3 Hundeleinen im Vergleich: Die Besonderheiten von Führ-, Schlepp- und Flexi-Leinen

Die Auswahl an Hundeleinen ist groß. Neben unterschiedlichen Materialien lohnt sich der Blick auf die verschiedenen Leinentypen. Zu den gängigsten Modellen zählen klassische Führungsleinen, die langen Schleppleinen und die praktischen Flexi-Leinen. Wofür sich das entsprechende Zubehör besonders gut eignet und worauf beim Kauf zu achten ist, erklären wir in diesem Ratgeber.

Führungsleinen: Direkter Zugriff und maximale Kontrolle

Hierbei handelt es sich um den bekanntesten Hundeleinentyp überhaupt. Diese Leinen sind vergleichsweise kurz und verfügen über zwei Verschlüsse. Einer davon wird am Halsband beziehungsweise Geschirr des Hundes fixiert. Die andere Seite wird mittels Karabiner oder ähnlichem auf die gewünschte Länge gebracht. Typisch sind Führungsleinen mit zwei Längen, die sich schnell und komfortabel ändern lässt. Die Leine kann vom Halter entweder mittels Schlaufe in der Hand gehalten oder auch um den gesamten Oberkörper gehängt werden wie eine Umhängetasche. Dank der Karabiner lassen sich solche Leinen auch an einem Bauchgurt befestigen, was beispielsweise das Joggen mit Hund erleichtert.

Führerleinen sind ideal zum Trainieren des Kommandos „bei Fuß“. Aber auch als Alltagsleine sind diese Modelle praktisch. Der Hund lässt sich gut kontrollieren. Beim Kauf sollten Gewicht und Materialstärke in den Fokus gerückt werden. Für besonders kleine Hunderassen genügen leichte, dünne Führleinen. Bei mittelgroßen und großen Hunden wäre hingegen eine dickere und stabilere Leine angebracht. Diese Tiere haben mehr Kraft und erfordern entsprechend strapazierfähiges Zubehör. Zwar sollte das Ziel darin bestehen, dass der Hund nicht zieht und somit kein großer Kraftaufwand nötig ist, um ihn zu kontrollieren. Bis die Erziehung jedoch abgeschlossen ist beziehungsweise die wichtigsten Kommandos sitzen, braucht es Zeit und währenddessen ist eine gute Leine ein Muss.

Eine Methode, um Hunden mit Führleinen die Leinenführigkeit schonend beizubringen, erklärt eine Hundetrainerin in der Sendung Tierversteher TV:

Schleppleine: Mehr Spielraum, aber mit Grenzen

Wie der Name bereits vermuten lässt, kann der Hund eine Schleppleine hinter sich herschleppen. Der Halter muss nicht zwingend Kontakt zur Leine haben, sondern kann im Bedarfsfall auf die Leine stehen, um den Vierbeiner zu stoppen. Grundsätzlich muss diese Art von Umgang mit derartigen Leinen aber kritisch betrachtet werden. Besonders in Verbindung mit Halsbändern. Je nach Situation wird die Halswirbelsäule des Tiers strapaziert, wenn der Mensch unvermittelt auf die Leine steht während der Hund rennt. Er wird dann ruckartig zurückgerissen. Das ist schmerzhaft und keinesfalls gut für den Bewegungsapparat.

Das Schleppen der Leine durch den Hund kann aber wirkungsvoll sein, wenn das Tier allein durch die Anwesenheit des Zubehörs davon abgehalten wird, abzuhauen. Besonders wirkungsvoll werden Schleppleinen aber beim aktiven Hundetraining eingesetzt. Unter anderem lassen sich die Kommandos „Hier“ oder „Komm“ sowie „Stopp“ sehr gut üben. Bei der Anschaffung dieser Leinenart spielt die Länge eine wichtige Rolle. Diese schwankt in der Regel zwischen 5 und 20 Meter. Kürzere Leinen unter fünf Meter eignen sich vorwiegend für Welpen und besonders kleine Rassen wie die Chihuahuas. Warum sowohl für kleine als auch für große Hunde zu Beginn eine Schleppleine ab 5 Meter empfehlenswert ist, erklärt das Verbraucherportal CountryDog im Ratgeber zum Thema: „Vor allem der ständige Richtungswechsel beim ersten Training ist mit fünf Metern deutlich einfacher umsetzbar als mit einer 10-Meter-Schleppleine.“ Auf der Plattform wurden weitere zentrale Kaufkriterien sowie Produktempfehlungen arrangiert. Im Video erklärt Hundetrainerin Susanne von Strünk, wie Schleppreinen korrekt verwendet werden:

Abseits des Trainings kann die Schleppleine dazu dienen, Hunden auf Gassi-Runden Bewegungsfreiraum zu gewähren, wo sie nicht abgeleint werden dürfen. Zum Toben oder gar für das Agility-Training sind Schleppleinen aufgrund der Verletzungsgefahr völlig ungeeignet.

Flexi-Leinen (Rollleinen): Nur für gut erzogene Hunde vorteilhaft

Bei diesem Hundeleinen-Typ wird meist ein dünnes Band durch einen Rollmechanismus ständig auf Zug gehalten. Die Leine rollt sich je nach Bewegung des Hundes automatisch aus beziehungsweise ein. Das hat den Vorteil, dass diese Leine nie im Schmutz liegt, wie es bei der Schleppleine der Fall ist. Stattdessen befindet sich der ungenutzte Teil der Leine aufgerollt in einem Kunststoffgehäuse. Für Hundehalter bringen Flexileinen ein Maximum an Komfort. Dennoch löst diese Hundeleinenart immer wieder Diskussionen aus. Flexileinen sind nur dann eine Option, wenn ein Hund bereits leinenführig ist und nicht zieht. Tiere, welche die Leinenführigkeit nicht einwandfrei beherrschen, sollten nicht damit geführt werden. Der Grund: Der ständige Zug, der sich auf der Leine befindet, könnte unerfahrenen Tieren regelrecht antrainieren, dass eine gestraffte Leine der Normalzustand ist und dazu führen, dass sie ständig daran ziehen. Flexileinen sind in Ordnung, wenn Hunde gut trainiert sind, Kommandos präzise ausführen und nicht an der Leine ziehen. Für das aktive Üben sind Führ- und Schleppleinen die bessere Wahl.

Leider bringen Flexileinen das Risiko mit sich, dass der Haltegriff aus Plastik mit dem integrierten Auf-/Abrollmechanismus regelrecht zum Hund katapultiert wird, wenn dem Halter die Leine aus den Händen fällt oder der Hund ruckartig an der Leine reißt. Sobald der Halter die Leine loslässt, schnellt das Ende der Leine zum Hund zurück. Das kann sowohl körperliche Verletzungen als auch Angstzustände beim Hund hervorrufen. Deshalb ist im Umgang Vorsicht geboten. Hinzu kommt, dass flexible Leinen oft sehr dünn sind und von Fußgängern oder Fahrradfahrern kaum erkannt werden. Wer als Halter nicht aufpasst, riskiert verheerende Unfälle. Bei der Anschaffung ist die Leine an das Gewicht des Hundes anzupassen. Die Hersteller informieren in ihren Produktbeschreibungen über die Belastungsgrenze ihrer Leinen.

Tipp: Im Blogbeitrag von Ulrike Seumel berichtet die „Trainerin für Menschen mit Hund“ von ihren positiven sowie negativen Erfahrungen mit Flexileine und erklärt, in welchen Situationen sie von dessen Einsatz abrät.

Die Vor- und Nachteile der drei vorgestellten Leinenarten zusammengefasst:

FührleineSchleppleineFlexi-Leine
Vorteile-einfach zu handhaben

-gut für aktives Training bei kurzer Distanz

-praktische Alltagsleine

-verheddert sich nicht

-optimale Trainingsleine

-perfekt zum Trainieren von Kommandos wie „Hier“ / „Komm“ oder „Stopp“

– Bewegungsfreiraum

-bleibt immer sauber

-maximaler Komfort

-dank Arretierung feststellbar

Nachteile-wenig Freiraum für den Hund-wird im Gelände schnell schmutzig

-das Aufwickeln ist umständlich

-kann sich unterwegs verheddern

-kann Hunde verletzen, wenn Halter die Leine versehentlich loslassen. Entwickelt sich zum Geschoss.

– gefährlich, wenn z. B. Fahrradfahrer die Leine nicht sehen und stürzen

-nicht zum Trainieren geeignet.

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