Mumbai: Blaue Hunde aufgetaucht

Hunde gibt es in zahllosen Farben:

Getupft, gestromt, braun bis weiß und sogar ganz wild gemustert. Blau steht jedoch nicht auf der Liste der Töne, die Hundefell haben sollte. Dass nun im indischen Mumbai grellblau gefärbte Hunde aufgetaucht sind, warf einige Fragen auf. Auch wenn sich das Rätsel rund um die blauen Hunde recht schnell löste, erinnerte der Vorfall viele Hundefreunde an die schlimmste Situation zahlreicher Vierbeiner in Indien.

Industrieabwässer sind schuld

In Mumbai gibt es zahllose große Fabriken. Hier boomt die Industrie und zieht Menschen, Umwelt und auch Tiere in Mitleidenschaft. Als Einwohner der Stadt blau gefärbte Straßenhunde entdeckten, lag die Vermutung nahe, dass auch an diesen besonderen Vorfall die Industrie schuld sein könnte. In der Tat bewahrheitete sich dieser erste Gedanke, denn eine Fabrik hatte ihre Abwässer in den Fluss Kasadi geleitet.

Wie die Umweltschutzbehörde herausfand, gelangten Färbemittel in den Fluss. Da sich in der großen Hitze Mumbais auch Straßenhunde immer wieder auf die Suche nach Möglichkeiten zur Abkühlung und zum Trinken machen, nutzten sie aller Vermutung nach den Fluss zum Baden. Dass das Firmengelände eigentlich umzäunt ist, hielt die Vierbeiner vermutlich nicht davon ab, sich durch ein Loch im Zaun Zugang zu verschaffen.

Die blauen Hunde von Mumbai werden aller Vermutung nach nicht blau bleiben. Wie Tierschützer vermuten, handelt es sich um wasserlösliche Farbe, die im Laufe der Zeit verblasst. Zu dieser Annahme kamen die Tierschützer, nachdem sie einen der betroffenen Hunde einfangen und untersuchen konnten. Auch gesundheitliche Beeinträchtigungen soll das Farbmittel nicht ausgelöst haben. Dennoch zeigt dieser kuriose Vorfall, dass

giftige Substanzen in Flüssen und Gewässern rund um Mumbais Fabriken eine Bedrohung für Mensch und Tier darstellen. Schließlich ist nicht jedes Gift so deutlich sichtbar.

Straßenhunde ein wichtiges Thema in Indien

Nach offiziellen Schätzungen gibt es in ganz Indien etwa dreißig Millionen Hunde. Manche von ihnen haben Glück und werden als Haustiere gehalten, während rund 18 Millionen Fellnasen heimatlos durch die Städte des Landes streunen.

Bei den meisten von ihnen handelt es sich um sogenannte „Pariah“ Hunde, Nachfahren früherer Haushunde, die im Laufe der Zeit auch auf den Straßen lebten. Zusätzlich mischen sich andere Hunderassen unter das heimatlose Volk, denn auch in Indien ist das Aussetzen von Vierbeinern keine Seltenheit. Wenngleich sich indische Gemeinden nach einer Gesetzesänderung künftig um die Versorgung der Tiere kümmern müssen, steigt die Anzahl indischer Streuner stetig an.

Abwasserkanal in Mumbai

Einige Tierschutz-Initiativen beschäftigen sich daher ausschließlich mit Indiens Straßenhunden und kümmern sich um deren medizinische Versorgung, Kastrationen und die Suche nach einem neuen Zuhause außerhalb Indiens.

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