Hunde – treue Begleiter für den Lebensabend

Hunde besitzen einen äußerst positiven Einfluss auf ihr Umfeld. Sie gelten nicht umsonst als bester Freund des Menschen. Zudem brauchen sie regelmäßig Aufmerksamkeit und eine gemeinsame Aktivität im Verbund mit ihrem Herrchen. Die gegenseitige Beschäftigung ist nicht nur Balsam für die Seele, sondern verhilft auch dem Körper zu einer besseren Kondition. Genau aus diesen Gründen ist der Vierbeiner ein äußerst gefragter Zeitgenosse für Senioren – doch mit dem Alter ändern sich zahlreiche Rahmenbedingungen für die Hundehaltung.

Hund im Alter

Schutz vor Inaktivität und Einsamkeit

Im hohen Alter leiden Menschen verstärkt an sozialen Ängsten. Gefühle von enormer Abgeschiedenheit und Nutzlosigkeit plagen betroffene Personen. Mangelnde Kontakte und Aktivität im Alltag, die teils durch körperliche Einschränkungen begünstigt werden, sind oft die Ursache. Hunde entfalten eine geradezu therapeutische Wirkung auf stark zurückgezogene Menschen. Die Tiere benötigen einen Fürsorger. Entsprechend ändert dies die Abläufe des bisherigen Alltags älterer Personen völlig. Rentner mit Hund blühen quasi auf. Plötzlich existiert ein neues Leben im direkten Umfeld, das Hingabe und Liebe benötigt – und wieder zurückgibt. Allerdings verlangt es dafür aufrichtiges Interesse und emotionale Zuneigung seitens des Besitzers.

Diese aufbauende sowie fordernde Wechselwirkung hilft alleinstehenden Menschen dabei, einen neuen Sinn in ihrem Leben zu finden. Körperlich hat der Tierkontakt ebenfalls entscheidende Konsequenzen. Jeder Hund benötigt Auslauf, spielerische Zuwendung und anderweitige Interaktion. Hundebesitzer müssen also ihren ruhigen Lebensstil gegen einen deutlich aktiveren Weg austauschen. Die Anstrengung zahlt sich aus, denn die gesundheitlichen Vorzüge einer solchen Partnerschaft gelten auch im hohen Alter mehr denn je:

  • Hunde wirken entspannend auf Menschen. Sie reduzieren Stress und fordern eine positivere Grundeinstellung für ein erfolgreiches Zusammenleben ein. Dadurch senkt sich indirekt die Gefahr von Herzinfarkten
  • Regelmäßige Bewegung in gemäßigtem Tempo gilt als wissenschaftlich erwiesenes Mittel gegen Bluthochdruck. Einfache Spaziergänge mehrmals die Woche verbessern die Belastungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems. Alleinstehen Personen neigen tendenziell zur Inaktivität. Ein Hund bringt aber selbst ältere Personen dazu, ihre ungesunden Lebensgewohnheiten zu überdenken.
  • Geistiges Training ist besonders im hohen Alter eine wichtige Grundlage für einen gelungenen Lebensabend. Üblicherweise dienen Hobbys oder das Engagement in Vereinen diesem Zweck. Die lebensfrohe Art der Vierbeiner wirkt nicht nur emotional ansteckend, sondern auch die geistige Auffassungsgabe profitiert von deren Anwesenheit. Die Beschäftigung rundum Verpflegung und Unterhaltung des Haustieres regt dauerhaft die grauen Zellen an.
  • Stets unterwegs zu sein, führt automatisch zu neuen Bekanntschaften. Ein zufälliges Treffen mit anderen Hundebesitzern mündet schnell in einer anregenden Unterhaltung. Auch dem Tier wird die Zusammenkunft mit Artgenossen guttun. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten für soziale Kontakte.

Bedenken bezüglich zu hoher Belastung ausräumen

Eine hundegerechte Haltung ist eine komplexe Aufgabe. Mit wachsendem Alter steigen die Zweifel über die persönliche Eignung als Hundehalter. Erziehung und Beschäftigung sind eine langfristige Verantwortung für das Wohlergehen des Tieres. Nicht jeder kann sich angesichts dieser Herausforderung guten Gewissens einen Hund anschaffen. Grundsätzlich gilt: Ausreichende Ausflüge unter freiem Himmel, Erziehung des Tieres und gemeinsames Spielen steht neben der grundlegenden Versorgung auf der To-do-Liste. Keiner dieser Punkte darf zu stark benachteiligt werden. Der dafür notwendige Arbeitseinsatz scheint für Unerfahrene zunächst überwältigend. Zeitaufwand und Anstrengung variieren beträchtlich abhängig von der gewählten Hunderasse. Einige davon eignen sich besonders für alte Menschen. Eine kurze Klärung beantwortet die wichtigsten Punkte:

  • Ist genügend Mobilität für Spaziergänge mit dem Hund vorhanden?
  • Gibt es genügend Freiraum für das Tier in direkter Umgebung (Garten, Park, Wald) ?
  • Existiert ausreichend Motivation und eine Wissensgrundlage zur Erziehung des Tieres?
  • Besitzen Arme und Beine genügend Kraft, um im Notfall den Hund an der Leine zu halten?

Die Wahl einer altersgerechten Rasse

Hüte- und Jagdhunde sind echte Energiebündel, verkümmern aber schnell bei Unterforderung. Andere Hundearten reduzieren ihren Bewegungsradius deutlich und kommen damit vielen älteren Menschen entgegen. Allgemein gibt es zwei Möglichkeiten: die Aufzucht eines Welpen oder die Adoption eines ausgewachsenen Tieres.

Passende Kandidaten für ältere Menschen sind unter anderem:

Welpe oder Adoption?

Die Aufzucht eines Welpen ist mit besonderem Einsatz verbunden. In den jungen Jahren wissen die Tiere noch nicht, welches Verhalten erwünscht und welches gemieden werden sollte. Sie toben, springen überall hin, betteln übermäßig viel und erledigen ihre Notdurft mitten in der Wohnung. Gleichzeitig fällt der Bedarf an wiederkehrenden Erkundungsausflügen enorm aus. Der Zeitaufwand für diese Aktivität bleibt hoch, obgleich die Reichweite und Ausdauer bei Welpen massiv unter dem Niveau älterer Tiere liegt. Im Gegenzug führt der Kontakt von frühsten Kindheitstagen an zu einer intensivere Beziehung zwischen Mensch und Tier. Hunde besitzen wie Menschen einen sehr individuellen Charakter. Bei Welpen lässt sich dieser nicht exakt vorhersagen. Bei bereits ausgewachsenen Exemplaren sind Angaben der vorherigen Besitzer oder des Tierheimes verlässlicher. Vorsicht bei der Wahl: Zutrauliche und süße Tiere lassen schnell die Emotionen von Menschen hochfliegen. Doch so schön spontane Sympathiebekundungen auch sein mögen, sie täuschen oft über die wahre Eignung des Tieres für den zukünftigen Besitzer hinweg. Folgende Eigenschaften dienen zur Orientierung bei der Suche nach dem passenden Vierbeiner.

  1. Größe des Tieres

Kleine Tiere sind nicht zwangsläufig leicht zu führen und können ebenfalls hohe Kräfte entwickeln. Trotzdem besitzen kleinere Rassen mehrere Vorteile gegenüber hochgewachsenen Artgenossen. Zum Beispiel lassen sich während eines Besuchs beim Tierarzt oder im Krankheitsfall müheloser tragen. Auch fällt der Umgang in öffentlichen Bereichen meist unproblematischer aus. Geschäfte oder anderweitige Einrichtungen zeigen sich bei kompakten Tieren meist toleranter. Ängstliche Menschen neigen gegenüber winzigen Hunden zu weniger Misstrauen. Die allgemeine Akzeptanz fällt größer aus.

  1. Pflegeaufwand

Allgemein zählt kurzes Hundehaar zu den pflegeleichtesten Sorten. Der Gang zum Hundefriseur wie etwa beim Pudel entfällt. Längere Felltypen müssen gründlicher gekämmt werden und deren Haarrückstände erhöhen besonders beim saisonalen Fellwechsel den Reinigungsbedarf in der Wohnung beträchtlich.

  1. Kosten und Bezugsquellen

Dubiose Anbieter bieten Hundewelpen zu Dumpingpreisen an. Häufig handelt es sich um verwahrloste Tiere, die zudem genetische Anfälligkeiten für Krankheiten besitzen. Ein seriöser Züchter verlang zwischen 500 und 1000 € für ein Tier. Berücksichtigt werden müssen auch fortlaufende Unterhaltskosten für Verpflegung, Zubehör wie Leinen, Halsband, Spielzeug, die Hundesteuer und den Besuch beim Tierarzt.

Tipp: Im Rahmen einer Hundesteuerermäßigung können Rentner bis zu 50 % der Steuer absetzen, sofern diese unter einem bestimmten Rentenniveau liegen. Ein formloser Antrag beim Rentenbescheid genügt.

  1. Ist die Haltung erlaubt?

Mietwohnungen oder Wohngemeinschaften bringen häufig Einschränkungen bezüglich der Haltungserlaubnis von Haustieren mit sich. Auch wenn die grundlegende Sperrung in Privatwohnungen rechtlich oft keinen Bestand hat, ist bei fehlendem Einvernehmen häufig Ärger vorprogrammiert. In Seniorenresidenzen kommt es darauf an: Oft unterliegen Bewohner keinem generellen Haltungsverbot. Voraussetzung bleibt aber die vollständig unabhängige Eignung des Besitzers, seinen Hund ohne Unterstützung des Personals versorgen und führen zu können.

  1. Bewegungsbedarf

Auch kleine Hunde wissen tägliches Gassigehen zu schätzen. Bei bestimmten Hunderassen wie Dackel oder Pudel können diese Ausflüge nochmals deutlich kürzer ausfallen.

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