Mysteriöse Hundekrankheit in Norwegen: Das ist der aktuelle Stand

Seit wenigen Wochen macht sich in Norwegen Unsicherheit breit. Mehrere Hunde litten und leiden an einer schweren Erkrankung, die mitunter auch zum Tod geführt hat. Noch sind Behörden und Tierärzte der Ursache nicht auf die Spur gekommen und auch über einen Zusammenhang der Fälle wird weiterhin diskutiert.

Was wir bisher wissen:

Von ersten Fällen bis zur Meldepflicht

Etwa zweihundert Hunde sollen in den letzten Wochen mit ähnlichen Symptomen zum Tierarzt gebracht worden sein. Insgesamt 25 von ihnen haben die rätselhafte Erkrankung Schätzungen zufolge nicht überlebt. Geografisch betrachtet häufen sich die Fälle rund um die Hauptstadt Oslo, aber auch in Nordland, Bergen und Trondheim gibt es kranke Hunde mit ähnlicher Symptomatik.

Geographische Sichtungen des Krankheitsbildes in Norwegen

Da das Problem bestehen zu bleiben scheint, spricht die Behörde für Lebensmittelsicherheit von einer sehr ernsten Erkrankung für Betroffene, wobei Ansteckungsgefahr und Zusammenhänge noch nicht geklärt sind. Um mehr herauszufinden, hat das Veterinärinstitut nun Registrierungsformulare verschickt. Tierärzte sollen Krankheitsfälle mit einer Symptomatik, die zur mysteriösen Erkrankung passt, melden und so dabei helfen, eine informative Karte zu erstellen.

Woran leiden betroffene Hunde überhaupt?

Die Erkrankung mit unklarer Ursache äußert sich bei den betroffenen Hunden ganz ähnlich. Zu den Symptomen gehören Abgeschlagenheit, Erbrechen und blutiger Durchfall. Eine Ansteckungsgefahr für den Menschen oder andere Tiere konnte bisher nicht bestätigt werden.

Die Suche nach der Ursache geht weiter

Zehn tote Hunde wurden inzwischen im Rahmen einer Autopsie untersucht. Hier fanden die Experten das klinische Bild einer sehr schweren Darminfektion vor. Auch berichten die Behörden bei der Hälfte der untersuchten Tiere von einem recht hohen Befall mit den Bakterien Providencia alcalifaciens und Clostridium perfringens. Ob diese beiden Bakterien im aktuellen Fall eine übergeordnete Rolle spielen, muss sich jedoch noch bestätigen.

Darüber hinaus konnten die Verantwortlichen bereits einige mögliche Ursachen ausschließen. Nicht verursacht wurden die Symptome bei den betroffenen Hunden durch

  • Salmonellen
  • Campylobacter
  • Rattengift
  • Futter
  • Parvoviren
  • und andere Vergiftungen mit zugeführten Substanzen.

Weiterhin bleiben Sprecher in ihren offiziellen Statements der Aussage treu, dass ein Zusammenhang zwischen den Krankheits- und Todesfällen nicht geklärt ist. Es könnte sein, dass die Hunde von verschiedenen Krankheitsbildern betroffen waren und sind. Dennoch sind auch die Experten verunsichert, da sich die Symptomatik über einen kurzen Zeitraum bei vielen gesunden Hunden gezeigt hat.

Besser nicht nach Norwegen reisen

Wer aktuell eine Reise nach Norwegen geplant hat, ist verständlicherweise verunsichert. So lange die Behörden keine konkrete Ursache für die Erkrankungen benennen können, bleibt das Risiko einer ansteckenden Infektion, die sich weiter ausbreiten könnte. Vermeidbare Aufenthalte im Land und auch vermeidbarer Kontakt zu Hunden aus Norwegen sollten daher besser verschoben werden, bis Klarheit herrscht.

Auch der VDH hat auf die Geschehnisse reagiert und eine Empfehlung an seine Landesverbände sowie Mitgliedsvereine herausgegeben. Diese sollen norwegische Hunde bei Veranstaltungen in den nächsten zwei Wochen nicht zulassen. Kennel Clubs in anderen Ländern handeln ebenso.

In Norwegen selbst mahnen Behörden Hundebesitzer dazu, die Vierbeiner nicht miteinander spielen zu lassen und bei Spaziergängen an der Leine zu halten. Wer einen erkrankten Hund hat, sollte sich mit seinem Tierarzt in Verbindung setzen und wenn möglich Proben des Futters aus den letzten 14 Tagen aufbewahren. Tierärzte werden dazu aufgerufen, schon vor der Behandlung mit Antibiotikum eine Stuhlprobe zu sammeln und einzuschicken. Gestorbene Hunde können zu Autopsiezwecken an die Behörden übersandt werden. Halter müssen in diesem Fall nicht für die Kosten aufkommen.

Besteht ein Risiko in Nachbarländern oder gar Deutschland?

Da bislang nur wenig über die Erkrankung bekannt ist und weder eine Ursache noch ein konkreter Zusammenhang bestimmt werden konnten, sind Aussagen hinsichtlich des Risikos für andere Länder kaum möglich. Viele Hundehalter aus Schweden machen sich dennoch Sorgen, ob die Krankheit die Grenzen überschreiten und auch in ihrem Land auftreten kann. Hier mahnen die Behörden dazu, Ruhe zu bewahren. Es gebe keine Hinweise auf ein Risiko für schwedische Hunde.

Dass es ähnliche Ausbrüche in den USA, Dänemark und England gegeben habe, befeuert die Unsicherheit vieler Hundehalter. Aber auch hier gilt: Eine Ursache konnte nicht ausgemacht werden und es fehlten Hinweise auf konkrete Zusammenhänge. In Deutschland sind derzeit keine Fälle bekannt. Von Reisen nach Norwegen aber raten die meisten Tierärzte ab.

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