Genforschung bei Hunden: Farbe von Labrador Retrievern wirkt sich auf deren Gesundheit aus

Auf der ganzen Welt ist der Labrador Retriever sehr beliebt. In Deutschland wurde er 2017 lediglich von dem Deutschen Schäferhund, dem Dackel und dem Deutschen Drahthaar übertroffen. Er gilt als gutmütig und ausgesprochen loyal.

Drei Labrador Retriever Hunde auf dem Gras

Nun wollen Forscher etwas Einmaliges in der Hundewelt herausgefunden haben. Allerdings wird dies für manche Hundehalter wohl zu einer traurigen Neuigkeit werden.

Die drei rassetypischen Farben des Labrador Retrievers sind gelb, schwarz und braun.
Ursprünglich hatten die Hunde lediglich eine schwarze Farbe. Zuerst wurden gelbe Labradore als Fehlzüchtung betrachtet, die durch einen Genfehler für eine Weiterzüchtung unbrauchbar waren. Erst 1899 wurde die Farbe anerkannt und schließlich weitergezüchtet. Braune Labradore wurden erst zu Beginn der 1960er anerkannt.

Der Tierarzt und Ethologe Paul McGreevy hat nun gemeinsam mit seinen Kollegen in der Universität von Sydney herausgefunden, dass die farbbestimmenden Gene der braunen Hunde auch Einfluss auf die Lebenserwartung der Hunde hat. Labrador Retriever mit dieser Fellfarbe sind anfälliger für Krankheiten und haben demnach auch eine kürzere Lebenserwartung als gelbe oder schwarze Exemplare.

Verglichen wurden über 33.000 demografische Daten der Hunderasse des Vereinigten Königreich von Großbritannien und zusätzliche Untersuchungen von 2.100 zufällig ausgewählten Hunden zu Krankheiten und Sterblichkeit wurden durchgeführt.
Hautkrankheiten oder Ohrenentzündungen waren bei der braunen Variante deutlich häufiger vertreten.

Besonders auffällig war das Auftreten von Außenohrentzündungen: 12,8 % der schwarzen Hunde, 17.0 % der gelben Hunde und 23,4 % der braunen Hunde bekamen im Laufe ihres Lebens dieses Leiden. Aber auch bei der Pyotraumatischen Dermatitis ist ein Unterschied erkennbar. Während schwarze Hunde hier die geringste Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung aufweisen, haben Labrador Retriever von gelber Farbe eine 1.6 prozentige Wahrscheinlichkeit. Braune Hunde übertreffen dies allerdings noch um 2,4 %.

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Labrador Retriever von 12,1 Jahren wurde mit einem Durchschnitt von 10,7 Jahren von diesen Hunden ebenfalls unterschritten.

Bislang konnten bei keiner anderen Hunderasse ähnliche Zusammenhänge festgestellt werden. Lediglich in einer Studie von 1996 wurde das Potenzial für aggressives Verhalten von Englischen Cocker Spanieln mit deren Fellfarben in Verbindung gebracht.

Drei Farben des Labrador Retriever

Ausreichende Daten für die Labrador Retriever konnte nur das Vereinigte Königreich bieten, doch es ist davon auszugehen, dass die Ergebnisse der Studie auf jedes Land übertragbar sind. Dennoch arbeitet Paul McGreevy an einer weiteren Studie mit australischen Labrador Retrievern. Mit einer relativ isolierten Population, könnten sich die Ergebnisse nämlich doch unterscheiden. Sollten die Ergebnisse nicht übereinstimmen, könnte dies auch auf eine Überbeanspruchung bestimmter Zuchtlinien in Großbritannien hindeuten.

Natürlich kann diese Studie sich nun auch auf die Zucht dieser Rasse auswirken. So sollte, laut den Wissenschaftlern, darauf geachtet werden verschiedenfarbige Elternteile zu nehmen und nicht ausschließlich innerhalb einer Farbvariante zu züchten. Ansonsten könnte das Phänomen weiter verstärkt werden.
Ottmar Distl, Direktor des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung in Hannover, rät dazu „bunt und quer über die Farben“ zu mischen.

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