Blaualgen – die mögliche Gefahr in stehenden Gewässern für Hunde

Blaualgen sind eine Gefahr für Hunde. Aus diesem Grund sollten Hundebesitzer und ihre Vierbeiner einen großen Bogen um betroffene stehende Gewässer machen.

Achtung  Blaualgen

Blaualgen sind eigentlich Bakterien

Bei Blaualgen handelt es sich nicht um Algen, sondern um Bakterien. Sie werden auch als Cyanobakterien bezeichnet. Gemeint sind damit fadenförmige oder einzellige Bakterien, die in stehenden Gewässern wie Seen oder Teichen vorkommen. Der Name Cyanobakterien ist auf die blau-grüne Färbung der Mikroorganismen zurückzuführen. Die Bakterien sind in jedem Ökosystem vorhanden und stellen wichtigen Sauerstoff her, der von den Lebewesen innerhalb der Gewässer benötigt wird.

Die alleinige Existenz der Cyanobakterien stellt noch keinen Grund zur Sorge dar. Kommt es jedoch zum Anstieg der Temperaturen auf hohe Werte oder befinden sich zahlreiche Abfallprodukte in einem stehenden Gewässer, klettert auch die Anzahl der Mikroorganismen beträchtlich. Ihre Blüte erleben die Blaualgen in der Regel im Sommermonat August.

Gesundheitliche Gefahren durch die Blaualgen

Die Gesundheitsgefahr für Tiere und Menschen entsteht durch das Absondern von Toxinen, die von den Mikroorganismen abgegeben werden. Einzeln lassen sie sich durch das Auge nicht erkennen.

Bei Hunden besteht das Risiko, dass sie beim Schwimmen in betroffenen Gewässern eine größere Anzahl an Blaualgen aufnehmen, weil sie Wasser verschlucken oder an Treibgut kauen.

Doch auch für Menschen stellen die Blaualgen eine Gefahr dar. Erwachsenen Personen drohen Beschwerden wie Hautreizungen sowie Reizungen an der Schleimhaut oder Augenbindehaut. Weitere mögliche Symptome sind Erbrechen und Durchfall. In schweren Fällen leiden die betroffenen Personen unter:

  • Beeinträchtigungen der Leber,
  • Fieber
  • Lähmungen der Atemmuskulatur.

Dies gilt auch für Hunde und andere Tiere wie Katzen, Vögel oder Pferde, wenn sie kontaminiertes Wasser zu sich nehmen. Dann kommt es zu einem dramatischen Krankheitsbild, das nicht selten mit dem Tod der betroffenen Tiere endet. Ein Problem ist außerdem, dass viele Hundebesitzer bei den Krankheitserscheinungen ihres Tieres gar nicht an einen Befall mit Blaualgen denken. Stattdessen halten sie eine Infektion für den Verursacher und verlieren deshalb lebenswichtige Zeit. Umso wichtiger ist es, sich mit den Symptomen einer Blaualgenvergiftung vertraut zu machen.

Wie macht sich eine Vergiftung durch Blaualgen beim Hund bemerkbar?

In der Regel treten beim Hund bei einer Blaualgenvergiftung zunächst unbestimmte Beschwerden auf wie:

  • ständiges Hecheln
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • übermäßiges Speicheln
  • Orientierungslosigkeit
  • lethargisches Verhalten und Schwäche
  • Tränenfluss

Im weiteren Verlauf werden die Symptome schlimmer und der Hund leidet unter Fieber, Muskelzittern, Krämpfen und Atemnot. Der Stuhl zeigt sich schwarz oder blutig. Der Hund legt sich auf die Seite und verliert das Bewusstsein.

Verantwortlich für diese Erscheinungen sind die Giftstoffe der Blaualgen wie das Anatoxin A. Es hat Krämpfe und im Extremfall den Tod innerhalb von Minuten oder Stunden zur Folge.

Gibt es Möglichkeiten, etwas gegen eine Blaualgenvergiftung zu tun?

Besteht Verdacht auf eine Vergiftung des Hundes mit Blaualgen, ist eine rasche Gabe von Aktivkohle wichtig. Sie weist absorbierende Effekte bei Beschwerden in der Magen-Darm-Region auf, wenngleich sie kein Allheilmittel bei Vergiftungen ist.


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Die Aktivkohle wird in Wasser aufgelöst und dem Hund als Suspension verabreicht. Die benötigte Dosis beträgt 1 bis 5 Gramm Aktivkohle je Kilo Körpergewicht. Ein Hund mit einem Gewicht von 10 Kilogramm erhält also 10 bis 50 Gramm Aktivkohle.

Danach muss der Vierbeiner umgehend in eine Tierklinik oder zu einem Tierarzt gebracht werden. Dort erfolgt eine stationäre intensivmedizinische Behandlung. Spezielle Gegenmittel gibt es nicht.

Günstiger fällt die Prognose aus, wenn nur die Haut von den Blaualgen betroffen ist. In diesem Fall lässt sich das Leiden gut behandeln.

Einer Blaualgenvergiftung vorbeugen

Damit es gar nicht erst zu einer gefährlichen Vergiftung mit Blaualgen kommt, ist es besser vorzubeugen und den Hund nicht in die Nähe von betroffenen Gewässern, die grünlich-trüb sind, kommen zu lassen. Leider üben gerade Gewässer, die von Blaualgen betroffen sind, eine große Anziehungskraft auf die Vierbeiner aus. Es gilt als möglich, dass sie von dem Algengeruch angelockt werden. So hat dieser Ähnlichkeit mit dem Geruch von Kauknochen.

Daher ist es wichtig, den Hund nicht an Teichen, Tümpeln oder Seen frei herumstreifen zu lassen. Damit er kein unbekanntes Wasser trinkt, empfiehlt es sich, einen eigenen Trinknapf dabei zu haben.

Eine andere Präventionsmaßnahme ist das Abspülen des Vierbeiners mit Leitungswasser, noch bevor dieser sein Fell selbst pflegt. Dabei besteht nämlich das Risiko, die Toxine der Blaualgen abzulecken.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, sich im Internet darüber zu informieren, welche Gewässer von Blaualgen betroffen sind. Die Gewässer werden von den Bundesländern überprüft. Die Länder erteilen auch die nötigen Warnhinweise. Über die Internetseiten der Bundesländer, die über die Deutschlandkarte des Umwelt-Bundesamtes zu erreichen sind, werden die Listen der Badegewässer sowie deren Profile und Qualitätseinstufungen aufgeführt. Unmittelbar an den Gewässern stehen zudem Warnschilder, die auf Badeverbote wegen Blaualgenbefall hinweisen.

Allerdings findet eine Überprüfung des Wassers nur einmal im Monat statt. Gehen jedoch die Temperaturen in die Höhe, sind rasche Veränderungen bei der Wasserqualität möglich.

Auf Anzeichen für Blaualgenbefall achten

Hundebesitzer, die auf Nummer sicher gehen wollen, achten selbst auf mögliche Anzeichen für einen Blaualgenbefall des Wassers. Sichtbar werden die Cyanobakterien durch grüne Schlieren auf der Wasseroberfläche. Dabei muss allerdings zwischen Blaualgen und Grünalgen differenziert werden. Zu den Merkmalen der Grünalgen gehört das Ziehen von langen Fäden.

Von einigen Blaualgen werden kleinere Kügelchen hergestellt. Diese sind mit dem Auge erkennbar. Lassen sich beim Stehen im Wasser die eigenen Füße unter einem bläulich-grünlichen Schlierenteppich nicht mehr erkennen, gilt es vorsichtig zu sein. So deutet dieses Anzeichen auf einen stärkeren Befall mit Blaualgen hin.

Ebenfalls ein Indiz für das Vorhandensein der Blaulagen ist ein unangenehmer Geruch des Wassers, das nach faulen Eiern stinkt. In diesem Fall besteht ein Gesundheitsrisiko für Menschen und Tiere. Auf gar keinen Fall darf dann in dem Gewässer gebadet werden. Ebenso sind Badeverbote unbedingt zu beachten.

Gefahr bedeuten außerdem blau-grüne Ablagerungen an Steinen am Ufer. Auch an ihnen können sich gefährliche Algentoxine befinden.

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