Thrombose beim Hund – Ursachen, Therapie und Vorbeugung

Auch unsere Haustiere können von Thrombosen betroffen sein. Beim Hund bilden sie sich insbesondere in den Beinen oder als Folge eines Befalls mit Herzwürmern oder Leishmanien. Rechtzeitig erkannt, können Thrombosen beim Hund therapiert werden.

Wissenswertes zur Thrombose beim Hund

Das Wort Thrombose leitet sich vom altgriechischen Wort „thrómbos“ für „Klumpen“ oder „Pfropf“ ab. Der Thrombus ist eine Blutgerinnsel (Verklumpung) in den Arterien, Venen oder im Herzen.

Gefährlich werden Thromben, wenn sie sich alleine nicht mehr auflösen können. Sie bereiten an Ort und Stelle Probleme oder beginnen im Blutkreislauf als „Embolus“ zu wandern.

Gerät dieser Pfropf an eine Engstelle oder wird immer größer, verursacht er einen Gefäßverschluss.

Diese Art der Erkrankung bezeichnet man als Embolie oder Thromboembolie.

Thromben entstehen

  • nach Gefäßverletzungen
  • als Folge von Blutgerinnungsstörungen
  • durch stark verlangsamte Fließgeschwindigkeit des Blutes
  • durch Gewebeteile oder Parasiten im Blut.

In vielen Fällen lösen sich Thromben einfach wieder auf. Selbst wenn sie bereits durch den Körper gewandert sind, müssen sie nichts zwangsläufig zu Komplikationen und einer Embolie führen.

Die häufigsten Formen sind die venöse Thrombose (Phlebothrombose), vorzugsweise in den Beinen und im Beckenbereich sowie die arterielle Thrombose.

Ursachen für Thrombosen beim Hund

Bei Hunden gelten Parasiten wie der Herzwurm zu den häufigsten Auslösern der Thrombose. Gleich danach folgen Anämie (Blutarmut), Tumor-Erkrankungen sowie Thrombosen nach operativen Eingriffen.

Gewisse Faktoren können die Entstehung einer Thrombose begünstigen

  • chronischer Bewegungsmangel
  • Durchblutungsstörungen
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Herzmuskelerkrankungen
  • fortgeschrittenes Alter.

Die Symptome einer Thrombose beim Hund

Ist ein Gefäßverschluss entstanden, staut sich das Blut in der betroffenen Arterie oder Vene sowie im umliegenden Gewebe. Der Organismus wird zunächst versuchen, das Blut über freie Gefäße umzuleiten. Reichen die Kapazitäten zur Selbstregulierung nicht aus, werden das Gewebe und umliegende Organe nur noch unzureichend durchblutet und mit immer weniger Sauerstoff versorgt (Ischämie).

chronischer Bewegungsmangel kann böse Folgen haben

Durch die Unterversorgung des Gewebes werden folgende Symptome ausgelöst

  • Schmerzen und Muskelkrämpfe
  • druckempfindliche Venen
  • Bewegungsstörungen
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • kalte, blutleere Körperteile.

Die Diagnose durch den Tierarzt

Bei Verdacht auf Thrombose sollte der Hund sofort in eine Tierklinik gebracht werden. Dort stehen die besten Diagnose-Einrichtungen zur Verfügung.

Ein Ultraschall und eine Blutprobe können nur unzureichende Hinweise liefern. Eindeutig diagnostiziert werden Thrombosen mittels der Angiografie oder Magnetresonanztomografie.

Die Angiografie arbeitet mit herkömmlichen Röntgenstrahlen. Nach dem Injizieren eines Kontrastmittels sind die Blutgefäße, etwaige Anomalien und Verstopfungen auf den Bildern gut sichtbar.

Eine strahlungsfreie Alternative ist die Magnetresonanztomografie (MRT).

Behandlung und Heilungsaussichten

Wichtig ist die möglichst rasche Therapie einer Thrombose. Der Tierarzt wird zunächst blutverdünnende Infusionen mit Heparin geben.

Daneben kommen diverse Medikamente zum Einsatz

  • Schmerzmittel
  • Gerinnungshemmer
  • weitere Blutverdünner.

Im günstigsten Fall löst sich der Thrombus durch diese Maßnahmen komplett auf.

Gleichzeitig muss nach der Ursache und eventuellen Grunderkrankung gesucht werden. Erst wenn diese gefunden sind, wird der Tierarzt eine verlässliche Prognose stellen können.

Die operative Entfernung von Thromben ist möglich. Allerdings sind diese Eingriffe mit größeren Risiken verbunden und sollten nur in zwingend Notfällen von erfahrenen Gefäßchirurgen durchgeführt werden.

Aortenthrombose beim Hund

Die Aortenthrombose ist eine seltene und ungünstige Komplikation eines Blutgerinnsels. Dabei setzt sich der Blutpfropf in der Hauptschlagader (Aorta) des Hundes fest.

Erhöht ist das Risiko bei Hunden mit diesen Grunderkrankungen

Blutgerinnsel im Gehirn

Bildet sich im Gehirn ein Blutpfropf kann dies zu einem Schlaganfall (Apoplexie) führen.

Durch die akute Durchblutungsstörung bekommen die Gehirnzellen zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. In der Folge sterben zunehmend Zellen ab und es kommt zu neurologischen Ausfällen bis hin zum Tod.

Symptome für einen Schlaganfall beim Hund sind

  • plötzlich auftretende Lähmungen
  • Muskelschwäche
  • Schwindel
  • ein schnelles Bewegen der Augen (Nystagmus)
  • gestörtes Sehvermögen.

Das Risiko eines Schlaganfalls beim Hund ist durch diese Krankheiten erhöht

  • Diabetes
  • Tumoren
  • Schilddrüsenprobleme
  • organische Störungen
  • Bluthochdruck.

Dennoch ist der klassische Schlaganfall bei Hunden eher selten. Bei älteren Tieren kommt gelegentlich das geriatrische Vestibularsyndrom vor. Diese Erkrankung, die mit einer Störung des Gleichgewichtsorgans im Inneren des Ohres einhergeht, wird umgangssprachlich auch als „Schlaganfall des Hundes“ bezeichnet.

Lungenembolie beim Hund

Bei der Lungenembolie (Lungenarterienembolie) wandert ein Embolus in die Blutgefäße der Lunge oder der Thrombus ist dort entstanden.

In der Folge wird die Lunge zu wenig durchblutet. Als erstes akutes Zeichen stellen sich Kurzatmigkeit bis hin zur Atemnot ein. Meistens dauert es nicht lange, bis der Kreislauf komplett zusammenbricht. Die Lungenembolie endet tödlich und ist beim Hund schwer therapierbar.

Zum Glück ist auch diese Form der Thrombose beim Hund insgesamt sehr selten. Nur in Verbindung mit einer Erkrankung durch Herzwürmer (Dirofilaria immitis) tritt sie vermehrt auf.

Herzwürmer sind Parasiten (Fadenwürmer), die bisher nur wärmeren Regionen Südeuropas vorkommen. Allerdings können von dort stammende, infizierte Hunde die Krankheit durch Mückenstiche übertragen.

Im Entwicklungszyklus der bis zu 1 mm dicken und 30 cm langen Herzwürmer werden immer mehr Larven in den Blutkreislauf des Wirtes geschwemmt. Sie führen zu Verstopfungen, die den normalen Blutfluss zunehmend beeinträchtigen.

Da sich die erwachsenen Würmer bevorzugt an der Herzklappe niederlassen, machen sich in der Regel zunächst Herzleistungsschwächen bemerkbar. Bleiben die Parasiten unentdeckt, kann sich im weiteren Verlauf der Krankheit eine Lungenembolie entwickeln.

Rechtzeitig erkannt, können Herzwürmer behandelt werden. In späteren Stadien der Krankheit sind die Heilungsaussichten sehr schlecht.

Kann einer Thrombose vorgebeugt werden?

Bei entsprechenden Vorerkrankungen sollte der Hund in Absprache mit dem Tierarzt geeignete Medikamente bekommen und vor allem immer genug Bewegung haben.

In Zeiten der Genesung nach einem operativen Eingriff sind ebenfalls Bewegung und eventuell durchblutungsfördernde Maßnahmen wie Massagen oder Physiotherapie eine gute Prävention.

Daneben sorgt eine hochwertige Ernährung für eine gute Durchblutung des Hundes.

Zusätzlich können natürliche Blutverdünner gefüttert werden

  • Omega-3-Fettsäuren
  • Kräuter wie Brennnessel, Ingwer, Knoblauch und Weißdorn
  • Oligomere Proanthocyanidine (OPC)

Eine gute alternative Therapie kann das Enzym Nattokinase zum Beispiel in Form von Nattokinase von Fitness Vital darstellen. In einer Studie aus dem Jahr 1990 lieferte das Enzym an sich an Hunden mit einer Thrombose in der großen Beinvene ausgezeichnete Ergebnisse. Durch eine Gabe von fünf Einheiten 2.000 FU Nattokinase-Kapseln konnten sich Verklumpungen innerhalb von nur 5 Stunden auflösen. (Studie zu Nattokinase https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/2123064/ )

Thrombose beim Hund – die Zusammenfassung

Thrombosen sind Verklumpungen in den Blutgefäßen. Diese können sich von alleine wieder auflösen oder zum Verschluss von Arterien oder Venen führen. Bei einem Verschluss kommt es zu gravierenden Durchblutungsstörungen, die im schlimmsten Fall mit dem Tod des Hundes enden.

Bewegungsmangel, diverse Vorerkrankungen sowie operative Eingriffe können die Entstehung von Thrombosen begünstigen.

Die Diagnose erfolgt in der Tierklinik mittels Angiografie oder Magnetresonanztomografie. Lage und Größe der Verstopfung sowie begleitende Erkrankungen sind entscheidend für die weitere Prognose. Je früher ein Thrombus erkannt wird, umso besser können die Heilungsaussichten sein.

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