Wie verhalten sich Hunde kurz bevor sie sterben?

Kein Hundebesitzer setzt sich gern mit diesem Thema auseinander. Dennoch ist es irgendwann an der Zeit, vom geliebten Vierbeiner Abschied zu nehmen. Vielen Menschen hilft es in dieser schweren Zeit, sich zumindest ein wenig vorbereiten zu können.

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Dies kann manchmal gelingen, indem die Thematik Tod ein wenig genauer betrachtet wird. Hierbei zeigt sich, dass es durchaus einige Anzeichen gibt, die darauf hindeuten, dass der Hund bald den Weg über die Regenbogenbrücke beschreiten wird. Genau jetzt ist es umso wichtiger, die ihn da zu sein.

Die folgenden Phasen deuten darauf hin, dass es bald an der Zeit ist, Abschied zu nehmen. Hierbei gilt es jedoch auch, zu berücksichtigen, dass jedes Tier anders ist, Bei manchen dauern die entsprechenden Phasen länger, bei manchen gehen sie vergleichsweise schnell ineinander über.

Phase 1: Der Hund frisst und trinkt schlechter bzw. stellt die Nahrungsaufnahme komplett ein

Das Einstellen der Nahrungsaufnahme ist eines der ersten Anzeichen dafür, dass der Sterbeprozess langsam beginnt. Oft erstreckt sich dieser „Hungerstreik“ über mehrere Tage. Besonders alarmierend ist es, wenn der Hund nicht einmal mehr Lust auf seine allerliebsten Leckerlis hat.

Das natürliche Prinzip, das sich hinter dem Einstellen der Nahrungsaufnahme verbirgt, ist schnell erklärt… und bei genauem Hinsehen durchaus logisch. Denn: Würden die Tiere Fressen zu sich nehmen, würde ihnen genau das Energie bringen. Diese wird aber zum Lebensende hin nicht mehr gebraucht. Der Körper stellt sich hier bereits auf den Tod ein.

Phase Nr. 2: Der Hund will sich mehr bewegen als sonst

Oft erscheint es wie eine Art Hoffnungsschimmer: Der Hund, der eben noch lethargisch auf seiner Decke lag, beginnt auf einmal wieder, sich zu bewegen. Vielleicht sogar noch mehr als vorher? In diesem Fall kann es sein, dass Phase zwei des Sterbeprozesses begonnen hat. Wirkt das Tier eher ruhelos und mobil, kann es sein, dass es versucht, die Energie, die sich noch in seinem Körper befindet – mehr oder weniger sanft – abzubauen. Denn: Er braucht sie nicht mehr. Auf diese Weise macht sich der Hund weiter bereit, um zu sterben.

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Experten raten in dieser Phase dazu, das Tier in seinem Verlangen nicht einzuschränken. Halter sollten die Hunde nicht in eine Box sperren, um sie so zum Beispiel zum Hinlegen zu zwingen. Möchte der Hund auf- und ablaufen, sollte er hierzu auch die Gelegenheit bekommen. Selbstverständlich ist es in diesem Zusammenhang wichtig, aufzupassen, dass er sich dabei nicht verletzt. Schwache Hunde in den letzten Lebenstagen sollten beispielsweise keine steilen Treppen mehr ohne „Aufsicht“ laufen.

Phase Nr. 3: Der Zustand verschlechtert sich

Hierbei handelt es sich um die letzte Sterbephase. Die Tiere bauen merklich ab und bewegen sich deutlich weniger als vorher. Viele Tiere neigen in dieser Phase zu erbrechen, manche krampfen auch und sind nicht mehr stubenrein. Kurz vor ihrem Ableben, beginnen manche Tiere auch, zu bellen. Wie sich unschwer vermuten lässt, ist es vor allem Phase 3, die die Hundebesitzer deutlich fordert. Dennoch ist es umso wichtiger, gerade jetzt für das Tier da zu sein. Hunde sind dazu in der Lage, die Emotionen ihres Gegenübers sehr detailliert wahrzunehmen. Sie spüren genau, wenn mit Herrchen oder Frauchen etwas nicht stimmt. Daher gilt es, möglichst entspannt zu sein, um dem Hund einen entsprechend ruhigen und stressfreien Abschied zu ermöglichen.

Am besten ist es, auf das Tier und seine Bedürfnisse in den letzten Tagen einzugehen. Hierzu gehört es unter anderem, Futter nicht aufzudrängen, Kot zu entfernen und dem Hund liebevoll zuzureden. Viele Tiere wünschen sich in dieser Phase nur eines: Die Nähe zu ihren Menschen.

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Sollte der Hund nicht zuhause sterben, sondern beispielsweise beim Tierarzt eingeschläfert werden, raten Experten dazu, als Halter in den letzten Minuten nicht aus Selbstschutz den Raum zu verlassen. In einem solchen Fall würde sich der Hund alleingelassen fühlen.

Bemerken Hunde selbst, dass sie bald sterben werden?

Mit dieser Frage hat sich die Wissenschaft bereits in der Vergangenheit eingehend auseinandergesetzt. Eine klare Antwort auf diese Frage gibt es noch (?) nicht. Viele Menschen sind der Meinung, dass sich ihr Tier vor dessen Tod von ihnen verabschiedet hat. Ob dies jedoch tatsächlich der Fall oder eher individuelles Empfinden ist, ist nicht klar.

Hinzu kommt, dass jedes Tier – wie bereits erwähnt – anders ist. Manche Hunde werden in der Zeit vor ihrem Tod sehr anhänglich, andere ziehen sich bewusst zurück und möchten eher weniger direkten Kontakt mit ihrem Menschen.

In dieser Zeit ist es einmal mehr wichtig, auf die Interessen des Tieres einzugehen und die eigenen Wünsche ein wenig zurückzustellen. Selbstverständlich ist das Bedürfnis, den Hund während des Sterbeprozesses zu streicheln und zu verwöhnen, durchaus nachvollziehbar. Dennoch gibt es de facto auch Tiere, die eher für sich sein möchten. Und genau das gilt es, als eine Art „letzten Wunsch“ zu respektieren.

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Hunde, die keine Lust auf körperliche Nähe während des Sterbeprozesses haben, sollten hierzu nicht gedrängt werden. Dennoch ist es wichtig, die Tiere nicht komplett allein zu lassen, um im Notfall – zum Beispiel bei starken Schmerzen, eingreifen zu können.

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