Hundestaupe

Die Hundestaupe ist eine ernstzunehmende, hochansteckende Viruserkrankung.  Erreger ist das Canine Staupevirus (auch CDV, Canine Distemper Virus).
Die Erkrankung kommt bei Hunden, Füchsen, Marderartigen, Großkatzen und einigen anderen Tierarten vor.
Eine Impfung ist möglich und sehr sinnvoll; sie ist Bestandteil der sogenannten „Core-Vakzine“ beim Hund (Impfungen, die jeder Hund haben sollte).

Infektion
Die Ansteckung erfolgt meist durch Kontakt mit einem infizierten Hund oder toten Wildtieren wie Füchsen oder Mardern. Auch eine Übertragung im Mutterleib ist möglich.

Imfung  eines Welpen
Imfung eines Welpen

Etwa 8 Tage nach der Infektion beginnt die Organbesiedelung und die Ausscheidung des Virus.
Der weitere Verlauf ist stark vom Zustand des Immunsystems des betroffenen Hundes abhängig:
Im günstigsten Fall wird das Virus nach etwa 14 Tagen eliminiert, ohne Krankheitssymptome hervorzurufen; andernfalls kommt es zu einer Ausbreitung in verschiedene Gewebe bzw. Organe.
Das Staupevirus ist in der Lage, lange Zeit in der Haut, in den Augen sowie im Nervengewebe zu überdauern und unter Umständen noch Jahre nach der Infektion Symptome hervorzurufen.

Die Zunahme der Erkrankungsfälle in den letzten Jahren ist unter anderem auf den Anstieg importierter Hunde ohne entsprechenden Impfschutz sowie ungeimpfte Welpen im Inland zurückzuführen.

Jungtiere und ältere Hunde sind besonders häufig betroffen.

Das Staupevirus überlebt in der Umwelt einige Stunden, in Räumen und an Gegenständen wie z. B. Kleidung z. T. einige Tage. Hitze (aber nicht Kälte) und geeignete Desinfektionsmittel inaktivieren den Erreger.

Krankheitsbild

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an Hundestaupe erkrankter Hund, Bildquelle: via Wikimedia Commons
Die Symptome der Staupe sind vielfältig. Erste Krankheitsanzeichen können sein:

-Hohes Fieber
-Appetitlosigkeit
-Müdigkeit; reduziertes Allgemeinbefinden.

Im Verlauf der Erkrankung können verschiedene Organsysteme betroffen sein; man unterscheidet demnach folgende Formen der Hundestaupe:

-Lungenstaupe (Atembeschwerden, Niesen, Husten)
-Darmstaupe (Erbrechen, Durchfall)
-Nervenstaupe (Bewegungsstörungen, Lähmungen, Krämpfe).

Auch Hautveränderungen und Augensymptome unterschiedlichen Schweregrades von der Bindehautentzündung bis zur Erblindung kommen vor.
Üblicherweise treten Atemwegs- und Darmsymptome zuerst auf; Augen und Nervensystem erkranken später, wobei insbesondere die Nervenform der Staupe starke Beschwerden mit sich bringen kann. Hierunter fallen z. B.:

-Muskelkrämpfe (sogenannte „Staupe-Ticks)
-Anfälle
-Störungen der Bewegungskoordination
-Lähmungen
-Schluckstörungen
-Zittern.

Spätfolgen sind u. a. Verhärtungen an den Pfotenballen oder am Nasenspiegel (Hyperkeratosen) oder auch das sogenannte „Staupegebiss“, welches durch Schädigung der Zahnschmelzanlage bei Junghunden entstehen kann.

Diagnose
Die Diagnose stellt der behandelnde Tierarzt anhand der Symptomatik in Zusammenhang mit dem Vorbericht; direkte Erregernachweise (z. B. mittels Schleimhautabstrichen oder Blutuntersuchungen) dienen der Diagnosesicherung.

Behandlungsmöglichkeiten
Eine direkte Bekämpfung des Staupevirus ist nicht möglich.
Je nach Schweregrad der Erkrankung werden die jeweiligen Symptome entsprechend behandelt, um die Beschwerden des Hundes zu lindern und sein Immunsystem bei der Bekämpfung des Erregers so gut wie möglich zu unterstützen. Hierbei können folgende Maßnahmen nötig werden:

-In der Frühphase der Infektion Gabe von spezifischen Immunglobulinen (Antikörpern)
-Bei Atemwegssymptomen Inhalationstherapie und regelmäßige Sekretentfernung
-Bei Durchfall und/oder Erbrechen Infusionen (Flüssigkeit und Elektrolyte)
-Bei Augensymptomen lokale Behandlung, z. B. mittels Augensalben
-Multivitaminpräparate; insbesondere Vit. B und C zur Unterstützung der
Schleimhautregeneration
-Bekämpfung bakterieller Sekundärinfektionen mittels Antibiotika.

Die intensive Pflege des erkrankten Hundes, gute Hygiene und das Vermeiden von Kontakten zwischen kranken und gesunden Tieren sind selbstverständlich.

Prognose
Je nach Verlaufsform und Schweregrad der Erkrankung ist die Prognose gut bis ungünstig. Nicht selten kann die Staupe auch zum Tod des Hundes führen.

Prophylaxe
Die Impfung gegen Staupe bietet einen guten Schutz und sollte immer rechtzeitig aufgefrischt werden.
Die Grundimmunisierung wird beim Welpen erstmals im Alter von 8 Wochen durchgeführt; mit 12 Wochen erfolgt die erste Wiederholungsimpfung, mit 16 Wochen die zweite.
Mit 15 Monaten erfolgt die nächste Auffrischung, danach reicht in der Regel eine Impfung alle 3 Jahre.

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