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Der Dingo, der vom Himmel fiel

Fundhunde gibt es immer wieder. Sogar im eigenen Garten. Doch eine Familie in Australien hat einen ganz besonderen Fund in ihrem Hinterhof gemacht. Einen vermeintlich verlassenen Hundewelpen nahm die Familie in ihrem zu Hause auf. Doch schnell fiel der Familie das ungewöhnliche Aussehen des Welpen auf. Daraufhin wurde die DNA des kleinen Hundewelpen in einer Tierklinik überprüft. Die „Australian Dingo Foundation“ war sehr daran interessiert, die DNA des Welpen auf Dingo-Gene zu untersuchen.

Die Australian Dingo Foundation ist eine australische Organisation, welche sich für die Dingos im Land einsetzt, um sie zu erhalten. Ihre Arbeit besteht unter anderem darin, die reinrassige Dingo-DNA zu konservieren und damit zu erhalten. Und siehe da: Es handelte sich bei dem Fundwelpen tatsächlich um einen Dingo. In Australien kommen Hybride aus Haushund und Dingo nicht selten vor. Doch damit nicht genug. Der gefundene Welpe ist ein reinrassiger Alpin-Dingo. Der Alpin-Dingo ist in Australien vom Aussterben bedroht. Ein echter Glücksfund also! Eine Grandiosität für die Australian Dingo Foundation.

Es wird vermutet, dass der Welpe durch einen großen Greifvogel in das Wohngebiet verschleppt wurde. Andere reinrassige Dingos wurden nicht in der Nähe gefunden und zudem wies der Welpe Kratzer am Rücken auf.

Der kleine Dingo ist für die Wissenschaftler ein Glücksfund. © Instagram wandi_dingo
Der kleine Dingo ist für die Wissenschaftler ein Glücksfund. 
© Instagram wandi_dingo

Schon gewusst?

Der Dingo ist unter mehreren Namen bekannt. In Australien wird er häufig als „wild dog“ bezeichnet. Oft lassen sich jedoch wilde Haushunde, Hybride aus Haushund und Dingo oder reinrassige Dingos auf den ersten Blick nicht klar zuordnen. Sprechen die Australier von den „wild dogs“ ist also nicht klar, um welche Rasseeigenschaften es sich dabei tatsächlich handelt.

Man vermutet, dass der Dingo seinerzeit mit asiatischen Seefahrern auf das australische Festland gelangte. Es gibt archäologische Funde, welche die Geschichte der Dingos in Australien erzählen. So lebte er mit den australischen Ureinwohnern, den Aborigines in einer Gemeinschaft.

Dingos leben heute in verschiedenen Regionen Australiens in unterschiedlichen Territorien. Abhängig vom Menschen sind sie dabei nicht. Weil sich reinrassige Dingos immer wieder mit Haushunden verpaarten, ist die Population aus Hybriden nach und nach gewachsen. Reinrassige Dingos wurden größtenteils von den Hybriden verdrängt. Zudem werden Dingos gejagt und ihr Lebensraum wird zerstört. Der Bestand der reinrassigen Dingos nimmt in Australien in den letzten Jahren immer mehr ab.

freilebender Dingo
freilebender Dingo

Das Aussehen des Dingos

Rein äußerlich sieht der Dingo den asiatischen und indischen Haushunden sehr ähnlich. Kein Wunder also, dass die Familie den gefundenen Welpen zunächst für einen Hundewelpen hielt. Dingos haben einen breiten Kopf, der zur Nase hin spitz zuläuft. Das wiederum ähnelt der Kopfform eines Fuchses. Im Vergleich zu Haushunden ist der Kopf flacher, die Schnauze spitzer und die Zähne länger. Das ist ein Anhaltspunkt um die beiden Gattungen voneinander zu unterscheiden.

Das Haarkleid eines Dingos ist in der Regel kurz. Nur die Rute ist buschig. Die Beschaffenheit des Fells ist aber je nach Klima und Lebensraum angepasst. Es kann also auch dichter und länger sein als üblich. Denkt man an einen Dingo, hat man dabei oft die rötlich-braune Färbung mit weißen Abzeichen vor Augen. Es werden aber auch schwarze oder weiße Dingos gesichtet. Zwar kommen mit diesen reinen Farben auch reinrassige Exemplare vor, oft handelt es sich bei diesen Farbgebungen jedoch um Mischlinge.

Wie sagt`s der Dingo?

Im Gegensatz zu unseren Haushunden ist der Dingo weniger bellfreudig. Wenn doch mal ein kurzes Bellen entweicht, nutzt er es nur als Warnsignal. Er nutzt zur verbalen Verständigung Töne, welche bei unseren Familienhunden nur situationsbedingt vorkommen. So gibt er Fiepgeräusche oder lautes Heulen in verschiedenen Tonlagen von sich. Das Heulen wird im ähnlichen Kontext wie in einem Wolfsrudel verwendet. Auch Dingos heulen, um ihr Rudel beisammen zu halten oder auch um andere Rudelmitglieder vor Gefahren zu warnen.

Zur offensiven Verteidigung nutzen die Dingos hauptsächlich das Knurren als Lautäußerung. Unsere Familienhunde knurren oft auch aus der Defensive heraus. Beispielsweise aus der Angst heraus, wenn sie sich bedrängt fühlen. In diesem Kontext kommt das Knurren bei Dingos allerdings nur sehr selten vor.

Möchte sich ein Dingo einen aufdringlichen Artgenossen vom Leib halten, schlägt er deutlich mit seinen Zähnen aufeinander. Diese Kommunikationsform setzt er auch ein, wenn er eine wichtige Ressource verteidigt. Am ehesten lässt sich diese deutliche Ansage mit dem „in die Luft schnappen“ unserer Haushunde vergleichen. Weder beim Dingo, noch beim Haushund wird dabei ein Artgenosse berührt oder gar verletzt.

Dingos

Dingos sind hochsoziale Tiere. Sie sind wahre Meister darin sich adäquat auszudrücken. So nutzen sie, ähnlich wie unsere Haushunde, auch Düfte zur Kommunikation. Besonders während der Paarungszeit wird viel markiert und gescharrt. Neben der verbalen und olfaktorischen Kommunikation werden auch die Körpersprache, Mimik und Gestik gekonnt eingesetzt, um sich zu verständigen. Wir Menschen würden wohl eine Menge lernen, wenn wir eine Zeit lang eine soziale Gruppe von Dingos beobachten würden.

Wie geht’s jetzt mit dem Dingo-Welpen weiter?

Heute lebt der gefundene Dingo-Welpe mit etwa 40 weiteren Dingos bei der Australian Dingo Foundation. Benannt wurde der Welpe nach dem Ort, an dem er gefunden wurde und heißt Wandi. Wandi wird weiter bei der Australian Dingo Foundation leben und sich fortpflanzen. Wird ein sicherer Ort für die Dingos gefunden, werden sie wieder in der Wildnis entlassen. In der Wildnis haben die Dingos nämlich eigentlich eine wichtige Aufgabe. Sie regulieren als hervorragende Jäger den Känguru-Bestand in Australien.

Damit hat die Familie wohl nicht gerechnet, als sie den wimmernden Welpen auf ihrem Grundstück fand.

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