Liegeschwielen

Liegeschwielen kommen bei Hunden relativ häufig vor.
Besonders große, schwere Rassen und übergewichtige Hunde sind gerne betroffen. Aus den zunächst harmlosen Hautveränderungen kann sich ein medizinisches Problem entwickeln, daher ist ein frühzeitiges Erkennen der Problematik sehr wichtig. Der Prophylaxe kommt hier eine Schlüsselrolle zu.

Krankheitsbild 
LiegeschwielenLiegeschwielen sind haarlose, graue, meist runde oder ovale Stellen mit einer schorfigen, teilweise faltig-rissigen Oberfläche. Sie treten meistens an Stellen auf, an denen die Haut des Hundes direkt über vorstehenden Knochenpunkten liegt, z. B. am Ellenbogen, am Sprunggelenk oder am Brustbein.
Sie entstehen durch eine zu hohe Druckbelastung beim Liegen auf harten, rauen Oberflächen. Neben der mechanischen Belastung, die zunächst zur Haarlosigkeit führt, wird auch die Durchblutung der Stellen beeinträchtigt, was zum Untergang von Zellen und in der Folge zu Entzündungen führen kann.
Die Haut bildet eine dicke, verhornte Schutzschicht, um dem Druck besser standhalten zu können.
Im weiteren Verlauf können in der dicker werdenden, krustigen Oberfläche Risse entstehen, durch die Bakterien eindringen und zu nässenden bzw. eitrigen Entzündungen führen können.
Es können auch Blutungen auftreten und die Haut kann sich geschwürig verändern.
Durch die vermehrte Druckbelastung kann es auch zu Schwellungen bzw. Entzündungen von unter den Schwielen liegenden Schleimbeuteln kommen.

Behandlungsmöglichkeiten
Liegeschwielen werden oft erst sehr spät als solche erkannt. Viele Hundebesitzer glauben anfangs, dass es sich dabei um einen Pilzbefall oder Tumor handelt.
Daher wird oft ein Besuch beim Tierarzt nötig, denn blutende oder infizierte Stellen müssen entsprechend behandelt werden. Je nach Krankheitsbild kann an tierärztlicher Behandlung notwendig sein:

-Waschen der Hautstellen mit einer desinfizierenden Waschlösung
-Auftragen einer pflegenden und/oder desinfizierenden Salbe
-Anlegen eines Verbandes
-Gabe eines Antibiotikums in Tablettenform
-Gabe eines Schmerzmittels/Entzündungshemmers
-In schweren Fällen operative Entfernung geschwüriger Veränderungen.

Die wichtigste Komponente ist allerdings die Prophylaxe. Der Auslöser für die Liegeschwielen muss abgestellt werden, damit die vorhandenen abheilen und keine neuen entstehen können.

Prognose
Wird die Ursache abgestellt, haben Liegeschwielen in der Regel eine gute Prognose. In schweren Fällen können dauerhafte Hautveränderungen erhalten bleiben.

Prophylaxe
Die wichtigsten Elemente der Prophylaxe sind die Bekämpfung von Übergewicht und die Verwendung einer komfortablen Liegeunterlage, die der Hund gerne nutzt. Diese darf nicht zu hart sein und keine scheuernde Oberfläche haben.
Es gibt spezielle orthopädische Hundebetten, die, ähnlich einer guten Matratze beim Menschen, für eine optimale Druckverteilung sorgen. Der Hund sinkt dabei an bestimmten Stellen in das Material ein, an den restlichen Stellen wird sein Gewicht durch die Oberfläche getragen.
Besonders kurzhaarige Rassen nehmen zusätzlich polsternde Elemente wie Decken oder Kissen gerne an.
Auch für unterwegs gibt es Möglichkeiten, die Druckbelastung etwas zu minimieren: Eine etwas dickere Decke oder ein spezielles Reisekissen können hier hilfreich sein.
Hunden, die gerne auf kühlen, harten Böden liegen, kann z. B. durch gestrickte oder genähte Ellenbogenschoner geholfen werden. Auch für das Sprunggelenk können schützende, weiche Polsterelemente selbst hergestellt werden.

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2 Kommentare

  1. Hallo. Eine meiner Hündinnen hat links eine starke Liegeschwiele. Wie kann ich etwas nähen um ihr zuhelfen.?

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