Hund hat stumpfes Fell: Was steckt dahinter?

Die Fellstrukturen bei Hunden sind so unterschiedlich wie die Hunde selbst. Das Fell kann lang, kurz, gelockt oder kraus sein. Einige Hunde haben viel Unterwolle, andere haben keine. Das Fell unserer Hunde hat sich über die Jahrhunderte in unterschiedliche Richtungen entwickelt, sodass die Hunde den äußeren Umständen ihrer Umgebung perfekt angepasst sind. Damit ist aber auch das Pflegebedürfnis eines jeden Hundes mit seinem Fell unterschiedlich.

Ist das Fell deines Hundes allerdings stumpf und spröde, sollte die Ursache dafür gefunden werden. Denn nicht nur das Bürsten und Kämmen wirkt sich auf die Beschaffenheit des Haarkleides aus.

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Welche Ursachen können hinter dem stumpfen Fell stecken?

Stumpfes Fell entsteht in der Regel über einen längeren Zeitraum. Oft liegt die Ursache im Organismus des Hundes. Eine der häufigsten Ursachen für stumpfes Fell ist eine ungünstige Ernährung. Ein besonders wichtiges Spurenelement für gesundes Fell ist beispielsweise Zink. Ist dies nur unzureichend ein Bestandteil der Ernährung, spiegelt sich dieser Mangel in Haut und Fell des Hundes wider.

Überlege also, ob eine Futterumstellung eventuell der Grund für das stumpfe Fell deines Hundes sein könnte. Schaue dir dazu auch die Zusammensetzung des Futters an. Möglicherweise ist sogar Zucker oder zu viel Getreide enthalten. Die Darmflora deines Hundes ist durch diese Zutaten sehr mit der Verdauung dieser beschäftigt, sodass wichtige Nährstoffe nicht in ausreichendem Maß von deinem Hund verstoffwechselt werden können.

Es gibt einige Futterzusätze, welche das Fell des Hundes zum Glänzen bringen. Dies sind hauptsächlich Öle mit vielen Omega-3-Fettsäuren. Diese sind beispielsweise in Lachsöl oder Leinöl enthalten. Neben den Ölen sind Bierhefe, Biotin und Vitamin B wichtig für ein gesundes Haarkleid. Lasse dich im Zweifel von eurem Tierarzt oder durch eine Ernährungsberatung dahingehend unterstützen.

Weitere Ursachen für stumpfes Fell

Rührt das spröde und stumpfe Fell des Hundes nicht von der Ernährung, gibt es einige weitere mögliche Ursachen.

  • Milben, Flöhe oder andere äußerliche Parasiten: Meistens geht der Befall außerdem mit Juckreiz, Rötungen, Haarausfall und Krusten einher. Flöhe können ausgemacht werden, indem das Fell des Hundes mit einem Flohkamm gekämmt wird. Fallen rotbräunliche Krümel heraus, kann es sich um Flohkot handeln. Um sicherzugehen, werden die Krümel auf ein angefeuchtetes Papiertuch gegeben. Verfärbt sich das Papier ebenfalls rötlich, steht die Diagnose Flohbefall meistens fest.

Milben sind in der Regel nicht so leicht zu finden wie die Flöhe. Bei den meisten Milbenarten können erst mit der Untersuchung von Hautgeschabsel erkannt werden.

stumpfes Fell

Ein möglicher Parasitenbefall sollte in jedem Fall tierärztlich behandelt werden.

  • Schilddrüsenunterfunktion: Die mangelhafte Hormonproduktion der Schilddrüse zählt zu den häufigsten hormonellen Störungen bei Hunden. Betroffene Hunde zeigen eine Reihe weiterer Symptome wie Gewichtsveränderungen oder Verhaltensveränderungen. Stumpfes Fell oder Haarausfall zählen ebenso dazu.
  • Darmparasiten: Befallen Würmer den Darm des Hundes, ist die Aufnahme der Nährstoffe über die Darmschleimhaut gestört. Dies wiederum kann unter anderem zu stumpfem Fell führen. Auch nach einer Entwurmung kann das Haarkleid des Hundes aufgrund des chemischen Eingriffs in die natürliche Darmflora stumpf werden.
  • Stress: Viele Menschen leiden bei länger anhaltendem Stress an Hautunreinheiten oder an Veränderungen der Haare. Es fällt aus oder wird brüchig. Ebenso kann dies bei unseren Hunden passieren. Größere Veränderungen im Umfeld des Hundes können ihm Stress bereiten. Dies könnte zum Beispiel ein Umzug sein oder der Einzug eines weiteren Hundes in die Familie. Es gibt viele Faktoren, die einen Hund aus dem Gleichgewicht bringen können. Hat dein Hund stumpfes Fell, kann also ein Stressor der Auslöser dafür sein.
  • Chronische Erkrankungen: Langanhaltende Erkrankungen der Organe können den Organismus des Hundes ordentlich durcheinanderbringen. Arbeiten nicht alle Organe gut, hat dies oft zur Folge, dass Nährstoffe aus dem Futter nicht verarbeitet werden können. Werden chronische Erkrankungen des Hundes zudem medikamentös behandelt, sind stumpfes Fell oder Hautirritationen nicht selten eine Nebenwirkung dieser Medikamente.
  • Allergien: Auch in der Hundewelt treten immer häufiger Allergien auf. Ob gegen Futtermittel oder gegen äußere Faktoren – die überempfindliche Reaktion geht häufig mit Fellveränderungen einher. Wird eine Allergie vermutet, wird der Hund gründlich veterinärmedizinisch untersucht. Hat man die Allergene aufgespürt, kann der Hund entsprechend behandelt werden und der Kontakt mit den Allergenen vermieden werden.

Wann sollte mein Hund zum Tierarzt?

Ist dir aufgefallen, dass dein Hund stumpfes oder strohiges Fell hat, kannst du zunächst einen Blick auf die Ernährung deines Hundes werfen. Gehe außerdem einmal durch, ob es besondere Veränderungen im Leben deines Hundes gab. Können also das Futter oder Stress zu stumpfem Fell geführt haben, kannst du diese Irritationen in der Regel gut anpassen und in den Griff bekommen. Ist dein Hund ansonsten fit und unauffällig, könnte das Problem damit schon behoben sein.

Kannst du diese Faktoren ausschließen, oder gibt es weitere auffällige gesundheitliche Veränderungen bei deinem Hund, sollte der Tierarzt eingebunden werden. Hormonelle Unstimmigkeiten oder organische Ursachen bedürfen einer intensiven Untersuchung. Nur so kann eine genaue Diagnose gestellt werden. Auch der Parasitenbefall, ob innerlich oder äußerlich, muss entsprechend behandelt werden.

Fellpflege Hund - richtig bürsten

Die richtige Fellpflege

Viele Hunde haben besonders während des Fellwechsels stumpfes Fell. Luftiges Sommerfell und dichtes Winterfell sind währenddessen gleichzeitig zu sehen. Es kann dann zu etwas struppigem und glanzlosem Fell kommen. Deinen Hund kannst du beim Fellwechsel unterstützen, indem zu besonders jetzt Futterzusätze wie Bierhefe oder Lachsöl in die Ernährung mit einbaust. Regelmäßiges Bürsten hilft deinem Hund, sein altes Haarkleid loszuwerden.

Je nach Fellstruktur ist die Fellpflege mehr oder weniger aufwendig. Dichte Unterwolle erfordert mehr Zeit als ein dünnes Haarkleid. Das Bürsten fördert außerdem die Durchblutung der Haut. Abgestorbene Hautschuppen und lose Haare werden herausgebürstet und das Wachstum für neues Fell angekurbelt.

Futterzusätze hund

Einige Hundebesitzer neigen dazu, ihren Hund zu oft zu baden. Allerdings wird durch häufiges Baden die Haut und damit auch das Fell des Hundes geschädigt. Hat sich dein Hund von allen Seiten im Schmutz gewälzt, ist das Baden manchmal unumgänglich. Oft reicht aber das Reinigen einzelner Bereiche des Fells mit einem nassen Waschlappen.

Safety first!

Eine gesunde Ernährung und die bedürfnisgerechte Fellpflege beugt stumpfem Fell oft schon vor. Bist du dir nicht sicher, ob gesundheitliche Probleme deines Hundes zu dem stumpfen Fell führen, lasse dich unbedingt vom Tierarzt beraten. Hinter stumpfem Fell, Haarausfall oder Hautproblemen können etliche Ursachen stecken. Im Zweifel ist ein Gang zum Tierarzt, Heilpraktiker oder Ernährungsberater immer die beste Alternative.

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