Kann ich Schweinefleisch füttern?

Schweinefleisch wird in der Hundeernährung eher selten eingesetzt. Bis auf die obligatorischen Schweineohren zum Knabbern findet man es im Handel kaum, und viele Hundebesitzer verfallen regelrecht in Panik, wenn schweinefleisch-nie-roh-fuedas Gespräch auf den Einsatz von Schweinefleisch als Futtermittel gelenkt wird. Doch warum ist das eigentlich so?

Schweinefleisch: Besser als sein Ruf
Als sogenanntes carniomnivores Tier (d. h. „Allesfresser“ mit fleischlastigem Schwerpunkt) hat Dein Hund einen relativ hohen Bedarf an hochwertigem Protein (Eiweiß). Dieser Bedarf kann am einfachsten durch die Fütterung von tierischem Protein gedeckt werden. Das Fleisch jeder Tierart hat ein spezifisches Aminosäurenmuster (Aminosäuren sind die Bausteine, aus denen Protein besteht). Je näher dieses Aminosäurenmuster dem des Hundes kommt, desto weniger muss dieser davon zu sich nehmen und umso höher ist die sogenannte biologische Wertigkeit des Futterproteins.
Schweinefleisch hat für den Hund ein sehr interessantes Aminosäurenmuster und ist daher an sich sehr gut für einen Einsatz in der Fütterung geeignet.
Das Argument, Schweinefleisch sei sehr fett, ist in der heutigen Zeit nur noch bedingt haltbar. Die modernen Hybridrassen, die derzeit für den menschlichen Verzehr gezüchtet werden, haben teilweise einen geringeren Fettanteil in ihrem Fleisch als Rinder.
Anders sieht es bei Schweinerassen aus, die in der Biologischen Landwirtschaft gerne gehalten werden (z. B. Schwäbisch Hällisches Landschwein). Diese sind ursprünglicher, robuster und verfügen über einen höheren Fettanteil in ihrem Fleisch, was Du bei der Verfütterung berücksichtigen musst.

Extrem wichtig: Schweinefleisch niemals roh verfüttern!

Bei der Verfütterung von Schweinefleisch ist es ganz besonders wichtig, dieses nur gekocht anzubieten.
Schweinefleisch kann Trichinen enthalten, das sind kleine Fadenwürmer, die sich in der Muskulatur des Schweines abkapseln. Frisst Dein Hund das rohe Muskelfleisch, kann er sich ebenfalls damit infizieren. Ein hund-schweinAbkochen des Fleisches tötet die Trichinen ab. Obwohl das Auftreten von Trichinen in Deutschland durch die flächendeckende Trichinenschau relativ selten geworden ist, solltest Du hier kein unnötiges Risiko eingehen.
Noch wichtiger ist das Aujeszky-Virus (ein Herpesvirus), der Erreger der sogenannten „Pseudowut“, einer tollwutähnlichen Erkrankung. Durch den Verzehr von rohem Schweinefleisch kann sich Dein Hund damit infizieren; eine Infektion verläuft für Hunde in der Regel tödlich. Der Erreger kommt leider nicht so selten vor, wie gerne behauptet wird. Insbesondere Wildschweine sind öfters betroffen und können unter ungünstigen Bedingungen z. B. in Weidehaltung gehaltene Bioschweine anstecken. Daher ist auch hier das Abkochen von Schweinefleisch unbedingt zu empfehlen.

Fazit: Schweinefleisch ist in gekochtem Zustand ein guter Bestandteil einer gesunden, abwechslungsreichen Hundeernährung. Du kannst es selbst für Deinen Hund zubereiten; insbesondere zusammen mit Kartoffeln ergibt es eine leckere Mahlzeit, über die er sich freuen wird. Achte auf eine hygienische Zubereitung, d. h. schneide das Fleisch auf einem abwaschbaren Kunststoffbrett und bringe nichts, was nicht ebenfalls abgekocht wird, in Kontakt mit dem rohen Fleisch, dem Messer oder dem Schneidebrett.
Als Alternative gibt es auch im Handel einige wenige Hersteller, die gekochtes Schweinefleisch in Dosen oder Schälchen anbieten.

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