Mudi

Mudi

Der Mudi ist außerhalb seines Heimatlandes Ungarn vergleichsweise wenig verbreitet. In Ungarn arbeitet dieser ungarische Schäferhund in der Regel mit Bauern und Hirten zusammen. Seine Aufgaben bestehen hauptsächlich im Hüten der Schafe oder zum Treiben von Rindern. Doch er wird auch für andere Zwecke eingesetzt. So bewacht er Haus und Hof oder schützt die Tiere auf dem Bauernhof. Bei den Ungarn gilt die Rasse als echtes Allround-Talent.

Man vermutet, dass sich der Mudi ursprünglich aus importierten deutschen Schäferhunden in Ungarn weiterentwickelt hat. Auch der Malinois steckt wohl in den Genen des Mudi. Hinzu kamen dann ungarische Hüte- und Treibhunde, wodurch dieser arbeitsfreudige Mudi letztendlich entstanden ist. Doch erst in den 1930er Jahren betrachtete man den Mudi als eigenständige Hunderasse, bis sie dann im Jahr 1961 vom FCI offiziell anerkannt wurde.

Heute findet man ihn im FCI-Rassestandard in der Gruppe 1 (Hütehunde und Treibhunde) in der Sektion 1 (Schäferhunde).

Äußeres Erscheinungsbild des Mudi

Größe:

Hündinnen messen in der Regel etwa 38-44 cm, während die männlichen Mudis 41-47 cm groß werden. Die Idealgröße laut FCI-Rassestandard liegt bei 40-42 cm für Hündinnen und 43-45 cm für Rüden.

Gewicht:

Das Idealgewicht für Hündinnen liegt bei 8-11 kg. Rüden sind mit 11-13 kg ein wenig schwerer.

Farbe:

Der Mudi ist normalerweise entweder einfarbig oder in der Farbgebung „blue-merle“ zu finden. Das einfarbige Fell kommt in schwarz, aschfarben, weiß, beige oder braun vor. Hin und wieder kommen beim braunen Mudi aber kleine weiße Abzeichen hinzu.

Mudi hell und dunkel

Körperbau:

Als mittelgroßer Schäferhund ist der Körperbau des Mudi im Allgemeinen als sportlich zu bezeichnen. Die Proportionen wirken harmonisch und eher quadratisch. Besonders die Schulterpartie und die Oberschenkel des Mudi sind kräftig gebaut. Auch der kurze Rücken ist gut bemuskelt.

Seine Rute trägt der Mudi mittelhoch angesetzt und hängend, sofern er entspannt ist. Ist der Mudi aber aufmerksam, wird die Rute sichelförmig über den Rücken getragen. Bei einigen Rassevertretern findet man statt der mittellangen Rute eine natürliche Stummelrute. Heute findet sich dies aber recht selten.

Kopf und Ohren:

Die Hunderasse hat ein ausdrucksstarkes Gesicht mit dunklen, schmalen Augen. Am keilförmigen Kopf unterstreichen die hoch angesetzten Stehohren den tatkräftigen und motivierten Ausdruck des Gesichts. Die Ohren wirken wie ein umgedrehtes „V“.

Der gerade Nasenrücken geht in eine schmale Nase über. Die Farbe der Nase passt in der Regel zur Fellfarbe. Nur bei einem weißen, beigen, oder „blue-merle“ Mudi ist die Nase grundsätzlich schwarz.

 

Besondere Eigenschaften

Wesen:

Für seine Arbeit als Hüte- und Treibhund und auch für den Einsatz als Wachhund benötigt er vor allem eins: Mut und Tapferkeit. Als charakterstark und draufgängerisch erfreut sich der Mudi daher immer noch großer Beliebtheit bei der ungarischen Bevölkerung. Sein lebhaftes und wachsames Wesen wird besonders geschätzt.

Bei Kindern hingegen kennt man den Mudi als äußerst freundlich und liebevoll. Hier zeigt er auch seine verspielte und geduldige Seite.

Fremden gegenüber verhält sich der Mudi rassebedingt eher zurückhaltend bis misstrauisch. Er ist sehr halterbezogen und ist stets bedacht, dass keine Gefahr für seinen Menschen droht.

Der Mudi hat im Rahmen seines Jobs immer eine Lösung parat, was seine ausgeprägte Intelligenz unterstreicht. Das clevere Köpfchen kommt auch in der Erziehung zum Tragen, denn hier ist der Mudi motiviert bei der Sache und zeigt sich lernwillig.

Mögliche Einsatzgebiete:

Sein immenser Tatendrang lädt dazu ein, ihn arbeiten zu lassen. Hundesportarten wie beispielsweise das Agility oder Obdience passen perfekt zu dem temperamentvollen Ungar.

Neben dem Einsatz in ländlichen Gegenden zum Treiben und Hüten kann der Mudi hervorragend auch als Wachhund eingesetzt werden. Durch seine ausgeprägte Wachsamkeit und der sehr guten Auffassungsgabe scheint es, als würde der Mudi nie ruhen.

Der standfeste Charakter macht es möglich, ihn auch als Rettungshund oder als Rauschgiftspürhund einzusetzen. Hier punktet er mit Ausdauer und Cleverness. Hinzukommend bringt den Mudi so schnell nichts aus dem Konzept, was gerade für diese Einsatzgebiete von großer Wichtigkeit ist.

Doch auch als Familienhund erfreut sich der Mudi immer größerer Beliebtheit. Er liebt es mit seinen Menschen zusammenzuarbeiten und lässt sich daher gut führen. Ein Familienleben mit dem Mudi macht daher viel Freude.

Der Allrounder ist jedoch nicht für die Jagd geeignet, denn ein Jagdtrieb ist kaum vorhanden. Jagen oder wildern ist nicht seine Welt.

Haltung und Pflege:

Das Energiebündel will gefordert und ausgelastet werden. Kann er seiner ursprünglichen Arbeit nicht nachkommen, benötigt er also eine anderweitige Auslastung. In ländlicher Umgebung, immer nahe an seinen Menschen fühlt sich der Mudi am wohlsten. Auf weitläufigen Wanderungen oder als Gefährte bei einer Tour mit dem Fahrrad gibt sich der Mudi als angenehmer Begleiter. Aufgrund seines kaum vorhandenen Jagdtriebes kann der Mudi in der Regel ohne große Sorge abgeleint werden. Denksportaufgaben oder das Erlernen neuer Tricks und Kommandos eignen sich als mentale Auslastung hervorragend.

In einem Zwinger fühlt sich der anhängliche Mudi nicht sehr wohl. Er benötigt stets den Kontakt und die Nähe seiner Familie. Seine Menschen sollten ihren Mudi jedoch nicht mit Härte oder Druck erziehen, denn er ist ein echtes Sensibelchen was das angeht. Schnell kann er dann stur und dickköpfig werden.

Die Pflege gestaltet sich als anspruchslos. Regelmäßiges Fellbürsten sollte zur Routine gehören. Das weiche, gewellte oder gelockte Fell neigt nicht zu Verfilzungen.

Gesundheit:

Der Mudi gilt als ursprünglicher und robuster Schäferhund. In der Regel bleibt er bis ins hohe Alter von etwa 15 Jahre gesund. Da er außerhalb von Ungarn eher selten anzutreffen ist, wurde er glücklicherweise nicht überzüchtet. Erbkrankheiten sind daher keine bekannt.

Züchter, Vereine und Clubs

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