Trend „Dog Sharing“ – Wenn Bello zwei Familien hat

Die Anschaffung eines Hundes will wohlüberlegt sein. Immerhin sind die kuscheligen Vierbeiner nicht anspruchslos und benötigen regelmäßige Pflege, Auslauf und Beschäftigung. Der Zeitfaktor spielt daher für die meisten Hundefreunde genau wie die finanzielle Zusatzbelastung eine entscheidende Rolle. Wer einen Vollzeitjob hat und gelegentlich ohne Hund in den Urlaub fahren möchte, kommt daher in vielen Fällen vom Gedanken an ein bellendes Familienmitglied ab. Dass das jedoch nicht immer so sein muss, beweist „Dog Sharing“. Hier teilen sich gleich zwei Besitzer einen Hund und mit ihm auch Arbeit, Erziehung und die Kosten. Völlig unumstritten ist dieses Modell jedoch nicht.

Wie „Dog Sharing“ funktioniert

dog-sharingZu Beginn des „Dog Sharing“ steht zumeist der Wunsch nach einem Hund. Es gibt Hundebesitzer, die sich noch vor der Anschaffung auf die Suche nach einem „Zweitherrchen“ machen, aber auch solche, bei denen veränderte Lebensumstände die Pflege des geliebten Vierbeiners schwieriger machen. Das grundsätzliche Prinzip des „Dog Sharing“ besagt, dass sich zwei Besitzer abwechselnd um die Pflege und Betreuung des Hundes kümmern. Ob sie das Tier gemeinsam angeschafft haben, oder sich erst später über Webportale finden, ist dabei unerheblich.

So könnte „Dog Sharing“ in der Realität so aussehen: Familie „Müller“ und Familie „Meier“ wünschen sich einen Hund, scheuen jedoch die große Verpflichtung und wollen sich nicht ganz alleine hierauf einlassen. So kommt es, dass sich die Familien für die gemeinsame Anschaffung eines Hundes entscheiden. Dieser ist nun an drei Tagen in der Woche bei einer Familie und an vier Tagen bei der anderen. Das Modell basiert darauf, dass sich die Besitzer die gemeinsame Zeit mit dem Hund fair aufteilen.

Es gibt jedoch auch „Dog Sharing“ Modelle, bei denen der Hund nicht hälftig aufgeteilt wird. So zum Beispiel, wenn ein Besitzer an zwei Tagen in der Woche keine Möglichkeit hat, den Hund zu betreuen. In dieser Zeit lebt der Vierbeiner dann bei seinem zweiten Herrchen.

 

Was vor dem Teilen wichtig ist

dog-sharing2Grundsätzlich ist der Gedanke hinter „Dog Sharing“ nicht falsch. Sich die Arbeit rund um die Hundehaltung zu teilen, kann den Wunsch nach einem Vierbeiner in manchen Fällen überhaupt erst möglich machen. Kommen zwei Besitzer zusammen, darf es jedoch an Vertrauen und Gemeinsamkeiten nicht fehlen. Sonst droht das Projekt aus dem Ruder zu laufen und der Hund wird zum Leidtragenden.

Einig sollten sich die „Dog Sharer“ vor allem im Bereich der Hundeerziehung sein. Es ist wichtig, dass beide die gleichen Regeln aufstellen und auch in Sachen Kommandos „eine Sprache“ sprechen. Darf der Hund in einer Familie mit ins Bett und wird er dort mit englischen Kommandos angesprochen, sollte das auch die andere Familie so handhaben. Alles andere sorgt für Verwirrung und kann Verhaltensauffälligkeiten nach sich ziehen.

Auch über die genauen Betreuungszeiten und die Aufteilung der Kosten sollte vor dem Teilen eines Hundes gesprochen werden. Erfolgt das Sharing im 50:50 Modus, sollten auch die Kosten jeweils hälftig getragen werden. Futter, Tierarzt und Hundesteuer teilen sich beide Besitzer dann. Selbstverständlich können hier auch individuelle Absprachen getroffen werden. Sinnvoll ist es, wenn einer der Besitzer als juristisch verantwortliche Person geführt wird, denn das kann bei etwaigen Schwierigkeiten für eine Vereinfachung der Situation sorgen. Beide Halter sollten sich jedoch darum kümmern, dass stets eine gültige Hundehalterhaftpflicht vorhanden ist.

Sind sich beide Besitzer einig, verstehen sie sich gut und können sie sich leicht einigen, spricht zunächst nichts gegen das „Dog Sharing“. Experten mahnen jedoch zur Vorsicht, denn nicht jeder Hund kommt mit dem Wechselmodell zurecht.

 

Probleme, die beim „Dog Sharing“ entstehen können

Manche Hunde sind mit „Dog Sharing“ zufrieden. Der Wechsel zwischen unterschiedlichen Familien und Wohnorten macht ihnen nichts aus und sie fühlen sich an beiden Orten gleich wohl. Vor allem offene und ausgeglichene Tiere, die sich in neuen Situation bereitwillig anpassen können, eignen sich für das Modell daher besonders.

Ganz anders kann das jedoch aussehen, wenn es sich um ein sensibles und sehr anhängliches Tier handelt, das sich eng an einen bestimmten Menschen bindet. Dann ist jede Trennung vom insgeheimen „Lieblingsmensch“ eine Qual für den Hund. Ein solcher Vierbeiner kann durch das „Dog Sharing“ dauerhaft zur Schaden kommen und Unsicherheiten und Ängste entwickeln.

Auch sollten beide Besitzer sich der Tatsache bewusst sein, dass einer von beiden aus vielfältigen Gründen plötzlich ausfallen könnte. Etwa aufgrund eines Umzuges, einer Krankheit oder der Familienplanung. Nur ratsam ist es daher, dass jeder der „Dog Sharer“ einen Notfallplan in der Hinterhand hat und das Tier auch alleine betreuen kann. Ist das nicht der Fall, so steigt das Risiko für eine mögliche Abgabe des Hundes im Tierheim. Das jedoch sollte nur in Ausnahmesituationen geschehen, weswegen auch „Dog Sharing“ nicht ohne gründliches Überlegen und Abwägen der Vor- und Nachteile einer Hundehaltung erfolgen darf.

dogsharing

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