Hokkaido

Ein bisschen lässt es der Name schon erahnen. Es handelt sich bei dem Hokkaido um eine der ältesten japanische Hunderasse. Vermutlich leitet sich der Rassename von der gleichnamigen nördlichsten Hauptinsel Japans ab. Man sagt, dass der Hokkaido von einer großen japanischen Hunderasse abstammt, welche Auswanderer in der Kamakura-Zeit (in den Jahren 1185-1333) auf die Hokkaido-Insel begleitet hat.

Der Hokkaido ist auch unter dem Namen „Ainu Inu“ bekannt. Das japanische Volk der Ainu lebte mit dieser Hunderasse zusammen. Dort auch begleitete Hokkaido die Männer bei der Jagd nach Großwild. Sogar Bären wurden in Zusammenarbeit mit dem Ainu erfolgreich erlegt. Aufgrund dessen gilt der Hokkaido als eine besonders mutige Hunderasse. Nicht viele Hunde nahmen es gerne mit großen Bären auf – auf den Ainu Inu hingegen war Verlass.

In Deutschland ist der Hokkaido sehr selten zu finden. Oftmals werden daher Züchter im Ausland aufgesucht und der Hokkaido dementsprechend nach Deutschland importiert.

Der FCI führt den Hokkaido in der Gruppe 5 („Spitze und Hunde vom Urtyp“). Das besagt, dass der Ainu Inu über die Jahre hinweg kaum verändert oder gar überzüchtet wurde. Er gehört laut FCI-Rassestandard zur Sektion 5, Standardnummer 261.

Äußeres Erscheinungsbild des Hokkaido

Größe:

Die Hokkaido-Hündinnen bewegen sich mit einer Größe von 45,5 – 48,5 cm im Idealbereich. Rüden sind mit 48,5 – 51,5 cm etwas größer gewachsen.

Gewicht:

Im Rassestandard ist für den Hokkaido kein Gewicht festgelegt. Es sollte jedoch im guten proportionalen Verhältnis zur Körpergröße stehen. Typischerweise wiegt ein Hund dieser Rasse zwischen 20 – 30 kg.

Farbe:

Die meisten Hokkaido findet man in der Farbe Sesam. Es finden sich aber auch schwarze, schwarzlohe, gestromte oder weiße Exemplare dieser Rasse.

Farbe Sesam Foto: Magdalena Niemiec, Anka Friedrich [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Körperbau:

Insgesamt hat der Hokkaido einen kräftigen Körperbau mit muskulösen Hinterläufen. Der bemuskelte Halsbereich geht in einen starken Rücken über. Auch die hoch angesetzte Rute ist alles andere als zart gebaut. Sie wird gerollt oder sichelförmig getragen.

Selbst die Pfoten des Hokkaido sind aufgrund des Rasseursprungs robust gebaut. Harte Krallen und dicke Ballen machen sie unempfindlich auf verschiedenen Untergründen.

Kopf und Ohren:

Der Kopf des Hokkaido ist eher von breiter und flacher Form. Ein typisches Rassemerkmal bilden die kleinen, dreieckigen Ohren. Sie werden gespitzt getragen. Stimmig dazu wirken auch die dunklen, ebenfalls dreieckigen Augen des Ainu Inu.

Es kommt vor, dass die Nase eines weißen Hokkaido wenig pigmentiert ist. Bei den anderen Farbvarianten ist sie hingegen schwarz.

Ein vergleichsweise seltenes Merkmal dieser Rasse ist die Farbgebung der Zunge. Sie kann blauschwarz gefärbt sein.

Besondere Eigenschaften

Wesen:

Ein Hokkaido ist typischerweise nur einem Menschen besonders zugeneigt. Man könnte ihn als Ein „Ein-Mensch-Hund“ bezeichnen, denn Befehle von anderen Menschen werden nicht selten mit Ignoranz beantwortet. Sein Verhalten ist ursprünglicher Natur und wirkt fast ein wenig edel.  

Die Erziehung dieses eigenständigen Hundes ist nicht unbedingt für Anfänger geeignet. Die Regeln und Strukturen im Zusammenleben mit einem Hokkaido müssen unbedingt konsequent aber liebevoll durchgesetzt werden. Geschieht dies nicht, entscheidet der Hokkaido einfach selbst oder neigt zur Sturheit. Es überrascht viele Menschen, dass der Hokkaido dabei aber ein echtes Sensibelchen ist, der statt mit Härte in jedem Fall mit einer großen Portion Fingerspitzengefühl erzogen werden muss.

Fremde Menschen könnten den Hokkaido fast als arrogant wahrnehmen. Seine nicht zu übersehende Zurückhaltung gegenüber Fremden sollte aber nicht täuschen. Wird es ernst, würde der Hokkaido prompt eingreifen, um seine Bezugsperson zu beschützen. Angst ist für ihn dann ein Fremdwort – ein mutiger, selbstständiger Japaner.

Mögliche Einsatzgebiete:

Der Hokkaido eignet sich immer noch sehr gut für das Aufstöbern von Wild und gilt als treuer Begleiter auf der Jagd. Generell sind besonders Aktivitäten in der freien Natur genau das richtige für diesen robusten Hund. Wind und Wetter machen ihm nichts aus, selbst Schnee und Kälte trotzt der Ainu Inu. Der Orientierungssinn ist hervorragend und auf der Suche nach seinem Menschen in wilder Natur schlägt ihn wohl kaum eine andere Hunderasse.

Nach einer entsprechenden Ausbildung ist der Hokkaido aufgrund seiner festen Charaktereigenschaften auch als Personenschutzhund oder Therapiehund geeignet.

Haltung und Pflege:

Möchte man einen Hund zum Kuscheln, den man mit Spaß und Spiel zufrieden stellt, eignet sich der Hokkaido nicht. Er gilt als eine sehr selbstständige Hunderasse, mit viel Drang zur Bewegung. Die kleine Runde um den Block lastet den Ainu Inu nicht aus. Wird er nicht entsprechend gefordert, kann der Hokkaido sich zu einem schwer lenkbaren Hund entwickeln.

Seine Ausdauer kann er bestens bei langen Wanderungen unter Beweis stellen. Besonders in Waldgebieten oder auf unwegsamen Geländen fühlt er sich wohl. Hier sollte er aufgrund seines starken Jagdtriebes an der Leine geführt werden, wenn er nicht sicher abrufbar ist.

Als Familienhund sollte der Hokkaido nicht die erste Wahl sein. Besonders im Umgang mit Kindern sollte man ihn früh sozialisieren und auch die Kinder im Haushalt entsprechend schulen, denn als Spielzeug möchte dieser „Ein-Mensch-Hund“ nicht behandelt werden.

Am Wohlsten fühlt sich der Hokkaido in ländlichen Gebieten. Ein Haus mit großem Garten oder ein Hof, auf dem er seine Streifzüge unternehmen kann, wäre genau das richtige für diesen Naturburschen.

Gesundheit:

Wie bereits erwähnt, hat man mit dem Hokkaido einen wirklich robusten Hund an seiner Seite. Erbkrankheiten oder typische Wehwehchen sind für diese ursprüngliche und natürliche Hunderasse nicht bekannt. Seine Lebenserwartung ist mit etwa 15 Jahren entsprechend lang.

Da der Hokkaido sehr dichtes Fell mit dicker Unterwolle hat, sollte es regelmäßig ausgebürstet werden. In der Regel reicht das auch schon aus, denn baden sollte der Hokkaido so selten wie möglich, um seine natürliche Schutzschicht auf der Haut nicht zu schädigen. Da der Hokkaido eine echte Wasserratte ist, kann man ihn gerne seinen Schwimmkünsten nachgehen lassen. Dabei reinigt sich das Fell auf ganz natürliche und sanfte Weise.

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