Tschechoslowakischer Wolfhund

Der Ursprung des Tschechoslowakischen Wolfhundes liegt in der Verpaarung des deutschen Schäferhundes mit einem Wolf aus den Karpaten. Im Jahr 1955 kam es zu einem ersten Versuch in der Tschechoslowakei und 1958 erblickten die ersten Welpen das Licht der Welt. Das Ziel, die Eigenschaften des Wolfes und des Haushundes zu kombinieren, war erreicht.  Es entstand eine robuste aber scheue Hunderasse. Anfang der 80er Jahre wurde der Tschechoslowakische Wolfhund als Rasse anerkannt.

Tschechoslowakischer-Wolfshund

Ursprünglich sollte die Rasse bei der tschechischen Armee als Diensthund eingesetzt werden. Dieses Unterfangen gestaltete sich jedoch schwieriger als gedacht. Zwar erfüllten einige Nachkommen die Erwartungen der Tschechen, doch viele Tschechoslowakische Wolfshunde konnten nicht in den Dienst der Armee treten. Das natürlich scheue Verhalten des Wolfes dominierte das Wesen vieler Tschechoslowakischen Wolfshunde.

Erst nachdem die Rasse offiziell anerkannt wurde, kam wieder Bewegung in die Zucht. Damit verbreitete sich das Vorkommen des Tschechoslowakische Wolfshundes in der Bevölkerung etwas.

Im FCI-Rassestandard wird die Rasse seit 1999 als Gebrauchshund in der Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde) in der Sektion 1 (Schäferhunde) geführt.

Tschechoslowakischer Wolfshund Rudel

Äußeres Erscheinungsbild Tschechoslowakischer Wolfhund

Größe:

Hündinnen erreichen eine Körpergröße von ungefähr 60 cm. Die männlichen Wolfshunde werden etwa 65 cm groß.

Gewicht:

Mit etwa 20 kg sind die Hündinnen etwas leichter als die Rüden mit ca. 26 kg.

Farbe:

Das dichte Fell des Tschechoslowakische Wolfshundes erinnert stark ein das Haarkleid eines Wolfes. Verschiedene Grautöne mit der typischen hellen Maske, welche über den Hals bis zur Brust führt, unterstreichen dieses Bild.

Körperbau:

Neben dem charakteristischen Fell ähnelt auch der Körperbau stark ein den Wolf. Die langen Beine verleihen dem Tschechoslowakischen Wolfshund das fließende Gangbild. Zwar ist der Tschechoslowakische Wolfshund gut bemuskelt, aber dennoch wirkt der Körperbau elegant und grazil. Der gerade Rücken und die kurze Kruppe enden in einer hoch angesetzten Rute.  Im entspannten Zustand trägt der Tschechoslowakische Wolfshund seine Rute herabhängend. Erregt etwas seine Aufmerksamkeit, richtet er die Rute sichelförmig auf.

Die großen, elastischen Pfoten fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein. Besonders die Hinterbeine des Tschechoslowakischen Wolfshundes sind kräftig gebaut. Die Ursprünglichkeit dieses Rassehundes ist nicht zu übersehen.

Kopf und Ohren:

Der keilförmige Kopf lässt leicht auf das Geschlecht schließen. So ist der Kopf einer Hündin augenscheinlich zarter gebaut als der Kopf eines Rüden.

Die schwarze Nase ist oval geformt, während die Lefzen eng anliegen. Die Stehohren sind von dreieckiger Form und sind eher dünn gewachsen. Diese Ohren ermöglichen dem Tschechoslowakischen Wolfshund eine klare mimische Kommunikation. 

Die bernsteinfarbenen Augen sind schmal und schräg angesetzt. Die optischen Eigenschaften der Augen verleihen dem Tschechoslowakischen Wolfhund den intensiven „Wolfsblick“.

Besondere Eigenschaften

Wesen:

Insgesamt ist die Rasse ein temperamentvoller und furchtloser Weggefährte. In der Zucht wurde Wert darauf gelegt, dass das natürliche Misstrauen und die Zurückhaltung beibehalten werden. Damit diese Charaktereigenschaften sich nicht zu einer regelrechten Scheu entwickeln, ist die frühzeitige Sozialisierung des Tschechoslowakischen Wolfhundes ungemein wichtig.

Hat er eine intensive Bindung zu seinen Haltern aufgebau, ist auf seine Treue Verlass. Gegenüber den Kindern der Familie zeigt der Tschechoslowakische Wolfshund in diesem Fall seine liebevolle Seite. Auch gilt der Wolfshund als geduldig und sorgsam. Ebenso kommen dann seine Intelligenz, Ausdauer und Gelehrigkeit zum Vorschein. Anspruchsvolle und neue Aufgaben meistert der gerne. Seine Intelligenz bringt den Wolfshund jedoch auch dazu, Übungen zu hinterfragen. Erschließt sich dem Hund der Sinn dahinter nicht, schwindet oft auch seine Motivation.

Noch heute sind besonders die Urinstinkte im Tschechoslowakischen Wolfshund charakteristisch. So sind das Jagdverhalten und sein Fluchtinstinkt sehr ausgeprägt. Mit mentaler und physischer Auslastung ist der Tschechoslowakische Wolfshund ausgeglichen und freundlich.

Mögliche Einsatzgebiete:

Der Tschechoslowakische Wolfshund gilt als vielseitige Hunderasse. Einer fundierten Sozialisierung vorausgesetzt, kann der Tschechoslowakische Wolfshund als Familienhund gehalten werden. Im Vergleich zu anderen Hunderassen ist dies jedoch mit hohen Ansprüchen an die Erziehung verbunden.

Hundesportarten, bei denen der Tschechoslowakische Wolfshund seine Nase einsetzten kann, eignen sich hervorragend. So sind Fährtenarbeit oder Mantrailing passende Auslastungsmöglichkeiten. Das Sportliche und die immense Ausdauer kann der Tschechoslowakische Wolfshund perfekt in Hundesportarten wie Agility, Obedience, CaniCross oder auch im Zugsport einsetzen. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Der Tschechoslowakische Wolfshund ist Fremden gegenüber zwar misstrauisch, gleichzeitig aber auch defensiv. Bellen liegt nicht im üblichen Kommunikationsrepertoire dieser Rasse, weshalb der Wolfshund als Wachhund weniger gut geeignet ist.

Haltung und Pflege:

Der Tschechoslowakische Wolfhund liebt sein „Rudel“ und ist gerne immer mit dabei. Ausgrenzung oder das Alleinsein schätzt diese gesellige Rasse nicht. Der Wolfshund eignet sich daher auch sehr gut für die Mehrhundehaltung.

Der wohl wichtigste Faktor für die Haltung eines Tschechoslowakischen Wolfshundes ist Zeit und Aktivität. Am besten aufgehoben fühlt sich der Tschechoslowakische Wolfshund bei sportlichen und erfahrenen Haltern, welche viel mit ihm unternehmen. Das Leben sollte sich hauptsächlich in ländlicher Umgebung auf großem Grundstück abspielen.

Auslauf und Beschäftigung sind das A und O für die Haltung dieses Hundes. Lange Wanderungen oder das Überwinden von bergigen Landschaften sind für ihn sehr gut geeignet. Auch als Begleitung bei Fahrradtouren ist er gerne dabei.

Der Naturbursche hat dickes, widerstandsfähiges Fell. Besonders im Winter ist die Unterwolle dick. Regelmäßiges Bürsten ist unerlässlich. Während des Fellwechsels ist tägliches Bürsten angebracht, denn in dieser Phase verliert der Tschechoslowakische Wolfhund erstaunlich viel Fell.

Gesundheit:

Er gilt als sehr robuste Hunderasse, welche nicht anfällig für Krankheiten ist. Die Lebenserwartung ist mit etwa 15 Jahren entsprechend hoch.

Rassetypische gesundheitliche Probleme kommen hin und wieder vor. Dazu zählen neben der degenerativen Myelopathie und der Hüftdysplasie auch Augenprobleme.

Eingesendete Bilder:

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