohlraum, der mit Inhalt gefüllt ist.

Die Gebilde werden unterteilt in sogenannte „echte“ Atherome sowie „falsche“ Atherome.

 

Krankheitsbild

„Echte“ Atherome (auch: Epidermoidzysten, Epidermalzysten) sind kleine, gutartige Tumorgebilde. Sie entstehen durch versprengtes Epithelgewebe und enthalten Hornlamellen und/oder Haare. Sie haben keinen Ausführungsgang.

Ein „falsches“ Atherom (auch: Talgretentionszyste, Follikelretentionszyste, Grützbeutel, Grießknoten) entsteht durch eine Verstopfung des Ausführungsganges einer Talgdrüse; das produzierte Drüsensekret kann nicht mehr ablaufen und sammelt sich an. Der Inhalt besteht dann aus abgestorbenen Zellen der Oberhaut (Epidermis), Fettropfen und –Kristallen. Ein kleiner schwarzer Punkt kann sichtbar sein; dabei handelt es sich um den Ausführungsgang der Talgdrüse.

Ein Atherom kann einzeln auftreten, doch auch mehrere, teils unterschiedlich große Atherome sind bei Hunden keine Seltenheit.

Atherome befinden sich besonders häufig in stark behaarten Körperregionen, beispielsweise im Genick oder auf dem Rücken. Sie können jedoch auch an anderen Stellen auftreten.

Oft fallen sie erst auf, wenn sie bereits etwas größer sind. In der Regel bemerkt der Besitzer die Veränderung beim Streicheln des Hundes. Über dem Atherom ist das Fell meist unverändert, so dass es optisch, zumindest auf den ersten Blick, häufig unauffällig bleibt. Die Konsistenz ist in der Regel prall-elastisch bis derb. Weitere Merkmale sind die klare Abgrenzbarkeit sowie die Verschiebbarkeit, also die Beweglichkeit zusammen mit der Haut bzw. Unterhaut. Atherome sind in aller Regel nicht schmerzhaft, es sei denn, sie sind entzündet – dann besteht Handlungsbedarf (siehe „Behandlungsmöglichkeiten“).

 

Diagnostik

Besteht der Verdacht auf das Vorliegen eines Atheroms, so solle der Hund einem Tierarzt vorgestellt werden. Der Tierarztbesuch ist deshalb wichtig, da es sich bei der Veränderung auch um eine andere, möglicherweise bösartige Hautveränderung handeln kann. Der Tierarzt untersucht den Hund gründlich; er betrachtet und betastet die Hautveränderung und entnimmt häufig auch eine kleine Probe ihres Inhalts. Der Inhalt eines Atheroms hat in der Regel ein sehr typisches Aussehen, so dass bereits in der Praxis durch Betrachtung des Inhalts mit bloßem Auge und unter dem Mikroskop eine Verdachtsdiagnose gestellt werden kann. Im Zweifelsfall kann der Probeninhalt auch im Labor untersucht werden.

 

Behandlungsmöglichkeiten

atherom beim HundIst das Atherom klein, unauffällig und stört es den Hund nicht, so wird es in der Regel belassen. Größere Atherome bzw. solche an Körperstellen, an denen erhöhte Druckbelastung besteht (beispielsweise in der Halsband- oder Geschirrlage oder im Ellenbogenbereich), können chirurgisch entfernt werden.

Hat sich ein Atherom entzündet bzw. eitrig infiziert, so ähnelt es einem Abszess und muss gespalten sowie gespült werden (die Kapsel wird dabei zunächst nicht entfernt; dies kann zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, wenn keine Infektion mehr vorliegt und sie sie sich unter Umständen wieder mit Talg füllt).

Bei der Spaltung eines infizierten Atheroms besteht die Gefahr einer Ausbreitung der Bakterien im Körper. Aus diesem Grund raten einige Tierärzte dazu, bereits nicht infizierte Atherome prophylaktisch zu entfernen.

Das nicht infizierte Atherom wird im Ganzen, also inklusive der Kapsel, entfernt. Hierzu muss der Hund in der Regel in Vollnarkose gelegt werden. Die Operation an sich ist einfach und in kurzer Zeit durchführbar. Bei Verwendung der heute üblichen Narkosen der neuen Generation ist das Narkoserisiko minimal, es sollte jedoch immer eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Abwägung der Operation erfolgen. Abhängig von der Größe des Atheroms wird eine gewisse Anzahl an Nahtstichen erforderlich, und der Hund darf bis zum Ziehen der Fäden (nach 10 Tagen) nicht an der Naht schlecken oder nagen – es wird also je nach Lage und Umfang der Nahtstelle ein Halskragen und/oder ein Verband notwendig. Der Hund bekommt ein Schmerzmittel und gegebenenfalls ein Antibiotikum.

 

Prognose

Kleine, nicht infizierte Atherome, die an günstigen Stellen ohne Druckbelastung liegen, sollten zunächst beobachtet werden. Werden sie größer oder beginnen sie den Hund zu stören, so sollte über eine Entfernung nachgedacht werden.

Bei der Entfernung nicht infizierter Atherome ist die Prognose in der Regel gut. Ein wichtiger Punkt ist die Lokalisation des Atheroms – je nach Lage sind die Schnittführung und der Verlauf der Naht einfach bis etwas komplizierter durchführbar.

Bei der Spaltung eines infizierten Atheroms hängt die Prognose von der Art, dem Ausmaß sowie der bereits bestehenden Dauer der Infektion ab.

In jedem Fall ist die Nachsorge wichtig, das bedeutet, die Wunde muss ungestört abheilen können und der Hund zuverlässig versorgt werden (insbesondere, wenn eine Antibiotikagabe erforderlich ist).

 

Prophylaxe

Eine spezielle Prophylaxe ist kaum möglich, es sollte jedoch bei der Verwendung von Halsbändern und Geschirren darauf geachtet werden, dass diese gut sitzen und keine Druckstellen verursachen.

 

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