Im Dunkeln sind alle Hunde Schlawiner

Sad Chocolate LabradorIrgendwie haben wir es alle bereits geahnt: Unsere Hunde sind schlauer, als wir bisher glaubten. In einer Studie des Max-Planck-Institutes ging es keineswegs um die umfassende Intelligenz der Hunde an sich, sondern vielmehr um ihre Wahrnehmung der Umwelt. Auch die Frage, ob Hunde ein Gespür für Recht und Unrecht haben, steht seit den Ergebnissen der Studie im Raum. Immerhin zeigte sich, dass Hunde tatsächlich Entscheidungen treffen und dabei ihre Umwelt einbeziehen. Hundehalter, die also bislang immer davon ausgingen, dass ihr Hund eines der liebsten Exemplare unter der Sonne ist, werden dies nach den neusten Erkenntnissen sicherlich mit einem Augenzwinkern hinterfragen müssen.

 

Siehst Du mich, so klau ich nicht

Im Grunde war die Aufgabe der Studie für Hund und Halter recht einfach. Beide wurden in einen Raum gebracht und es wurde ein Leckerli an einer gut sichtbaren Stelle platziert. Um klare Ergebnisse zu erhalten, musste der Hundehalter seinem Tier nun das Nehmen der Leckerei verbieten. Wer dies einmal bei seinem Hund versucht hat, weiß um die Nervosität, die alleine die Gegenwart eines leckeren Snacks auslösen kann. Dennoch hielten sich die Hunde an das Verbot, denn alle wollten schließlich auf ihr Herrchen hören. Ganz anders verhielt sich das jedoch, nachdem in besagtem Raum das Licht ausgeschaltet wurde. Sobald der Hund nicht mehr in der Lage war, sein Herrchen zu sehen, erkannte er seine Gelegenheit und schnappte sich das Leckerchen. Dass Herrchen oder Frauchen dabei noch im Raum waren, spielte keine Rolle. Um die Ergebnisse der Studie noch weiter zu verfeinern, waren zwei Lampen in der Räumlichkeit getrennt voneinander steuerbar. Während die erste Lampe das Gesicht des Hundehalters erleuchtete, beleuchtete die zweite das Leckerli. Interessant war nun also,

Hundetest
Das bleibt liegen…solange es hell ist!

ob ein Hund eher zum Stehlen bereit war, wenn er das Gesicht seines Herrchen sehen konnte, oder ob der Diebstahl leichter von der „Hand“ ging, wenn das Futter beleuchtet war. Ergebnis der Studie war, dass Hunde sogar dann stahlen, wenn sie das Gesicht ihres Herrchens sehen konnten, sich selbst allerdings gemeinsam mit dem Leckerli im dunklen Teil des Raumes befanden. Für den Hund bedeutete die Dunkelheit auf der Seite des Leckerlis also scheinbar, dass er selbst nicht gesehen und somit nicht auf frischer Tat ertappt werden kann. Je dunkler der Raum, desto größer war die Bereitschaft, das verbotene Leckerchen zu nehmen.

 

Hunde beurteilen feinfühlig

Aus der Studie lässt sich ableiten, dass ein Hund möglicherweise bei der Planung und Durchführung von Ungehorsam sehr genau darauf achtet, ob er selbst zu sehen ist. Der Gedankengang im hündischen Kopf ist also offensichtlich sehr ausgereift, denn er muss sich theoretisch zur Beurteilung der Situation in seinen Halter hineinversetzen. Auch wenn der Reiz des Futters sehr hoch war, so übertraten Hunde die gefährliche Linie des Verbotenen nur, wenn sie sich dabei sicher und möglichst unbeobachtet fühlen konnten. Gerne wird das auch mit dem Verhalten von kleinen Kindern verglichen, wenn sie sich beim Versteckspiel die Hände vor das Gesicht halten. Bis zu einem bestimmten Alter ist es den Kindern schlichtweg nicht möglich, den Unterschied zwischen Dunkelheit und tatsächlichem Versteck zu erkennen. Experten gehen an dieser Stelle jedoch nicht so weit, Kinder mit Hunden zu vergleichen, denn der Mensch entwickelt schon nach kurzer Zeit ein sehr viel komplexeres Gedankenspiel. Letztendlich ist noch nicht vollends geklärt, ob Hunde verstehen, dass sie nicht gesehen werden können, oder ob die eigene „Blindheit“ die Bereitschaft zum Fehltritt erhöht.

Im Schutze der Dunkelheit passiert so mancher Faupax
Im Schutze der Dunkelheit passiert so mancher Faupax

Um dies zu ergründen, wird es in der Zukunft noch weitere Studien mit sicherlich interessanten Ergebnissen geben. Zweifellos aber ebnete das Max-Planck-Institut mit dieser Studie den Weg für neue Erkenntnisse hinsichtlich des Verstandes und der Intelligenz von Hunden.

 

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