Tierheim Passau: Keine Hunde für Jäger!

Schon Ende vergangenen Jahres positionierte sich das Passauer Tierheim klar gegen die Abgabe von Hunden an Jäger. Auch im Januar unterstrichen die Verantwortlichen ihren Standpunkt noch einmal in einem Facebook-Post und machten deutlich: Hier bekommt kein Jäger einen Hund. Schnell entbrannte darüber eine Diskussion und das Tierheim musste sich einem Shitstorm stellen. Aber was genau sind die Hintergründe?

Kein guter Umgang mit dem Tier?

Selbstverständlich wurden in sozialen Netzwerken Fragen nach den Gründen für diese strikte Ablehnung laut. Auch Medien berichteten über den Fall und interviewten Gerda Machowetz, die erste Vorsitzende der Tierschutzbewegung Ostbayern und Oberösterreich e.V., zum Thema. Sie zeigte sich konsequent und verwies auf die Vermittlungskriterien des Tierheims. Auch sprach sie an, dass Jägern oftmals die Tierliebe fehle und dass die Ausbildung zum Jagdhund für das Tier nicht angenehm sei. Zusätzlich scheint auch die Haltung vieler Jagdhunde bei ihren Besitzern ein Grund für die Ablehnung der Vermittlung an Jäger zu sein. Einige dieser Vierbeiner werden laut Machowetz nahezu die gesamte Woche in Zwingern gehalten und lediglich zur Jagd hinausgelassen.

Wichtig zu erwähnen ist dabei, dass sich das Tierheim mit diesen Vorurteilen nicht gegen alle Jäger per se stellt, sondern vor allem gegen die Treibjagd und gegen Hobbyjäger. In vielen Fällen habe es sich laut Machowetz bewiesen, dass die Sicherheit von Hunden bei Jägern nicht gewährleistet sei. Eine Überprüfung von einzelnen Jägern, sei für das Tierheim jedoch nicht machbar. Daher werden in diesem Fall auch jene ausgeschlossen, die sich gut um ihre Hunde kümmern.

Jäger in der Kritik

Sowohl der Shitstorm als auch die Postings des Tierheims Passau sorgten für eine öffentliche Diskussion über Sinn und Unsinn der Jagd. Auch jetzt bleibt das Tierheim in der Debatte aktiv und veröffentlicht auf seiner Facebook-Seite hin und wieder Beiträge, die die Jagd als auch Jäger kritisch beleuchten.

Ob die pauschale Verweigerung der Abgabe von Tieren an Jäger im Einzelfall gerechtfertigt oder unfair ist, lässt sich schwerlich sagen. Jäger, die ihre Hunde als Begleiter, Freund und Familienmitglied sehen, sind verständlicherweise verärgert über die Äußerungen des Tierheims. Für Gerda Machowetz und das gesamte Tierheim-Team allerdings scheint die Vermeidung einer Fehlvermittlung an erster Stelle zu stehen.

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ein Kommentar

  1. Avatar

    So, wir sind eine Jägerfamilie, wir halten unsere Hunde im Haus, selbstverständlich dürfen unsere Hunde auf die Couch, ja wir haben vier Hunde, wobei ein Hund aus den Tierschutz ist, ja und die schlafen bei uns im Bett. Ich habe eigentlich nur eine Frage, dass es wie überall schwarze Schafe gibt, darüber glaube ich brauchen wir nicht zu diskutieren. ABER wenn ein Nichtjäger der in einer Zwei Zimmer Wohnung, den halben Tag außer Haus ist, einen Deutsch Drahthaar beikommt, dann würde ich gerne von Ihnen lesen, wie das funktionieren soll?
    Ja, da wäre doch der Hund bei einen normalen Menschen, der halt Jäger ist, und den Hund auch auslasten kann, besser aufgehoben, denn
    alles was auch unter ANTI Jagd Training angeboten wird, wird sicher einen passionierten Jagdhund nicht erschüttern. Mich stimmt es sehr traurig, das immer wir Jäger die bösen sind, natürlich gibt es auch die , ja von diesen Leuten möchte ich mich echt distanzieren, nur wenn ich schaue das heute mit Chip Pflicht, wohl die Hunde gechipt sind, aber nicht registriert sind, dann kommen mir schon die zweifel ob denn nur wir Jäger böse sind, oder die Tierhalter die ihre Tiere aussetzen, die Liste ist ja sehr lange. Und dann geben Sie den Tieren bei Ihnen nicht die CHANCE in ein artgerechtes GUTES Zuhause vermittelt zu werden.
    BITTE ÜBERDENKEN SIE DIE EINSTELLUNG

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