Problemfall Giftköder – Erkennen, Vorbeugen und Erste Hilfe

Unter deutschen Hundebesitzern geht schon seit geraumer Zeit die Angst um. Immer mehr Spaziergänger und Hundehalter berichten von Giftköderfunden in Parks, Wäldern und an

Achtet auf Euren Hund!
Achtet auf Euren Hund!

Feldrändern. Das Ziel der Personen, die allerlei gefährliche Dinge auslegen, sind Hunde. Je nach Köder stellt das Fressen der Substanzen innerhalb von Minuten ein lebensbedrohliches Risiko dar. Was Hundehalter vorbeugend tun können, wie sie selbst Giftköder erkennen und was im schlimmsten Fall zu tun ist, erfahren interessierte Hundefreunde hier.

 

Welche Giftköderarten werden ausgelegt und wie erkennt man sie?

Hundefeinde sind bei der Auswahl und Zusammenstellung der von ihnen ausgelegten Giftködern recht kreativ. Daher ist es sehr schwer, einen pauschalen Ratschlag zum Erkennen von Ködern zu geben. Fakt ist jedoch, dass seit der Häufung solcher Vorfälle alle herumliegenden Würstchen, Fleischbällchen und Hackfleischstücke sehr gründlich unter die Lupe genommen werden sollten. Oft ist bei näherer Betrachtung zu erkennen, ob es sich um mit Gift oder Klingen präparierte Ködern handelt. In der Regel greifen die Verursacher auf drei Möglichkeiten zurück:

Rattengift:

Die äußere Form von Rattengift ist nur schwer zu bestimmen, da diese gefährliche Substanz theoretisch in allen Farben und Formen vorkommen kann. Auch in pulverisierter Form mischen manche Hundefeinde das Gift in Leberwurst oder Hackfleisch, denn dann ist es gar nicht mehr zu erkennen. Auch wenn ein Hackbällchen also ungefährlich aussieht, sollte der Hund es auf gar keinen Fall fressen. Die Wirkung, die Rattengift auf den Hundekörper haben kann, ist verheerend. Oft zeigen sich Symptome erst nach einiger Zeit, weswegen Hundehalter im Verdachtsfall unbedingt einen Tierarzt aufsuchen sollten. Anzeichen für eine Vergiftung mit Rattengift können Blutungen oder auch ein unregelmäßiger Herzschlag sein. Je nach Dosis, die das Tier aufgenommen hat, kann es im Ernstfall zu einem qualvollen Tod kommen.

 

Rasierklingen oder Glasscherben:

furchtbare Varianten von Giftködern - ich kann solche Menschen nicht verstehen
furchtbare Varianten von Giftködern – ich kann solche Menschen nicht verstehen

Mit Rasierklingen oder auch Glasscherben gespickte Würstchen verfolgen das Ziel, einem Hund schwerwiegende innere Verletzungen zuzufügen. Frisst das Tier die präparierten Köder, so verursachen diese im Inneren des Körpers tiefe Schnitte, die letztlich zum Verbluten führen können.

 

Schneckenkorn:

Eine Alternative zum Rattengift in Giftködern ist auch das Schneckenkorn. Es ist für Hundehalter relativ gut zu erkennen, denn in der Regel liegt es in Form kleiner, bunter Kügelchen vor. Nimmt ein Hund Schneckenkorn auf, so wirkt das Gift sehr viel schneller als Rattengift. Gelegentlich sind erste Vergiftungsanzeichen wie Unruhe oder Erbrechen schon nach einer halben Stunde zu erkennen. Der Tierarzt kann bei Schneckenkorn symptomatisch behandeln, hat jedoch in der Regel kein wirkungsvolles Gegengift zur Hand. Im Schlimmstfall kommt es bei einer schweren Vergiftung mit Schneckenkorn zum Koma und anschließend zum Tod des Tieres.

Für Hundefreunde lesen sich allein die Beschreibungen der Ködervarianten nur mit viel Überwindung. Es ist den meisten unverständlich, warum Menschen gezielt versuchen, Hunden mit Gift oder Klingen nach dem Leben zu trachten. Viel wichtiger als die Frage nach dem „Warum“ ist jedoch die Frage nach den Dingen, die Hundehalter vorbeugend tun können.

 

Vorbeugung zum Schutz

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme zum Schutz des eigenen Hundes ist, ihn während eines Spaziergangs nicht aus den Augen zu lassen. Üblicherweise sind Giftköder im Gebüsch, auf Hundewiesen und in kleinen Rasenstücken an den Rändern von Spazierwegen zu finden. Wird der Hund die gesamte Zeit beobachtet, so fällt dem Besitzer oft schnell auf, wenn das Tier etwas interessantes wittert. In diesem Fall ist sofortiges Eingreifen wichtig, um dem Tier eine schlimme Vergiftung zu ersparen. Auch lohnt es sich, selbst einige Leckerlis mitzunehmen, um den Hund ablenken zu können. Weiß das Tier, dass Herrchen oder Frauchen selbst etwas zu Fressen dabei haben, wird es weniger wahrscheinlich auf Futtersuche gehen. Einhundertprozentige Sicherheit

Nehmt im Zweifel Euern Hund an die Leine!
Nehmt im Zweifel Euern Hund an die Leine!

bietet diese Vorsichtmaßnahme jedoch nicht.

Eine gute Erziehung ist zudem ein guter Schutz vor Vergiftungen durch Köder. Schon früh sollte ein Hund lernen, dass das Aufnehmen und Fressen gefundener Dinge nicht erlaubt ist, wenn Herrchen oder Frauchen es nicht explizit gestatten. Solche Hunde werden einen Köder wahrscheinlich liegen lassen. Es ist dennoch wichtig, den Vierbeiner immer im Blick zu behalten, denn auch die wohlerzogensten Hunde widersetzen sich gelegentlich den Regeln.

Zur Vorbeugung gibt es inzwischen einige Möglichkeiten, sich über Warnungen vor Giftködern zu informieren. Diese Warnungen werden öffentlich herausgegeben und stammen zumeist von Hundehaltern oder Spaziergängern. Es ist also empfehlenswert, vor dem Spazieren einen Blick auf ein solches Giftköder-Radar zu werfen, um das Risiko für die eigene Region besser einschätzen zu können. In jedem Fall aber ist auch dann keine wirkliche Sicherheit gegeben und auch hier handelt es sich nur um eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Zu guter Letzt können Hundehalter ihren Hund auch mit einem Maulkorb schützen. Dieser verhindert eine Aufnahme von Futter aus der Umwelt und kann nach dem Spaziergang wieder abgenommen werden. Viele Hundebesitzer wollen ihren Hund allerdings nicht beeinträchtigen und verzichten auf diese Maßnahme.

Nehmt Euren Hund an die Leine, wenn es in der Gegend schon Vorfälle gab!!

 

Was tun, wenn es doch passiert?

Ein Schock für jeden Hundehalter ist es, wenn der geliebte Vierbeiner trotz aller Vorsicht einen Köder gefressen hat. In jedem Fall sollten Herrchen und Frauchen in einer solchen Situation Ruhe bewahren. Symptome einer Vergiftung können sein:

  • Taumeln oder Schwanken
  • Durchfall, Erbrechen
  • schwach durchblutete Rachenschleimhäute
  • starkes und schnelles Hecheln
  • Krämpfe
  • Bewusstlosigkeit
  • Atembeschwerden

 

Wichtig ist es, dass Hundehalter stets die Telefonnummer eines mobilen Tierarztes zur Hand haben. Dieser Arzt sollte auch am Wochenende und in der Nacht erreichbar und im Ernstfall schnell vor Ort sein.

 

Auf keinen Fall darf der Hund zum Erbrechen gebracht werden, denn hierdurch kann das Risiko zusätzlicher Schäden steigen. Es ist nützlich, in der Umgebung nach weiteren Ködern zu suchen, denn so lässt sich herausfinden, was der Hund zu sich genommen hat. Reste, die das Tier noch im Maul hat, sollten sofort entfernt werden. Ist kein Tierarzt verfügbar, muss der Hund umgehend zum Auto gebracht und in eine nahegelegene Tierklinik transportiert werden. Eine Behandlung zuhause schlägt in aller Regel fehl, weswegen Hundehalter keinesfalls auf einen Arzt verzichten sollten.

Bleibt bei aller Aufregung Zeit hierfür, ist auch das zeitnahe Melden des Fundes an eine Informationsstelle wie www.giftkoeder-radar.com wichtig, damit nicht noch weitere Hunde gefährdet werden.

Eine wichtige und gute Empfehlung für alle Hundehalter in der heutigen Situation ist außerdem das Absolvieren eines Erste-Hilfe Kurses für Hunde. Hier erfahren Herrchen und Frauchen viel über Vergiftungen, erste Maßnahmen und das richtige Handeln bei Bewusstlosigkeit. Auch eine Wiederbelebung des Hundes erlernen die Teilnehmer eines solchen Kurses.

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