Ätherische Öle beim Hund – ein Überblick

Wir bezeichnen den Hund als den besten Freund des Menschen. Unserem Hund soll es gut gehen – körperlich wie auch seelisch. Hundehalter sind oft sehr bemüht und motiviert ihren Vierbeiner gesundheitlich bestmöglich zu unterstützen. Neben schulmedizinischen Behandlungs- und Vorsorgemöglichkeiten gibt es eine Reihe weiterer Helferlein für das Wohlbefinden von Hunden. Die Anwendung von bestimmten ätherischen Ölen zählt dazu. Hier geben wir dir einen Überblick darüber, was für den Einsatz der Öle am Hund wichtig ist.

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Was ist ätherisches Öl überhaupt?

Ätherische Öle sind natürliche Substanzen, welche in Pflanzen erzeugt werden. Die Stoffe werden aus der Pflanze herausgepresst oder destilliert, damit sie verwendet werden können. Hinter ätherischem Öl steckt eine lange Tradition. Schon vor Jahrtausenden nutzten Menschen die gewonnenen hoch konzentrierten Stoffe aus den Pflanzen für ihr Wohlbefinden. Im Grunde genommen hat es der Mensch es der Pflanze ein Stück weit nachgemacht.

Denn Pflanzen produzieren ätherische Öle zum eigenen Schutz und für die weitere Entwicklung. So vertreiben die Öle schädliche Insekten und locken Bestäuber an. Sie schützen bei Hitze und Kälte und heilen durch Pflanzenfresser entstandene Schäden. Außerdem helfen sie dem Pflanzenerhalt in Phasen, in denen geringe Nährstoffe für das Überleben vorhanden sind.

Das gilt es für die Anwendung grundsätzlich beim Hund zu beachten

Ätherische Öle sind hoch konzentriert – die Nase des Hundes ist hochsensibel. Ein Hund kann etwa vierzig Mal besser riechen als der Mensch. Wir müssen die Öle also mit Bedacht einsetzen, das Tier schrittweise heranführen und gering dosieren. Bei einer äußerlichen Anwendung sollte immer ein Trägeröl verwendet werden und das ätherische Öl somit zu verdünnen.

Zur Verdeutlichung: Ein ätherisches Öl ist etwa 50-70 Mal stärker als die Pflanze, aus dem es gewonnen wurde. Ein Tropfen Pfefferminzöl wirkt demnach wie 28 Tassen eines Pfefferminztees.

Bei der Auswahl des Öls ist unbedingt darauf zu achten, dass das Öl nach therapeutischem Standard hergestellt wurde. Das Öl ist damit 100% naturrein und kann für eine Aromaöltherapie genutzt werden.

Die Arten der Anwendung

Je nach Nutzen können ätherische Öle auf verschiedene Art verwendet werden. Wichtig ist, dass der Hund die Aromatherapie als angenehm empfindet. War die Anwendung in der Vergangenheit für ihn stressvoll, kann er den Duft auch zukünftig mit negativen Emotionen verknüpfen. Zudem empfindet der Hund nicht jedes Öl als gut riechend. Um herauszufinden, welchen Duft er als angenehm empfindet, kannst du die geschlossenen Ölfläschchen auf den Boden stellen. Bleibe unbedingt in der Nähe und lasse ihn nicht unbeaufsichtigt an die Öle. Dadurch kann sich dein Hund ganz in Ruhe herantasten. Bei vielen Hunden ist es unverkennbar welcher Duft der Favorit ist. So reiben sie ihren Kopf an dem Fläschchen oder lecken an ihr. Ein eindeutiges Zeichen!

Ist die Entscheidung für ein Öl gefallen, gibt es drei Arten der Anwendung. Jedoch ist nicht jedes Öl für jede Anwendungsart geeignet. Informiere dich unbedingt gründlich und spreche im Zweifel mit einem Tierheilpraktiker oder Tierarzt.

Aromatisch:

Mit einem Kaltwasser-Diffuser kannst du das Aromaöl in der Luft vernebeln. Ein solcher Diffuser verteilt die Ölpartikel sanft in der Raumluft. Die meisten Diffuser kannst du je nach gewünschter Intensität einstellen. So kannst du eine niedrige Vernebelungsstufe wählen und das ätherische Öl nur einige Minuten im Raum verteilen lassen. Dein Hund lernt den Duft dadurch auf sanfte Weise kennen. Dadurch kann er sich in langsam daran gewöhnen und du erkennst, wie dein Hund den Duft empfindet.

Die aromatische Anwendung ist besonders geeignet um das Gemüt und die Emotionen deines Hundes anzusprechen. Beispielsweise kann Lavendelduft in Bezug auf eine entspannte Atmosphäre großartige Dienste leisten.

Topisch (äußerlich über die Haut):

Bei der äußerlichen Anwendung ist es wichtig, die Hautreaktion zu beobachten. Wende das verdünnte Öl an einer kleinen Hautstelle an und stelle sicher, dass es nicht zu Hautreaktionen kommt oder dein Hund sich an dem Geruch stört. Halte in jedem Fall ein neutrales Pflanzenöl (z.B. Olivenöl) bereit. Damit kannst du das ätherische Öl schnell verdünnen und die Wirkung korrigieren. Achte außerdem darauf, dass kein ätherisches Öl in das Auge oder in das Innenohr gelangt.

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Ätherisches Öl lässt sich bei Hunden besonders gut über den Rücken auftragen. Außerdem kommt der Hund an den meisten Stellen am Rücken nicht mit der Zunge hin. Eine angenehme Massage lässt sich ideal verbinden. Ein Trägeröl verdünnt das Aromaöl dabei und sorgt für eine einfache Verteilung. Als Trägeröl eignet sich beispielsweise fraktioniertes Kokosöl oder Speiseöl. Je dünner und kürzer das Fell deines Hundes ist, desto stärker solltest du das ätherische Öl verdünnen.

Du kannst das außerdem einen Tropfen Öl in deine Hände geben und es gründlich einmassieren. Danach streichelst und kraulst du deinen Hund. Auch hier merkst du schnell, wie der Duft deinem Hund gefällt. Einige Hunde sind hin und weg und reiben sich mit vollem Körpereinsatz an den gut riechenden Händen.

Soll das Öl großflächiger zum Einsatz kommen, fülle ein paar wenige Tropfen mit Wasser in eine Sprühflasche. Mag dein Hund nicht eingesprüht werden, gebe das Spray einfach auf deine Hand und verteile es im Fell deines Hundes.

Für die lokale Anwendung wie beispielsweise bei Gelenkproblemen kannst du das Öl mit einer Creme oder Salbe vermischen. Das ätherische Öl wird dadurch lokal versiegelt.

Die topische Anwendung ist besonders für den Schutz gegen Ungeziefer (z.B. Zecken, Flöhe etc.), bei Haut- oder Fellproblemen oder bei lokalen Schmerzen (z.B. Arthritis, Prellung u.v.m) geeignet. Aber auch bei Verdauungsproblemen kann ein Öl auf dem Bauch des Hundes wohltuend wirken.

Innerlich:

Bestimmte ätherische Öle eignen sich als Unterstützung des Wohlbefindens und der Gesundheit als Futterzusatz. Sehr geringe Ölmengen können beispielsweise stark verdünnt durch das Futter gemischt werden oder mit einem Pumpstoß aus der Sprayflasche darauf gesprüht werden. Einige Hunde fressen problemlos Kapseln mit der üblichen Mahlzeit mit. In diesem Fall kann das ätherische Öl stark verdünnt in eine Leerkapsel gegeben werden. Beliebt ist außerdem die Aufnahme über das Trinkwasser (zum Beispiel Pfefferminz- oder Orangenöl). Du kannst beispielsweise einen Öltropfen in 1-2 Liter des Trinkwassers deines Hundes geben. Besonders bei eher trinkfaulen Hunden kann ein appetitlicher Geschmack im Wasser das Trinkverhalten positiv beeinflussen.

Bei allen Formen der innerlichen Anwendung ist es wichtig, einen Napf mit reinem Trinkwasser bereitzustellen!

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Taste dich vorsichtig heran

Merke: Möchtest du die Aromatherapie mit deinem Hund ausprobieren, gehe in kleinen Schritten vor. Schließe Unverträglichkeiten dadurch aus und nehme die Reaktion deines Hundes unbedingt wahr. Dein Hund sollte das ätherische Öl keinesfalls an unangenehm empfinden.

Beachte die Sicherheitshinweise und halte neutralisierendes Öl bereit, wenn du ätherisches Öl anwendest. Bei Unsicherheiten spreche gerne mit einem Tierheilpraktiker oder Tierarzt. Zudem sind nicht alle Öle für Hunde anwendbar. Das ätherische Öl muss unbedingt naturrein und nach therapeutischem Standard erzeugt wurde. Es dürfen keine synthetischen Zusätze enthalten sein. Da nur 2-3% der weltweit hergestellten Öle diese höchsten Qualitätsstandards erfüllen, gilt es demnach genau hinzuschauen.

Einen Überblick zu Ölsorten und den therapeutischen Nutzen gibt es in unserem nächsten Artikel zu den ätherischen Ölen beim Hund. Du darfst gespannt sein!

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