Die Ernährung deines Welpen

Der Einzug eines Welpen ist eine aufregende Zeit. Für den Welpen bedeutet der Umzug aber auch Stress. Die Trennung von Mutter, Geschwistern, bekannten Menschen und der gewohnten Umgebung ist eine anstrengende Phase. Psyche und Körper werden stark beansprucht.

Wir Menschen möchten dem Welpen natürlich alles bieten, was er braucht. Damit der Welpe nachhaltig gesund bleibt, spielt das Thema Futter und Ernährung eine große Rolle. Gerade während der ersten Tage kann die Aufregung auch auf die Verdauung des Welpen schlagen.

Zudem soll der Welpe bestmöglich mit Nährstoffen für eine gesunde Entwicklung versorgt werden. Die Ernährung des Welpen kann zunächst einige Fragen und Unsicherheiten aufwerfen. Die wichtigsten Fakten und Tipps haben wir hier für dich zusammengestellt.

welpenfutter

Futterumstellung für den Welpen?

In den ersten Lebenswochen wird der Welpe vollumfänglich durch die Muttermilch versorgt. Die Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe, welche für den Welpen und seine Entwicklung notwendig ist. In der Regel wird beim Züchter ab der 4. Woche begonnen, Welpenfutter zusätzlich zur Muttermilch zuzufüttern. Bis zum Auszug sollte der Welpe vollständig auf ein hochwertiges Welpenfutter umgestellt worden sein.

Zieht der Welpe dann bei dir ein, solltest du nach Möglichkeit zunächst das gewohnte Futter des Welpen weiter füttern. Auch wenn du zukünftig ein anderes Futter geben möchtest, darf die Umstellung nicht abrupt erfolgen. Der Verdauungstrakt deines Welpen ist sensibel und reagiert empfindlich auf eine schnelle Umstellung seiner Mahlzeiten.

Gebe für die Umstellung immer etwas mehr von dem zukünftigen Futter in die gewohnte Ration. Das Verhältnis sollte sich bei 10 % des neuen und 90 % des alten Futters bewegen. Täglich werden weitere 10 % des neuen Futters in die Ration gemischt, bis nach etwa 10 Tagen 100 % des neuen Futters gegeben werden kann. Diese langsame Umstellung beugt Durchfall und Magenproblemen vor.

Wie oft sollte der Welpe fressen?

Richte dich bei der Menge der Tagesration nach den Angaben des Futterherstellers. Die Tagesration sollte für einen Hund bis etwa zur 12. Lebenswoche auf vier Portionen aufgeteilt werden. Nimmt das Hundebaby täglich mehrere kleinere Portionen zu sich, wird der Verdauungstrakt nicht mit großen Futtermengen überfordert. Die Nährstoffe in mehreren kleinen Mahlzeiten können im Magen und Darm des Welpen besser verarbeitet und verwertet werden.

Sind die täglichen vier Portionen gut verträglich, sollte der Welpe nach der 12. Woche drei Mal täglich in den Genuss seiner Mahlzeiten kommen. Die empfohlene tägliche Menge kann jetzt statt auf vier Portionen auf drei Mahlzeiten rationiert werden. Dieses Fütterungsritual sollte bis etwa zum 6. Lebensmonat beibehalten werden. Danach kann der junge Hund auf zwei Mahlzeiten pro Tag umgestellt werden.

Auch wenn der Welpe scheinbar wahnsinnig großen Appetit hat, sollte man darauf achten, dass nicht zu viel gefüttert wird. Übergewicht schon in den ersten Lebensmonaten kann nachhaltig die Gelenke des jungen Hundes schädigen.

Welpenfutter

Was sollte drin sein?

Besonders wichtig für einen gesunden Knochenbau während der Wachstumsphase ist das Verhältnis von Calcium und Phosphor zueinander. Speziell deklariertes Welpen- oder Juniorfutter ist in der Regel auf diese Faktoren abgestimmt. Im Gegensatz zum Futter für erwachsene Hunde ist der Gehalt an Calcium begrenzt. Ist die Menge an Calcium nämlich zu hoch, kann es zu einer Überversorgung des Organismus kommen. Der Körper von Welpen und Junghunden kann eine zu hohe Calciummenge nicht selbstständig regulieren. Es kann zu Knochen- und Gelenkproblemen kommen, welche sich erst im Erwachsenenalter zeigen.

Ein weiterer überaus wichtiger Bestandteil in der Ernährung des Welpen sind Proteine. Als hochwertige Eiweißquellen gelten beispielsweise Geflügelfleisch und Fisch. Auch in einem Trockenfutter sollte der Fleischanteil immer höher als der Anteil an Getreide sein.

Mais sollte im Welpen- als auch im Futter für den erwachsenen Hund nicht in großen Teilen enthalten sein. Mais löst häufig Allergien oder Unverträglichkeiten aus. Auch Verhaltensprobleme können durch eine maishaltige Ernährung des Welpen gefördert werden.

Die Aminosäure Tyrosin ist in Mais mit einem hohen Anteil enthalten. Tyrosin erschwert vereinfacht gesagt die Produktion von Serotonin im Körper des Hundes. Serotonin (der Glücksbotenstoff) verringert Verhaltensprobleme wie Aggressionen, Angst und Stress.

In Geflügelfleisch wie zum Beispiel Pute hingegen ist die Aminosäure Tryptophan enthalten. Tryptophan ist die Vorstufe zum Serotonin. Da Serotonin als Glücksbotenstoff die Zufriedenheit und Ausgeglichenheit fördert, sollte also mehr Tryptophan als Tyrosin im Futter des Welpen enthalten sein.

Kurz gesagt: Mehr Fleisch statt Mais = mehr Zufriedenheit statt Stress.

Das Welpenfutter sollte zudem alle wichtigen Nährstoffe für einen gesunden Stoffwechsel enthalten. Dazu zählen neben den Eiweißen und dem Calcium auch Kohlenhydrate, Fette, Spurenelemente, Mineralstoffe und Vitamine.

Was sollte bei der Welpenfütterung im Allgemeinen beachtet werden?

  • Das Futter sollte nach Möglichkeit zu jeder Mahlzeit frisch bereitgestellt werden
  • Jeder Hund muss ausreichend frisches Trinkwasser zu Verfügung haben
  • Der Welpe sollte beim Fressen nicht gestört werden
  • Der Napf sollte täglich gereinigt und von Futterresten befreit werden
  • Essensreste vom Tisch sollte der Welpe nicht bekommen, besonders keine stark gewürzten Reste. Das kann zu starken Durchfällen und Erbrechen führen
  • Der Welpe sollte regelmäßig gewogen werden. Stagniert das Gewicht oder geht sogar zurück, obwohl der Hund in der Wachstumsphase ist, sollte Rücksprache mit einem Tierarzt gehalten werden. Möglicherweise ist das Futter nicht ideal auf den Welpen oder Junghund abgestimmt. Vielleicht muss auch die Tagesration angepasst werden, weil der Hund überaus aktiv ist und die Nahrung schnell verstoffwechselt.
Kausnack Welpe

Grundsätzlich sollten die Nährstoffe beim Welpenfutter optimal aufeinander abgestimmt sein. Bist du dir unsicher, lohnt es sich einen Ernährungsberater für Hunde zu kontaktieren. Auch euer Tierarzt des Vertrauens hilft in Fragestellungen zur richtigen Ernährung von Welpen. Ob dein Welpe gut versorgt ist, erkennst du zudem an seinem Äußeren.

Eine schlanke Figur und glänzendes Fell gibt schon viel Aufschluss über die Ernährung deines Welpen. Auch sein Verhalten spiegelt wie bereits erwähnt eine mögliche suboptimale Futterzusammensetzung wider. Jeder Welpe hat dabei andere Ansprüche an sein Futter. Das Aktivitätslevel, Rasse und Größe sollten immer einen Einfluss auf die Wahl des Futters haben.

Mit der bedürfnisgerechten Ernährung deines Welpen legst du den Grundstein für ein langes und gesundes Leben. Das Risiko für die Entstehung von Allergien und Krankheiten kann schon in den „Welpenschuhen“ vermindert werden.

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