Holländischer Schäferhund (Herder)

Der Holländische Schäferhund, auch unter dem Namen „Hollandse Herdershond“ bekannt, zählt zu den holländischen Hüte-und Treibhunden. Im Alltagsgebrauch wird der Holländische Schäferhund oftmals auch „Herder“ genannt. Den Holländischen Schäferhund gibt in den drei Varianten Kurzhaar, Langhaar und Rauhaar.

Wie auch sein Verwandter, der Schapendoes, diente der Herder ursprünglich als Hütehund und arbeitete eng mit den niederländischen Schafhirten zusammen. Doch nicht nur das – der Holländische Schäferhund wurde in verschiedensten Bereichen als Gebrauchshund eingesetzt. Als Treibhund sorgte er dafür, Rinderherden von A nach B zu begleiten. Der Herder war außerdem als Zughund für Karren oder als Wach- und Hofhund sehr beliebt. Im Prinzip also ein Allround-Talent.

Aufgrund seiner Beliebtheit in den Niederlanden wurde im Jahr 1898 ein Zuchtverein für den Holländischen Schäferhund, der „Nederlandse Herdershonden Club“ gegründet. Vom FCI ist diese Hunderasse seit 1960 anerkannt und gehört zur FCI-Gruppe 1, Sektion 1, Standard Nr. 223.

Der Herder findet sich in Deutschland heute sehr selten. Nur etwa 100 Herder-Welpen erblicken jährlich in Deutschland das Licht der Welt. Meistens handelt es sich hierzulande um kurzhaarige Herder.

Dem Zuchtverband ist es wichtig, dass der Holländische Schäferhund auch weiterhin als Arbeitshund statt als Ausstellungs- oder Modehund gesehen wird.

Äußeres Erscheinungsbild des Holländischen Schäferhund

Größe:

Mit einer Idealgröße von 55-60 cm bei Hündinnen und 57-62 cm bei Rüden zählt der Herder zu den mittelgroßen bis großen Hunderassen.

Gewicht:

Hündinnen bringen etwa 23 kg auf die Waage, bei Rüden liegt das Normalgewicht bei ca. 28 kg.

Fell und Farbe:

Gemäß Rassestandard ist das Fell des Holländischen Schäferhundes bei allen Felllängen gestromt (Gold oder Silber) mit schwarzer Maske.

Der kurzhaarige Herder kommt am häufigsten vor. Ihr Fell ist vergleichsweise hart und aufgrund seiner Verwendungsgeschichte mit Unterwolle besetzt.

Bei der langhaarigen Version liegt das Fell dicht am Körper und fühlt sich grob an. Die Unterwolle schützt vor Wind und Wetter. An Kopf, Ohren und Pfoten hingegen ist das Fell kürzer.

Beim Rauhaar-Herder ist das Fell dicht und struppig mit dicker Unterwolle. Das Fell an Ober- und Unterlippe bildet einen Schnauz- bzw. Kinnbart. Ein bis zweimal im Jahr sollte das Fell getrimmt werden.

Körperbau:

Der Holländische Schäferhund ist sportlich und kräftig gebaut. Das Gesamtbild lässt gut erkennen, dass es sich um einen Schäferhund handelt. Sein Körperbau ist gut proportioniert und wirkt sehr harmonisch. Trotz seiner kräftigen Statur wirkt der Holländische Schäferhund keinesfalls plump.

Vom geraden und kräftigen Rücken hängt die leicht gebogene Rute im Normalzustand gerade herunter. Die Körperlänge übertrifft Körpergröße etwas, der Holländische Schäferhund wirkt daher eher rechteckig. Durch die gut bemuskelten Vorder- und Hinterbeine wirkt der Gang des Holländischen Schäferhund zügig und fließend.

Kopf und Ohren:

Die Kopfform des Holländischen Schäferhund ist eher keilförmig. Er passt größentechnisch harmonisch zum Körperbau. Ist der Herder aufmerksam, richtet er die mittelgroßen und kurz behaarten Ohren straff auf. Auch das Gesicht ist in der Regel von relativ kurzem Fell gekennzeichnet. Die dunklen, mandelförmigen Augen fügen sich gut in das Gesamtbild ein.

Besondere Eigenschaften

Wesen:

Das Wesen des Holländischen Schäferhund wird als freundlich und ausgeglichen beschrieben. Nervosität und Hektik zeigt er in der Regel nicht. Zwar ist der Herder als Arbeitshund eine eigenständige und unabhängige Rasse, jedoch ist er seiner Familie gegenüber treu und zuverlässig. Es kommt nicht selten vor, dass der Holländische Schäferhund sich besonders auf eine seiner Bezugspersonen fokussiert. Bei ihm fremden Menschen reagiert der Herder mit vornehmer Zurückhaltung. Würde sein Teampartner jedoch in Gefahr geraten, würde er eingreifen.

Da der Holländische Schäferhund ursprünglich sehr eigenständig gearbeitet hat, trifft er gerne mal seine eigenen Entscheidungen. Bietet man ihm eine klare und strukturierte Erziehung, gilt er als folgsamer Gefährte. Rassetypisch ist der Herder außerdem sehr wachsam und territorial. Generell gilt der Holländische Schäferhund als sehr leistungsstark und intelligent.

Mögliche Einsatzgebiete:

Der Holländische Schäferhund ist grundsätzlich sehr aufmerksam, lern- und arbeitsfreudig. Er wird daher heute gerne als Polizei- oder Diensthund eingesetzt. Auch als Suchhund leistet er tolle Dienste. Agility oder weitere Hundesportarten bieten dem Herder die nötige geistige und körperliche Auslastung. Er hat außerdem viel Freude an gemeinsamen Aktivitäten mit seinen Menschen in der Natur.

Wie man erkennt, eignen sich für den Holländischen Schäferhund besonders jene Einsatzgebiete, in denen er eine klare Aufgabe bekommt und dazu seine körperliche und geistige Ausdauer beweisen kann.

Haltung und Pflege:

Aufgrund der ausgesprochenen Wesensfestigkeit ist eine faire und konsequente Erziehung für den Herder wichtig. Man sollte ihn immer wieder fordern um ihn körperlich und mental ausreichend auszulasten. Er trifft seine Entscheidungen ansonsten nach seinem Ermessen selbst, wenn er keine entsprechende Führung bekommt. Für die Erziehung sollte man also ein gewisses Know-how mitbringen. Abwechslungsreiches und anspruchsvolles Training sorgt bei ihm für die innere Ausgeglichenheit. Ein Garten oder Hof, welchen der Holländische Schäferhund bewachen darf ist ideal. Dort dreht er wachsam seine Patrouillen.

Diese Rasse ist keine Couchpotato und eignet sich daher hervorragend für aktive und sportliche Menschen. In Bezug auf die äußerlichen Begebenheiten ist der Holländische Schäferhund anspruchslos, wichtiger ist ihm die abwechslungsreiche Auslastung.

Im Gegensatz zur Erziehung und Auslastung ist der Holländische Schäferhund in der Pflege alles andere als anspruchsvoll. Er ist überaus robust und benötigt keine umfangreiche und zeitintensive Körperpflege. Die Langhaarvariante sollte jedoch, wie andere Hunderassen mit langem Fell, regelmäßig ausgebürstet werden.

Gesundheit:

Es sind keine rassetypischen Krankheiten bekannt. Als robuster Arbeitshund erfreut sich der Holländische Schäferhund in der Regel bester Gesundheit und gilt mit einer Lebenserwartung von 12 Jahren und mehr als eine langlebige Hunderasse.

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Züchter, Vereine und Clubs

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