Leinenführigkeit – die besten Wege

Einen wohlerzogenen, locker und problemlos an der Leine mitlaufenden vierbeinigen Freund wünscht sich wohl jeder Hundebesitzer. Dass dies dem Einzelnen mehr oder weniger gut gelingt, ist tagtäglich auf Straßen und in Parks zu sehen – doch woran liegt dies eigentlich genau? Wie sieht ein durchdachtes Leinentraining aus, das der Hund gut verstehen und mit Hilfe seines Besitzers optimal umsetzen kann? Und welche Besonderheiten haben die verschiedenen Hunderassen?

Warum zieht er nur so? – Eine interessante Verhaltensanalyse

hund-zieht-leineEin heftig ziehender Hund, der sich mit vollem Gewicht in die Leine hängt, schadet seiner Gesundheit. Halswirbel, Nerven, Muskulatur und Luftröhre können Schaden nehmen, und neben einem unangenehmen Gefühl sind häufig auch Schmerzen an der Tagesordnung. Dennoch ziehen viele Hunde unerbittlich – was ist der Grund für dieses Verhalten?

Hunde sind gute Beobachter. Wenn ein bestimmtes Verhalten für sie den erwünschten Erfolg bringt, so werden sie es wieder zeigen. Ein an der Leine ziehender Hund hat also etwas gelernt. Das Verhalten hat sich für ihn in irgendeiner Weise als zielführend herausgestellt – Gründe dafür können beispielsweise sein:

-Der Hund hat ein bestimmtes Ziel vor Augen, das er interessant findet und (schnell) erreichen möchte, zum Beispiel den Hundeplatz, seinen Hundefreund oder einen interessanten Gegenstand.

Durch das Ziehen an der Leine hat er erreicht, dass sein Besitzer (schneller) mit ihm dorthin gelangt. Dabei ist ihm meist grundsätzlich egal, ob der Mensch dabei ist oder nicht, durch die Leine ist er jedoch mit ihm verbunden – also nimmt er ihn eben mit.

-Der Hund möchte einer bedrohlichen oder unangenehmen Situation ausweichen. Durch die Begrenzung der Leinenlänge kann er nicht die gewünschte Individualdistanz einhalten, also zieht er von der Bedrohung weg. Folgt ihm sein Mensch, so führt dies für ihn zum Erfolg.

-Der Hund hat ein sehr viel höheres Grundtempo als sein Besitzer und hat gelernt, dass er sich durch das Ziehen schneller fortbewegen kann.

-Der Hund ist schlicht körperlich nicht ausgelastet und versucht durch das Ziehen an der Leine, schneller voranzukommen.

-Der Hund hat eigentlich gelernt, an der lockeren Leine zu gehen und zeigt das unerwünschte Verhalten nur in manchen Situationen, zum Beispiel in ablenkungsreicher Umgebung. Durch mangelnde Konsequenz des Besitzers hat er gelernt, dass in bestimmten Situationen andere Regeln gelten.

leinenproblem-hund-Der Hund zeigt das unerwünschte Verhalten nur bei bestimmten Familienmitgliedern, bei anderen wiederum geht er tadellos an der lockeren Leine. Hier ist eine genaue Analyse des Umgangs der jeweiligen Person mit dem Hund notwendig und interessant. Oft sind unterschiedliche Kommandos oder eine abweichende Körpersprache die Ursache des Problems.

-Es gibt auch Hunde, die sich eine größere Individualdistanz zu ihrem Menschen wünschen, als die Leine es ihnen ermöglicht.

Gründe dafür können z. B. überschwängliches körperliches Lob oder permanenter Körperkontakt des Besitzers sein, die der Hund in dieser Form nicht möchte, aber auch eine am Arm des Menschen pendelnde Umhängetasche oder sogar schon ein klappernder Schlüsselanhänger.

-Der Hund hat ein gesundheitliches Problem, welches ihn zu aufgeregtem Verhalten an der Leine veranlasst (z. B. Hör- oder Sehschwäche).

-Der Hund kann aufgrund seiner Vorerfahrungen, seiner individuellen Veranlagung oder seines Alters die Aufgabe (noch) nicht korrekt erfüllen.

 

Alle diese möglichen Gründe sind denkbar; wahrscheinlich fallen Dir für Deinen Hund auch noch weitere Gründe ein.

Allen gemeinsam ist, dass sie dem Hund, zumindest zeitweise, wichtiger sind als die Unannehmlichkeiten, die ihm das Halsband oder das Geschirr durch das Ziehen zufügen.

Ein stetig ziehender Hund entwickelt eine entsprechende Muskulatur und zeigt häufig ein gewisses Abstumpfen gegenüber den unangenehmen Seiten des Ziehens.

 

Jeder Hund ist anders – vom Einfluss des Alters, der Rasse und weiterer Faktoren

Nicht alle Hunde bringen die gleichen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Leinentraining mit.

Leinenfuehrigkeit-lernenEin Welpe kann sich noch nicht so lange konzentrieren wie ein erwachsener Hund, während ältere Tiere häufig längere Zeit benötigen, bis eine Übung „sitzt“.

Hunde mit schlechten Erfahrungen bzw. unbekannter Vergangenheit sind oft schlecht einzuschätzen, und ältere Tiere oder solche mit gesundheitlichen Einschränkungen können bestimmte Dinge manchmal nicht (mehr) umsetzen.

Auch die Rasse spielt eine nicht unbedeutende Rolle: Hunderassen mit einem angeborenen will to please (=dem Willen, zu gefallen; z. B. Golden und Labrador Retriever) konzentrieren sich oft bereitwilliger auf ihren Besitzer und können so leichter lernen.

Rassen mit einer sehr schnellen Auffassungsgabe (z. B. Parson und Jack Russell Terrier) lernen ebenfalls schnell, durch ihre relativ ausgeprägte Selbstständigkeit hängt ein rasches Umsetzen des Gewünschten aber stark davon ab, ob es sich in ihren Augen lohnt.

Hunde mit besonders ausgeprägten Sinnesleistungen, z. B. einige Meutehunde, konzentrieren sich oft nur auf eine bestimmte Sache. Ihnen kann es unter Umständen schwerfallen, sich auf ihren Besitzer zu konzentrieren, während es um sie herum sehr interessant riecht.

Natürlich hat auch jeder Hund seinen individuellen Charakter. Der eine lässt sich leichter ablenken, der andere lernt schneller.

Auch das Geschlecht kann einen Einfluss haben: Ein Rüde mit dem Geruch einer läufigen Hündin in der Nase wird sich schlechter auf das Training konzentrieren können. Auch unkastrierte Hündinnen können je nach Zyklusphase mehr oder weniger aufnahmefähig für neue Trainingssequenzen sein.

 

Vor Trainingsbeginn: Tipps und Tricks zum Trainingsaufbau

Um dem Hund vermitteln zu können, was er tun soll, musst Du Dir zuvor überlegen, was genau Du von ihm erwartest.

Belohnung führt zum Ziel
Belohnung führt zum Ziel

Er soll locker an der durchhängenden Leine gehen und nicht ziehen, doch darf er sich dabei auch ein wenig vor oder hinter Dir befinden? Oder möchtest Du lieber, dass er sich auf gleicher Höhe wie Du befindet? Darf er kurz stehenbleiben oder am Wegesrand schnüffeln, solange die Leine locker bleibt? Und was soll er tun, wenn Du einmal stehen bleibst?

Wichtig ist, dass Du bei Deiner einmal getroffenen Entscheidung bleibst. Die Regeln, die Du aufstellst, müssen immer und in jeder Situation verbindlich gelten. Nur dann kann Dein Hund sich darauf verlassen und Dich als konsequente, ernstzunehmende Führungsperson begreifen, der er vertrauen kann.

Ebenso wichtig ist, dass Dein Hund ab jetzt keine Möglichkeit mehr bekommen sollte, das unerwünschte Ziehen an der Leine auszuüben. Stattdessen musst Du Dir eine Alternative überlegen, die er stattdessen zeigen soll und für die er dann gelobt werden kann (siehe auch „Trainingsmethoden“).

Strafen sind in der Regel kontraproduktiv; sie sollten nicht eingesetzt werden. Auch ein Leinenruck führt normalerweise nicht zum Erfolg, denn um den Ruck ausführen zu können, muss die Leine für einen kurzen Moment locker sein. Folgt auf diesen –eigentlich erwünschten – Moment die Strafe, verunsichert dies den Hund.

Das Training muss regelmäßig, am besten mehrmals täglich, erfolgen und zu einer Selbstverständlichkeit im Alltag des Hundes werden. Er darf das Angeleintwerden nicht als unangenehm empfinden.

Auch das Passieren anderer Hunde ohne Kontaktaufnahme sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Wichtig ist auch, dass Du selbst beim Training immer konzentriert bist. Du solltest immer für Deinen Hund mitdenken bzw. einen Schritt vorausdenken, um rechtzeitig und angemessen auf bestimmte Situationen reagieren zu können.

Das Wichtigste – zumindest aus Hundesicht – ist natürlich: Die Belohnung! Sie muss für Deinen Hund erstrebenswert sein. Am besten gelingt die Arbeit mit kleinen Futterbelohnungen, die er mit einem Bissen fressen kann. Auch ein spezielles Lobwort kann – eventuell abwechselnd zur Futterbelohnung – eingesetzt werden.

Vor Trainingsbeginn solltest Du Dir zudem ein Zeichen überlegen, mit dem Du Deinem Hund das Ende einer Übungseinheit signalisieren kannst. Es verdeutlicht ihm den Unterschied zwischen „Training“ und „Frei“. Kennt er bereits ein solches Auflösezeichen, so ist dies ideal und kann übernommen werden.

Wie immer beim Üben mit Deinem Hund solltest Du auch beim Leinentraining darauf achten, ihn nicht mit einem Redeschwall zu überschütten.

Wenige, deutliche und für den Hund gut verständliche, stets gleichbleibende Signale helfen ihm dabei, die Übung schneller zu verinnerlichen.

Möchtest Du ein Signalwort für das korrekte Gehen an der lockeren Leine verwenden, solltest Du zunächst überlegen, welches Wort hierfür am besten geeignet wäre. Auf alle Fälle sollte es für den Hund neu und unverbraucht sein, idealerweise kurz und gut auszusprechen. Ein weiterer Pluspunkt sind mehrere enthaltene Vokale.

Du musst jedoch nicht zwingend ein Signalwort verwenden. Auch das Anleinen an sich kann als Signal dienen, dann musst Du allerdings von Beginn an sicherstellen, dass Dein Hund nur zum Training angeleint wird.

 

Für Hunde, bei denen ein gefahrloses Freilaufenlassen (noch) nicht möglich ist, kann es eine Lösung sein, die Leinenführigkeit nur mit dem Halsband zu trainieren. Nach der Trainingseinheit wird das Halsband abgenommen und durch ein Brustgeschirr mit einer längeren Leine ersetzt, womit der Hund sich nahezu frei bewegen darf. Wichtig ist auch hier die deutliche Unterscheidung zwischen „Training“ und „Frei“, am besten (zusätzlich zum Wechsel zwischen Halsband und Geschirr) mittels eines Auflösesignals.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die richtige Ausrüstung. Für ein konzentriertes Training ist ein Halsband meist die bessere Wahl. Es muss gut passen und ausreichend breit sein. Mit einem Brustgeschirr neigen viele Hunde mehr zum Ziehen, da es sich weniger unangenehm anfühlt (siehe hierzu auch: Hundehalsband oder Hundegeschirr – was ist wann am besten?).

Ein Kopfhalfter für Hunde (sog. Halti) kann bei größeren, starken Hunden, die ihrem Besitzer in bestimmten Situationen nur wenig Aufmerksamkeit entgegenbringen, sinnvoll sein. Es muss jedoch fachgerecht angewandt werden und darf niemals dazu benutzt werden, den Hund zu bestrafen. Der Hund muss vor Trainingsbeginn langsam daran gewöhnt werden. Es darf nur beim Training zum Einsatz kommen und der Hund muss zusätzlich immer ein Halsband oder ein Brustgeschirr tragen.

 

Wichtig ist auch, dass die Leinenlänge während des Trainings immer gleich ist, um den Hund nicht zu verwirren. Am besten verwendest Du immer dieselbe Leine. Diese sollte weder zu kurz noch zu lang sein. Dein Hund sollte zwar einen gewissen Bewegungsradius haben, sich jedoch nicht im Leinenende verfangen oder dieses beim Gehen ins Gesicht bekommen können.

 

Achtung: Die Übung „Fuß“ unterscheidet sich übrigens erheblich vom „normalen“ lockeren Gehen an der Leine! Sie muss separat trainiert werden. Für das Fuß-Gehen ist ein hohes Maß an Konzentration notwendig, die der Hund nur eine gewisse Zeit lang aufbringen kann – je nach Hundetyp sogar nur sehr kurze Zeit.

 

Schritt für Schritt zur Leinenführigkeit – die besten Wege

belohnungVor allem am Anfang ist eine ruhige, möglichst ablenkungsarme Umgebung sehr wichtig. Du selbst und der Hund solltet möglichst nicht gestresst sein.

Das Training darf nicht zu lange dauern, um den Hund nicht zu überfordern.

Möglich ist beispielsweise ein Spaziergang in ruhiger Umgebung, bei dem der Hund frei laufen darf und ein bis zwei Mal kurz hergerufen, belohnt und daraufhin angeleint wird. Nach einer kurzen Übungseinheit darf er wieder frei laufen.

Der zeitlich korrekte Einsatz der Belohnung ist enorm wichtig, denn nur so kann Dein Hund seine Handlung richtig mit dem Lob verknüpfen. Immer dann, wenn er beginnt, das richtige Verhalten zu zeigen, muss die Belohnung erfolgen (so zügig wie möglich, also innerhalb einer Sekunde).

Achte auch auf ein etwas zügigeres Lauftempo und eine aufrechte Körperhaltung. Signalisiere Deinem Hund genau, wo Du hinwillst, damit er Dir besser folgen kann.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Training zu gestalten. Alle haben jedoch eines gemeinsam:

 

-Richtiges Verhalten wird belohnt

-Unerwünschtes Verhalten wird dem Hund unmöglich gemacht (Ausnahme: Bei Methode 1 wird es ignoriert).

 

Für alle musst Du außerdem zuvor die Aufmerksamkeit Deines Hundes gewinnen. Auch hier gibt es Trainingsvarianten.

Das Aufmerksamkeitstraining kann beispielsweise über plötzliche Richtungswechsel beim Freilauf geschehen. Der Hund muss so mehr auf Dich achten, um den Anschluss nicht zu verlieren. Auch das Aufnehmen von Blickkontakt mit sofort folgender Belohnung kann das Interesse Deines Hundes an Dir steigern.

 

Die verschiedenen Trainingsmethoden können auch miteinander kombiniert werden.

 

Hier die verschiedenen Trainingsmethoden im Einzelnen:

 

  1. Abwarten, bis der Hund das erwünschte Verhalten zufällig zeigt

LeinenfuehrigkeitDiese Methode ist zwar nicht unbedingt optimal, da dem Hund hierbei das Ziehen an der Leine zumindest zeitweise noch ermöglicht wird. Besonders bei jungen Hunden kann sie aber durchaus zum Erfolg führen.

Dabei wird der Hund jedes Mal, wenn die Leine beginnt, locker zu werden, gelobt. Eine Hilfe ist ein Leckerli, das Du in der Hand hältst, während Du mit Deinem Hund gehst. Der Hund darf Interesse daran zeigen, was in der Regel dazu führt, dass er sein Tempo Dir anpasst und näher bei Dir läuft. Er sollte jedoch nicht zu sehr danach gieren oder womöglich an Dir hochspringen. Dieses Verhalten wäre nicht erwünscht und darf nicht belohnt werden.

Auch das Durchlaufen eines kleinen, selbstgebauten Hindernisparcours mit Hütchen, die im Slalom passiert werden, kann dabei hilfreich sein. So entstehen immer wieder kurze Momente, in denen die Leine lockerer wird, weil sich Dein Hund z. B. in der Wendung gerade innen befindet.

 

Wichtig ist, dass die Belohnung sofort erfolgt, sobald der Hund das gewünschte Verhalten zeigt.

Der Hund bietet das korrekte Gehen nun meist von selbst häufiger an, da es sich für ihn lohnt.

Die Zeit zwischen dem Beginn des richtigen Verhaltens und der Belohnung kann in der Folge langsam ausgedehnt werden, so dass das korrekte Gehen immer länger andauern kann.

 

Soll ein Signalwort für das Gehen an lockerer Leine verwendet werden, so solltest Du dieses erst einführen, wenn Dein Hund die Übung schon relativ gut beherrscht. Auf das richtige Verhalten folgt dann sofort das Signalwort. Im Anschluss läufst Du noch ein paar Schritte mit ihm weiter und lobst den Hund anschließend ausgiebig.

Ein spezielles Lobwort kann dabei abwechselnd mit der Futterbelohnung zum Einsatz kommen.

Im Lauf der Zeit kann die Futterbelohnung zwar etwas abgebaut werden, wichtig ist aber, dass Du Deinen Hund immer wieder für sein richtiges Verhalten belohnst und die Belohnung nie komplett ausbleibt.

 

  1. Bei Zug stehenbleiben

Diese Methode erfordert ein besonders hohes Maß an Konsequenz. Richtig ausgeführt ist sie aber sehr effektiv.

Dabei musst Du immer (wirklich immer), sobald Dein Hund zu ziehen beginnt, stehenbleiben. So lernt er, dass sich sein Verhalten nicht lohnt. Beim Stehenbleiben musst Du darauf achten, keinen Ruck mit der Leine auszuüben – sie soll ruhig festgehalten werden. Wenn Dein Oberarm eng am Körper anliegt und Du die Leine nahe am Rumpf hältst, kannst Du einen kräftigen Hund besser halten.

In der Folge wartest Du ab, bis der Hund ein wenig nachgibt und sich z. B. zu Dir umsieht. Danach gehst Du weiter. Sobald er wieder mit dem Ziehen beginnt, wiederholst Du die Übung.

 

Das unter Punkt 1. Erwähnte bezüglich Lob und Signalwort gilt entsprechend.

 

  1. Bei Zug Richtungswechsel

Training-leineDiese Methode ist bei sehr aktiven Hunden, die nicht gerne stehenbleiben, gut geeignet. Sobald die Leine beginnt, sich zu straffen, wechselst Du die Laufrichtung. Auch hier ist es sehr wichtig, den Hund sofort zu loben, sobald sich die Leine zu lockern beginnt.

Du kannst die Übung auch variieren, indem Du kleine Kreise gehst, sobald der Hund zu ziehen beginnt.

Achte jedoch darauf, nicht immer in dieselbe Richtung abzubiegen und sorge für Abwechslung, damit Dein Verhalten für den Hund nicht zu vorhersehbar wird.

 

Das unter Punkt 1. Erwähnte bezüglich Lob und Signalwort gilt entsprechend.

 

Bei allen Methoden können mit der Zeit die Übungsdauer und die Intensität der Ablenkung (Trainingsumfeld) ausgedehnt werden. Trainiere auch das Vorbeigehen an anderen Hunden. Anfangs kann es dabei hilfreich sein, die Aufmerksamkeit Deines Hundes durch ein Leckerli auf Dich zu lenken. Nach dem entspannten Passieren des anderen Hundes muss der Hund gelobt werden; geht er noch einige Schritte an lockerer Leine mit und dreht sich nicht nach seinem Artgenossen um, bekommt er nochmals ein Lob.

 

In ablenkungsarmer Umgebung kannst Du außerdem daran arbeiten, Deine Körpersprache zu verbessern und so noch besser mit Deinem Hund zu kommunizieren. Probiere doch einmal, ihn nur an einem Bindfaden locker zu führen, oder hänge Dir die Leine nur um, ohne sie festzuhalten. Gelingt euch das Gehen an lockerer Leine auch unter diesen erschwerten Bedingungen, seid ihr schon ein wirklich tolles Team!

 

Übrigens: Bereits im Welpenalter kann mit dem Training zur Leinenführigkeit begonnen werden. Wichtig ist natürlich, den Welpen nicht zu überfordern, da er sich noch nicht so lange konzentrieren kann wie ein erwachsener Hund.

 

Besondere Fälle – Hilfe vom Profi

Es gibt keine Methode zur Verbesserung der Leinenführigkeit, die bei allen Hunden funktioniert. Ein individueller Trainingsplan ist daher für jeden Hund sinnvoll.

Es gibt jedoch besondere „Härtefälle“, in denen die Hilfe eines Fachmanns notwendig werden kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn es sich um einen bereits erwachsenen Hund handelt, der womöglich schlechte Erfahrungen gesammelt hat und/oder der an der Leine ein sehr unsicheres oder gar aggressives Verhalten zeigt.

Eine gute Hundeschule verfügt über erfahrene Hundetrainer, die das Training kompetent begleiten können. Auch in Verhaltenstherapie speziell fortgebildete Tierärzte können geeignete Lösungen anbieten.

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