Zerrung beim Hund: Symptome und Behandlung

Vielleicht hast du es selbst schon einmal erlebt. Du bist in Bewegung und plötzlich zwickt und schmerzt es im Bein. Eine Zerrung kann schnell entstehen. Genauso können sich auch unsere Hunde Zerrungen zuziehen. In einem Moment spielt und tobt dein Hund fröhlich. Im nächsten Moment humpelt die Fellnase. Der Hund scheint Schmerzen zu haben. Der Grund dafür kann eine Zerrung sein.

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Schonhaltung

Eine Zerrung entsteht durch die Verletzung von Bändern, Muskeln oder Sehnen. Besonders während des Spiels kann dies schnell passieren. Es genügt eine unnatürliche oder ruckartige Bewegung. Auch eine Überbeanspruchung kann die Ursache für eine Zerrung beim Hund sein. Besonders von Zerrungen betroffene Körperregionen sind beim Hund die Oberschenkel oder Hüften.

Symptome einer Zerrung beim Hund

Eine Zerrung macht sich, wie andere Verletzungen auch, bei jedem Hund anders bemerkbar. Dem einen Hund merkt man die Zerrung sofort an, bei dem anderen muss man schon etwas genauer hinsehen. Einige typische Symptome deuten jedoch auf eine Zerrung hin:

  • aufjaulen
  • humpeln
  • Schonhaltung
  • Schwellung der betroffenen Körperstelle
  • Appetitlosigkeit
  • plötzliche Verhaltensänderung

Für die plötzlichen Verhaltensänderungen bei einem Hund mit einer Zerrung ist der Schmerz ursächlich. So verschieden wie die Hunde sind, kann sich auch die Verhaltensveränderung zeigen. Einige Hunde ziehen sich zurück und wirken abwesend. Sie möchten am liebsten gänzlich in Ruhe gelassen werden. Doch auch aggressives Verhalten kann vorkommen. Damit möchte sich der Hund durch abwehrendes Verhalten jede Berührung vom Leib halten. Irgendwie auch verständlich, oder?

Bemerkst du bei deinem Hund Symptome dieser Art, solltest du ihn auf jedem Fall eurem Tierarzt vorstellen. Möglicherweise könnte es sich auch um einen Muskelriss handeln. Verstauchungen äußern sich ebenfalls durch vorgenannte Symptome. Um sicher zu gehen, sollte der Gang zum Tierarzt in Angriff genommen werden. Dieser untersucht deinen Hund gründlich. Knochen, Muskeln, Gelenke und Sehnen werden abgetastet. Doch auch diese Untersuchung ist kein Garant für eine Diagnose. Kann der Tierarzt die Verletzung nicht eindeutig zuordnen, wäre der nächste Schritt das Röntgen oder eine Ultraschalluntersuchung.

Behandlung einer Zerrung beim Hund

Je nach Diagnose wird der Tierarzt deinem Hund gegebenenfalls einen Stützverband anlegen. Ein solcher Verband verhindert, dass sich Flüssigkeit in dem betroffenen Bereich ansammelt. Damit kann eine starke Schwellung verhindert werden. Außerdem schränkt ein solcher Verband die Mobilität deines Hundes bewusst ein, damit zusätzliche Belastungen verhindert werden können.

Da Verletzungen wie eine Zerrung mit Schmerzen verbunden sind, wird dein Hund bei Bedarf zusätzlich mit einem Schmerzmittel versorgt. Durch die medikamentöse Behandlung wird der Heilungsprozess bei deinem Hund unterstützt. Neben der schmerzlindernden Wirkung, können damit auch Entzündungen und weitere Schwellungen verhindert werden.

Hund hat Zerrung

Für einen nachhaltigen Heilungsprozess ist nun vor allem Schonung nötig. Gehe mit deinem Hund währenddessen nur die nötigsten Schritte. Ist die Belastung zu groß, könnten sich die Beschwerden deines Hundes sogar verschlimmern. Besonders das Spielen oder Springen sollte unbedingt vermieden werden. Die Zerrung wird damit immer neu entfacht. Zudem können weitere Verletzungen entstehen. Steigere die Belastung nur langsam und achte genau auf die Entwicklung der Symptome deines Hundes.

Diese Hausmittel können die Abheilung der Zerrung zusätzlich ankurbeln

Hausmittel können das Abheilen der Zerrung bei deinem Hund unterstützen, ein Garant sind aber auch sie nicht. Alle Mittel und Anwendungen wirken je nach Hund und Schwere der Zerrung unterschiedlich. Spreche unbedingt zuvor mit deinem Tierarzt über den Einsatz von Hausmitteln.

  • Arnika: Arnika wird bei Verletzungen äußerst häufig eingesetzt. Die Heilpflanze kann gegen Schmerzen und Schwellung wirken. Arnika kann bei einer Zerrung äußerlich als Salbe im betroffenen Bereich angewandt werden. Auch ein Umschlag mit einer Arnika-Tinktur kann deinen Hund unterstützten.
  • Bryonia: Diese Heilpflanze wird, ähnlich wie Arnika, ebenfalls oft bei Verletzungen von Sehnen, Muskeln und Bändern eingesetzt. Bryonia wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend. Auch hier bietet sich ein Umschlag mit Bryonia-Tropfen an.
  • Ruhe: Wie bereits beschrieben, ist Ruhe der wohl wichtigste Faktor im Heilungsprozesse bei einer Zerrung. Auch in der Wohnung solltest du darauf achten, dass sich dein Hund schont. Sind die Böden glatt, versuche die Laufwege deines Hundes so rutschfest wie möglich zu gestalten. Teppichläufer beispielsweise geben deinem Hund den nötigen Halt beim Laufen. Beim Ausrutschen oder Sturz könnten weiter Verletzungen hinzukommen und/oder die Symptome der Zerrung steigern sich.
  • Kühlen: Kühlende Wickel können wohltuend für deinen Hund und seine Zerrung wirken. Zudem wird die Schwellung im Zaum gehalten.
Schwellung

Wie kann man einer Zerrung vorbeugen?

In erster Linie sollte der Hund ein gesundes Gewicht auf die Waage bringen. Bei Übergewicht werden Muskeln, Sehnen und Bänder besonders stark beansprucht. Eine Zerrung kann durch das Übergewicht schneller auftreten, als bei normal gewichtigen Hunden.

Pfote gezerrt

Vor einem Spiel oder sportlichen Aktivitäten sollten die Muskeln deines Hundes aufgewärmt werden. Das ist bei uns Menschen nicht anders. Sitzen wir einige Stunden vor dem Computer und möchten zum Joggen aufbrechen, sollten auch wir uns vorher aufwärmen. Lockerung- und Dehnübungen können wahre Wunder zur Prävention bewirken. Beim Hund kann das beispielsweise eine lockere Gassirunde im gemächlichen Tempo sein. Um den Körper deines Hundes ein wenig zu dehnen, kannst du zum Beispiel ein Suchspiel einbauen. Du platzierst dazu einige Leckerlis so, dass dein Hund sich bei der Suche strecken und biegen muss. Durch diese spielerischen Dehnübungen wird die Muskulatur deines Hundes optimal in Schwung gebracht.

Kenne die Grenzen deines Hundes. Wenn dein Hund während der Aktivität schon extrem beansprucht ist, gönne ihm eine Pause. Der Körper kann sich so erholen und die Muskulatur entspannt sich.

Unterstütze deinen Hund bei der Regeneration. Hat sich dein Hund zum Beispiel als Begleiter am Fahrrad besonders angestrengt, kannst du die Regeneration der Muskeln, Sehnen und Bänder mit einer kleinen Massage ankurbeln. Bei regelmäßiger Anwendung fördert das die nachhaltige Gesundheit der Muskulatur. Die meisten Hunde freuen sich über Kraul- und Massageeinheiten an Hüfte, Rücken und Beinen. Überzeugungsarbeit muss man in der Regel nicht leisten.

Hat dein Hund bereits mit einer Zerrung zu kämpfen gehabt? Erzähle uns gerne von deinen Erfahrungen!

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